172 ACKER - Wertschätzung wächst mit
Shownotes
Stell dir vor, ein Kind zieht eine Möhre aus der Erde. Erdkrumen an der Hand, leuchtende Augen – und plötzlich kommt die Frage: „Warum schmeckt die aus unserem Acker eigentlich besser als aus dem Supermarkt?“ Genau in diesem Moment passiert etwas Magisches: Wertschätzung entsteht. Und sie beginnt nicht im Klassenzimmer, sondern draußen, knietief im Beet. Doch während Kinder Gemüse ernten, werfen wir Erwachsene jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weg. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es rund 11 Millionen Tonnen – oft, weil Essen zu billig, zu selbstverständlich oder einfach zu unsichtbar geworden ist. Die Organisation Acker will das ändern. Mit Bildungsprogrammen in Kitas und Schulen, aber auch für Erwachsene holen sie die Natur zurück in den Alltag. Pflanzen, gießen, ernten – so lernen wir wieder, was frische Lebensmittel wert sind und warum Nachhaltigkeit nicht abstrakt, sondern ganz praktisch ist: Samenkorn in die Erde – Radieschen in die Hand. Acker sieht Bildung als Schlüssel zur Ernährungswende. Und darüber spreche ich heute mit Sacha Hübner.
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00:00:08: Hallo Weltverbesserer, dies ist der Podcast für alle, die positiv und gleichzeitig achtsam in die Zukunft gehen wollen.
00:00:15: Ein Podcast über Nachhaltigkeit, soziale Projekte und Innovation.
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00:00:38: Warum schmeckt die aus unserem Acker hier eigentlich besser als aus dem Supermarkt?
00:00:43: Genau in diesem Moment passiert etwas Magisches.
00:00:45: Wertschätzung entsteht.
00:00:47: Und sie beginnt nicht im Klassenzimmer, sondern draußen knietief im Beet.
00:00:51: Doch während Kinder Gemüse ernten, werfen Beerwachsenen jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weg.
00:00:57: In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind es etwa elf Millionen Tonnen.
00:01:02: Oft, weil Essen zu billig, zu selbstverständlich oder einfach zu unsichtbar geworden ist.
00:01:07: Die Organisation Aka will das ändern.
00:01:09: Mit Bildungsprogrammen in Kitas und Schulen, aber auch für Erwachsene, holen sie die Natur zurück in den Alltag.
00:01:16: Pflanzen gießen Ernten, so lernen wir wieder, was frische Lebensmittel wert sind und warum Nachhaltigkeit nicht abstrakt, sondern ganz praktisch ist.
00:01:24: Samenkorn in die Erde und später Radieschen in die Hand.
00:01:28: Aka sieht Bildung und Aufklärung als Schlüssel zur Ernährungswende und darüber spreche ich heute mit Sascha Hübner.
00:01:34: Lieber Sascha!
00:01:35: Bitte erklär mir doch mal, wie seid ihr auf die Idee gekommen, Acker zu gründen?
00:01:39: Wie ist denn so eure Gründungsgeschichte?
00:01:42: Sehr gerne Birte.
00:01:43: Voll schön, dass ich da sein darf und hier die Bühne bekommen, um ein bisschen mit dir über Acker zu sprechen und über unsere Ziele zu philosophieren.
00:01:54: Acker ist angetreten vor inzwischen elf Jahren.
00:01:59: Die Vereinsgründung war... und die Idee ist aber schon etwas früher geboren.
00:02:07: und geboren ist ein gutes Stichwort, weil die Idee tatsächlich zusammen mit der ersten Tochter, also die erste Kind von Christoph als geboren wurde, ist eine älteste Tochter.
00:02:19: Mit ihr ist auch die Idee geboren und es hat den Hintergrund, dass Christoph selber aus Nordrhein-Westfalen kommt und dort auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.
00:02:28: groß geworden ist, der schon viele Generationen von seiner Familie geführt wird und den auch aktuell sein Bruder übernommen hat.
00:02:38: Und Christoph hat sich aber entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen, eine andere Karriere einzuschlagen, eine wissenschaftliche und hat sich in seiner wissenschaftlichen Laufbahn auch mit der Frage auseinandergesetzt, welchen Einfluss hat Landwirtschaft und hat die Wertschöpfungskette natürlicher Lebensmittel eigentlich in Bezug auf die Klimaveränderungen, die wir weltweit beobachten können?
00:03:05: und hat dort in seiner Zeit am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung, dort hat er seine Dissertation geschrieben, festgestellt, dass es einen sehr nachvollziehbaren und sehr konkreten Zusammenhang zwischen Lebensmittelverschwendung, zum Beispiel auf der einen Seite und Klimaveränderungen auf der anderen Seite gibt.
00:03:25: Und gleichzeitig kam seine Tochter zur Welt und er hat sich eigentlich gefragt, wie sie denn so aufwachsen wird in einem eher städtischen Umfeld, ohne landwirtschaftlichen Betrieb, um sich herum und wie wird sie eigentlich einen Bezug zur Natur und natürlichen Lebensmitteln aufbauen, ohne umgeben zu sein von Landwirtschaft, Feldern und dem ganzen Prozess, der damit zusammenhängt.
00:03:55: Und das war die Geburtsstunde tatsächlich der Idee der Gemüseakademie,
00:04:00: dass
00:04:02: Christoph gedacht hat, sehr gut, wenn es hier keinen Acker gibt, dann muss ich den Acker zu meiner Tochter bringen, nämlich dort, wo sie einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringt an Kita und Schule.
00:04:13: Und so ist die Idee entstanden.
00:04:16: Und was er gesagt hat, wir müssen den Acker zu den Kindern bringen, damit das Ganze normal wird, dass Kinder übers ganze Jahr hinweg diesen Zyklus miterleben können, diesen Prozess miterleben können, wie Natur funktioniert, was das mit unserer Ernährung zu tun hat, welchen Einfluss Natur hat, welchen Einfluss, aber auch wir als Menschen dabei spielen.
00:04:41: Und der Rest ist Geschichte.
00:04:45: Super, elfjährige Geschichte, das ist ja schon ganz schön lang muss man sagen.
00:04:49: Wie läuft das denn praktisch dann ab?
00:04:51: Also praktisch ihr bringt den Bezug zu den Lebensmitteln wieder in den Alltag der Kinder und aber auch von Erwachsenen.
00:04:57: Wie macht ihr das?
00:04:59: Christoph ist da von Anfang an einen sehr systemischen Weg gegangen und hat eben festgestellt, dass es eine Lücke im System gibt, dass wir im einundzwanzigsten Jahrhundert Fotos und These oder das Bestäuben von Blüten immer noch den Kindern beibringen anhand von Lehrbüchern und Schaubildern.
00:05:20: Und dass wir eben im Schulalltag oder Kitaalltag nicht dahin gehen, wo dieses Schauspiel stattfindet, nämlich raus in die Natur.
00:05:29: Und dass das natürlich dazu führt, dass die Kinder gar keinen Bezug dazu bekommen.
00:05:33: Also Naturerfahrungsräume verschwinden immer mehr, Kinder verlieren den Bezug zur Natur und dementsprechend kann sich gar keine Wertschätzung für Natur und Lebensmittel entwickeln.
00:05:44: Weil was ich nicht liebe und schätze, das werde ich nicht schützen.
00:05:49: Das kennen wir ja alle.
00:05:51: Und das war sein Anspruch, diese Lücke im System zu füllen.
00:05:57: Also tatsächlich zu schauen, wie kann das im Bildungssystem Standard werden, dass Kinder raus aus dem Klassenzimmer reine Natur gehen, um Ziele, die Rahmenlehrplan relevant sind in den entsprechenden Fächern wie Sachkunde, Erdkunde, Biologie, Geographie, Ernährung.
00:06:18: Auswirtschaft, also überall da wo es konkrete Bezugs- und Berührungspunkte gibt, wie kann man das viel viel praktischer und erlebbarer machen, für alle Sinne möglich machen, dass die Kinder was riechen, was schmecken, was fühlen, was sehen können und wir eben bekommen von der reinen Wissensvermittlung aus dem Lehrbuch heraus.
00:06:41: und Wir sagen, Spaß ist halber bei uns immer.
00:06:45: Wir bringen Kindern ja auch nicht im Klassenzimmer das Schwimmen bei oder die Rolle vorwärts anhand von Büchern, sondern da gehen wir auch an dafür geeignete Orte, wo die Kinder das wirklich ganz praktisch und auch mit allen Sinn erleben und ausprobieren und üben können.
00:07:01: Nun sprichst du
00:07:01: aber doch immer
00:07:02: noch von den Kindern.
00:07:03: Es ist aber auch mittlerweile ein Erwachsenenbildungsprogramm.
00:07:05: oder habe ich das falsch verstanden?
00:07:08: Ja, wir sind inzwischen in Relativ vielen Lebenswelten unterwegs, fangen an in der Kita, gehen weiter über die Schule, sind inzwischen auch an Universitäten und Fachschulen tätig, auch beim Unternehmen.
00:07:24: Wir versuchen auch gemeinsam mit Kommunen im öffentlichen Raum Ackerflächen zu schaffen, um die städtische Community sozusagen auf den Acker zu bringen und auch da wieder mehr Bezug zur Natur und Lebensmittel herzustellen.
00:07:41: und gehen sogar weiter bis in die Lebenswelt von Seniorinnen, sprich in Pflegeeinrichtungen und haben den Pflegeacker.
00:07:49: Und so haben wir über den ganzen Lebensbogen hinweg verschiedene Programme, die wir anbieten, um immer in der Lebensrealität der Menschen einen konkreten praktischen Ort zu schaffen, der sich einfügt in den Alltag der Einrichtungen und dort eben das ganze Jahr über geaccord werden kann, sich die händeträglich gemacht werden können und man eben diesen ganzjährigen Prozess miterleben kann.
00:08:20: Was erlebt ihr da so?
00:08:21: Bitte nimm uns doch mal mit zu einem konkreten Beispiel, wo du sagst, ja, das spiegelt das ganz deutlich wieder, was wir da so für Feedback kriegen von den Kindern oder von den Erwachsenen.
00:08:32: Egal.
00:08:34: Das ist eine sehr große Frage.
00:08:37: Dadurch, dass die Kinder und aber auch die Erwachsenen Das ganze Jahr auf dem Ackerverbring, also nicht permanent, aber wir sind eigentlich alle Programme, sind als ganz ihres Programme angelegt, sodass wir schon früh im Jahr uns mit der Frage beschäftigen, wie muss eigentlich ein Boden vorbereitet werden, damit er entsprechend gepflanzt werden kann, dass er entsprechend das Sachen ausgesehen werden können.
00:09:11: Das heißt also, wir fangen schon sehr früh im Jahr an, auch konkrete Erlebnisse zu schaffen, indem wir, wie bereiten wir den Boden vor, wie richten wir so ein Acker ein, wie viele Beete brauchen wir, was kommt in so ein Beet rein, was können wir im März und April schon quasi aussehen oder auspflanzen, was aber noch nicht?
00:09:32: und haben dann über das Jahr hinweg verschiedene Pflanzzeiträume und in denen kommen unterschiedliche Kulturen.
00:09:41: Auf den Acker bis zu dreißig übers Jahr hinweg unterschiedliche Gemüsekulturen und gehen dann bis in den Spätherbst Frühwinter hinein, wo dann der Acker winterfest gemacht wird.
00:09:52: Und da decken wir ihn zu mit einer sogenannten Mulchschicht.
00:09:55: Das ist eine Schicht aus verschiedenen organischen Materialien, Laub, Rasenverschnitt usw.
00:10:03: Und dann wird er zugedeckt, sodass die... Lebewesen, die im Boden dafür sorgen, dass wir einen sehr fruchtbaren und gesunden Boden haben, weiterhin im Winter auch ihr Werk verrichten können und eben nicht vom Frost heimgesucht werden.
00:10:21: Aber es ist dann wirklich so, das meinte ich jetzt nämlich eigentlich, dass ein Kind eine Möhre aus der Erde zieht und reinbeißt und sagt, das schmeckt ja viel besser als die, die aus dem Supermarkt kommt, weil diese Erlebnisse hatte ich häufig, wenn ich Sachen angepflanzt habe, ob es jetzt für mich war oder auch mit meinem Sohn, dass sie einfach, wenn man sie selber gezüchtet oder gepflanzt hat, dass sie dann viel besser schmecken, als wenn man sie eingekauft hat.
00:10:44: Ja, definitiv, also da... machen wir sehr schöne Erfahrungen mit den Kindern, aber auch Erwachsenen, würde ich sagen.
00:10:52: Ich habe auch, als ich angefangen habe, war ich selber sieben und dreißig und jetzt sagen, ich habe zu der Zeit auch sehr, sehr viel Neues noch dazu gelernt.
00:11:02: Und es ist total spannend.
00:11:03: natürlich, entwickeln sich... bei den Kindern ganz spannende Erkenntnisse, wenn sie in ganzes Jahr über diesen Prozess begleiten.
00:11:13: und wenn wir jetzt bei der Möhre bleiben, die Möhre wird im März-April ausgesehen und hat einen relativ langen Pachstumszeitraum bis September oder die Möhre erst geerntet werden kann.
00:11:28: und natürlich schmeckt die Möhre direkt vom Acker in den Mund am allerbesten.
00:11:34: Und noch besser schmeckt die Möhre, wenn sie nicht typischerweise, so wie wir das aus den Supermärkten kennen, Kerzengrade ist.
00:11:41: Sondern wenn die Jegrummer die Möhre ist, desto interessanter wird sie für Kinder am Ende.
00:11:45: Und das ist eben auch was ganz Spannendes, dass Kulturen oder Knuppelgemüse sagen wir dazu, dass im Supermarkt so gar nicht zu finden ist, weil es eben nicht in die Norm passt.
00:11:58: besondere Neugier bei den Kindern erweckt und die krumme Möhre schmeckt immer am besten.
00:12:04: Das ist tatsächlich so.
00:12:08: Und die Möhre ist aber nur eins von vielen Beispielen.
00:12:10: Es kommen dann auch Zitate von Kindern wie, ach, das ist Spinat.
00:12:13: Ich dachte, das sind die eckigen Klotze aus der Tiefkühltruhe.
00:12:18: Ich habe dieses Jahr von einem Kind, von einem kleinen Mädchen erfahren.
00:12:21: Ich meine die so sieben oder acht Jahre, die ihrem Leben noch nie eine Kartoffel gegessen hat.
00:12:27: Sie mochte einfach keine Kartoffeln.
00:12:30: Warum und weshalb, kann ich dir nicht mal sagen.
00:12:34: Aber was spannend war, wir versuchen innerhalb der einzelnen Gemüsekulturen immer mehrere Sorten auch mit den Kindern anzubauen.
00:12:44: So bei den Kartoffeln beispielsweise auch lila Kartoffeln.
00:12:48: Also sehr lila fleischige Kartoffeln und eben nicht nur die normalen klassischen gelbfleischigen Kartoffeln.
00:12:55: Und allein die Tatsache, dass die Kartoffel lila war, hat eine derartige Neugier bei den Mädchen geweckt, dass sie die natürlich probieren musste.
00:13:04: Und sie fand die Kartoffel so lecker, dass sie gesagt hat, ab jetzt ist sie immer Kartoffeln.
00:13:10: Und das sind einfach sehr, sehr schöne, griffige und plastische Beispiele dafür, was alleine andere Farbe bewirken kann.
00:13:23: Und natürlich auch die Tatsache, dass sie die selber eingepflanzt am Ende geerntet hat, hat sie auch einen Beitrag dazu geleistet, dass sie das Gemüse probieren wollte.
00:13:32: Und das ist, was wir viel hören von Lehrkräften und Erzieherinnen, dass die Kinder tatsächlich Gemüse essen, dass sie vorher nicht angelangt haben, allein aufgrund der Tatsache, weil sie es selber angepflanzt und gepflegt und gehegt haben.
00:13:49: Und natürlich wollen sie am Ende das auch selber probieren.
00:13:53: Aber natürlich ist auch klar, dass nicht jedes Gemüse jedem Kind auf Anhieb schmeckt.
00:13:58: Dass dann schon mal auch ein Dä oder ein E kommt.
00:14:01: Aber spannend ist eben, dass sie alles probieren und sich an alles ran trauen.
00:14:06: Und das ist ja das, was wir auch erreichen wollen.
00:14:09: Ja.
00:14:10: Nun stelle ich mir das ein bisschen schwierig vor.
00:14:12: zum einen, ob an jeder Schule oder Kita es überhaupt möglich ist, dass man dort was anpflanzt.
00:14:19: Und zweitens, dass das Projekt dann immer so in den Lehrplan reinpasst.
00:14:24: Könnt ihr das immer realisieren?
00:14:25: Auch in der Großstadt, dass da irgendwo ein Hochbeet entsteht, wo man was anpflanzen kann, ist das immer möglich?
00:14:30: Und ist das immer möglich, das innerhalb des Unterrichts einzubringen?
00:14:34: Oder sind das dann doch eher die klassischen Schulgarten AGs, die das dann machen?
00:14:39: Wann jetzt mehr Fragen?
00:14:40: Ich fange mal mit der Frage an, kann überall ein Acker entstehen?
00:14:45: Da können wir sagen, ja.
00:14:49: Hier gilt das Prinzip, wo ein Wille ist, findet sich oft auch ein Weg.
00:14:54: Natürlich gibt es Schulen, die schwierige Voraussetzungen haben, um auf dem Gelände einen Acker zu etablieren.
00:15:02: Wir haben wenige Fälle, das sind wirklich aber wenige Fälle, wo der Acker außerhalb des Schulgeländes ist, wo wir dann nahe dem Schulgelände eine Fläche suchen, was uns auch oft gelingt.
00:15:15: Wir haben aber auch Einzelfälle, wo in mehreren Hochbeten geackert wird, was wir immer nur als wirkliche Notlösung im Betracht ziehen, weil am Ende sollen die Kinder den Boden kennenlernen.
00:15:29: Und ein Hochbet ist natürlich so ein bisschen ein steriles Umfeld, wo nicht das erlebt werden kann, was ein richtiger Boden normal hergibt.
00:15:40: Und wir
00:15:40: haben aber auch die Fälle, wo Schulen auf dem Gelände gar keine Optionen haben, wo dann die Schulgemeinschaft Schulhoffläche entziegelt.
00:15:48: Also es gibt Fälle, zum Beispiel ein Gymnasium in München hat da die Schülerschaft in den Sommerferien ein Teil der Schulhoffläche selber entziegelt um am Ende eine Ackerfläche zu schaffen, auf der eigenes Gemüse angebaut werden kann.
00:16:06: Wir haben aber auch Brandenburgfälle, wo natürlich dann auch gemeinsam mit dem Träger eine relativ große Fläche, meine, dreihundert Quadratmeter, entsiegelt wurde.
00:16:17: Also auch solche Fälle gibt es und mehren sich, weil das Thema naturnahe Schulhofgestaltung natürlich auch immer stärker in den Mittelpunkt rückt, nicht nur aus einer Perspektive vom pädagogischen Mehrwert, sondern natürlich auch aus gesundheitlicher Perspektive, um Beschattungen zu schaffen, um Klimaresilienter zu sein, auf dem Schulgelände auch speziell im Kontext von Ganztag ist das natürlich ein Thema, was zunehmend wichtiger wird, bei zunehmend auch steilenden Temperaturen, die wir ja feststellen.
00:16:53: Genau das ist das eine dazu.
00:16:55: Also wenn die Schule ackern will, dann finden sich auf jeden Fall Mittel und Wege, dann auch sich eine entsprechende Ackerfläche zu schaffen.
00:17:07: und dann ist es.
00:17:08: Was die Integration am Lernort betrifft, ist immer unser oberstes Ziel, dass es in den Regelunterricht integriert ist.
00:17:15: Natürlich in den dafür relevanten Fächer, die ich vorhin schon aufgezählt habe, Sachkunde, Unterricht, Biologie, Biografie, Erdkunde und so weiter.
00:17:28: Aber was wir auch machen, um den Acker als Lerngarten an Schulen zu etablieren, dass wir versuchen auch fächerübergreifend.
00:17:38: den Lernung zugänglich zu machen und so bieten wir inzwischen auch Lerneinheiten zum Beispiel für Mathe auf dem Acker an.
00:17:44: Weil der Acker an uns bis sich natürlich eine sehr wertvolle Lebensrealität bietet, nämlich repräsentiert der Acker was uns alle mehrmals am Tag angeht, nämlich wir müssen uns alle mehrmals am Tag im besten Fall ernähren und Essen zu uns nehmen.
00:18:02: und deswegen hat natürlich ein Acker, wo natürlich Lebensmittel Wachsende einen besonders hohen Bezug zur Alltagsrealität auch schon von Kindern.
00:18:12: und diese Lebensrealität viel stärker zugänglich zu machen, um auch abstrakte Bildungsinhalte wie zum Beispiel Mathematik verständlicher und greifbarer am wahrsten Sinne des Wortes zu machen, bietet natürlich eine unfassbar großes Potenzial.
00:18:29: Wir haben auch Unterrichtseinheiten für Deutsch, für Englisch, für Musik, für Eigentlich für jedes Fach.
00:18:36: mittlerweile gibt es Möglichkeiten, wie man die Lernziele und Bildungsinhalte übertragen und übersetzen kann auf die Lebensrealität Lerngarten.
00:18:48: Und das ist das große Ziel, das eben die ganze Schulgemeinschaft am Ende diesen Lernort versteht als ein Ort, an dem Dinge spielerisch erkundet, erprobt.
00:19:01: ausprobiert werden können, mit Einzelnen erlebbar gemacht werden können.
00:19:05: und das ist das was wir versuchen den Schulen, also dieses Potenzial den Schulen zugänglich zu machen, aber natürlich gibt es Schulen die anfangen oder starten mit einer Garten AG oder eine Acker AG, aber dann schon auch versuchen das in den Unterrichtsalltag zu überführen.
00:19:27: und ich meine dass die aktuellen Zahlen, also es sind weit über fünfzig Prozent, sechszig, fünfzig Prozent, glaube ich, aller Teil in den Schulen, die den Acker auch im Regelunterricht nutzen.
00:19:42: Toll.
00:19:44: Bietet ihr da Lehrmaterialien, die ihr sozusagen ausgibt?
00:19:47: oder ist es so, dass immer ein Acker Mitarbeiter vor Ort ist, der da unterrichtet?
00:19:54: Nie.
00:19:55: Also wir sind gar nicht vor Ort, sondern es ist ein... Wie sagt man heutzutage Train-to-Trainer-Ansatz, in dem wir verfolgen so
00:20:04: als
00:20:05: on the job.
00:20:06: Also wir bewegen die Lehrkräfte on the job.
00:20:09: Und auch wenn wir viel über die Kinder sprechen, die am Ende dieses Erlebnis haben, aber die Lehrkräfte sind diejenigen, die dieses Erlebnis gestalten.
00:20:18: Also unsere Kernzielgruppe, wenn du so willst, ist denn eigentlich die Lehrkräfte und die Erzieherinnen und Schulleitungen, Kita-Leitungen, die wir bewegen.
00:20:28: und die wir darin unterstützen, das mit den Kindern bestmöglich und so wirkungsvoll wie möglich umzusetzen.
00:20:35: Und dafür geben wir Lehrkräften Erzieherinnen, ich sag gern, ein rundum Sorgungspaket an die Hand und die Hürte in das Programm zu starten, so niedrig wie möglich anzusetzen, also dass der Sprung auf den Acker oder ins kalte Wasser den Lehrkräften und jetzt hierhin so angenehm und so einfach wie möglich gemacht wird, weil das ist das, was es natürlich braucht, um Vorurteile abzubauen, um bestimmte Ressentiments abzubauen, müssen wir unsere Zielgruppe ins Rausprobieren bringen.
00:21:14: dahin bringen, dass sie Erfahrungen sammeln und dann eben feststellen, dass es eben doch funktioniert, dass es Spaß macht, dass es ihren Alltag erleichtert, dass es total wertvoll ist, wenn Kinder auch mal aus einem Klassenraum rauskommen, um auch sich auszuturpen, um sich zu bewegen, an der frischen Luft zu sein, die händeträglich zu machen.
00:21:33: Und das ist auch das Feedback von Lehrkräften, die am Anfang sehr zurückhaltend sind, sich dann aber trotzdem wagen, trauen, den Mut haben zu starten, das die uns dann nachnehmen.
00:21:43: Ja, nach einem ersten Jahr auch oft spiegeln, dass sie so happy sind, dass sie diesen Schritt gewagt haben, weil die Ackerstunde nicht nur ihnen total gut tut, sondern sich auch feststellen, wie gut es den Kindern tut und dass die Klasse eben nach der Ackerstunde im Klassenzimmer häufig auch eine ganz andere ist als davor.
00:22:02: Und das kann ich an meinem eigenen Erleben auch feststellen.
00:22:06: Ich war immer heute, sagt man, glaube ich, verhaltensauffällig.
00:22:10: Ich war früher im Unterricht sehr verhalten auffällig, aber einfach aufgrund der Tatsache, dass ich nicht wusste, wohin.
00:22:14: mit meiner Energie, also den ganzen Tag zu sitzen und ruhig zu sitzen, zuzuhören, ist mir extrem schwer gefallen.
00:22:21: Und dann musste natürlich die Energie irgendwo hin und die ist dann natürlich in irgendwie Blödsinn und Scharbenack gemündet, was dazu führt hat, dass ich eben eigentlich mehr Form als im Klassenzimmer saß.
00:22:36: Und ich glaube, mir hätte das Auto total gut getan, regelmäßig Stunden zu haben, draußen, in der Natur, wo theoretische Inhalte praktisch erfahrbar werden, wo meine Energie irgendwie im Kanal bekommt.
00:22:47: Und dann wäre es mir, glaube ich, auch wieder einfacher gefallen, im Klassenzimmer ruhig zu sitzen, in der Mathe Stunde.
00:22:54: Das glaube ich gerne.
00:22:55: Nun hast du vorhin erzählt, ihr seid gegründet worden in Nordrhein-Westfalen.
00:23:00: Gibt es euch mittlerweile überall?
00:23:01: Ihr seid, glaube ich, sogar auch in der Schweiz und in Österreich präsent, oder?
00:23:05: Wie
00:23:05: groß seid ihr jetzt mittlerweile?
00:23:06: Das ist richtig eine kleine Korrektur.
00:23:08: Also Christoph kommt aus Nordrhein-Westfalen, gegründet hat er es aber in Potsdam.
00:23:13: Vereinssitz ist in Potsdam und unser Hauptbüros aber in Berlin.
00:23:19: Also unser Vereinssitz, würden wir sagen, ist in Berlin.
00:23:23: Und richtig, wir sind seit, ich kenne die Jahreszahlen tatsächlich jetzt gerade nicht sagen, auch in einigen Jahren, auch in der Schweiz und in Österreich aktiv.
00:23:32: Das sind beides auch... eigenständige Organisationen.
00:23:37: In Österreich ist es eine gemeinnützige GmbH.
00:23:41: In der Schweiz ist es auch ein Verein, die aber sehr selbstständig autark unterwegs sind und wo wir natürlich die Programme inhaltlich auch auf die Besonderheiten und Eigenheiten des Satzmann der Länder sprachlich angepasst haben, auch dort natürlich an die etwas anderen Lehrpläne angepasst haben.
00:24:03: so dass wir dort natürlich die Zielgruppe bestmöglich bedienen können.
00:24:07: Schön.
00:24:07: Wie finanziert ihr euch denn jetzt hier in Deutschland?
00:24:10: Nehmen wir mal dann doch als Beispiel am besten.
00:24:12: Wie finanziert ihr den Verein und mit was für Partner arbeitet ihr da vielleicht auch zusammen?
00:24:18: Das ist eine sehr spannende Frage, Bierte, weil das sehr divers ist und viele immer überrascht, wie vielfältig unsere Partnerlandschaft ist, die uns da unterstützen.
00:24:30: Also wir haben im Grunde fünf große Säulen auf den wir finanziellen Fusen und diese Diversität ist uns tatsächlich auch sehr wichtig, um eben nicht in starke Abhängigkeiten zu geraten und eben auch solider aufgestellt zu sein.
00:24:49: Und die erste Säule liegt natürlich sehr nahe entsprechende Stiftungen, die Kinder fördern, die Nachhaltigkeit fördern, die Gesundernährung fördern, die Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Fördern, Bildung, allgemein etc.
00:25:08: Die zweite Säule sind Unternehmen, die über Spenden und Sponsoring unterstützen.
00:25:15: Da ist die Süd zum Beispiel ein sehr großer und relevanter Partner, aber wir haben auch kleinere Unternehmen, die dann sehr lokal sind.
00:25:26: die Schule oder Kita um die Ecke unterstützen, wo dann die Tochter oder der Sohn des Geschäftsführers oder Inhabers auf die Schule geht, auch solche Fälle gibt es.
00:25:35: Und dann haben wir als dritte Säule öffentliche Fördermitteln, also von Bund, Ländern und Kommunen, also auch Gelder der öffentlichen Hand.
00:25:47: Und die vierte Säule, das ist tatsächlich auch die aktuelle größte Säule, sind Präventionsmittel.
00:25:55: Das heißt Krankenkassen, die uns an der Stelle fördern mit Mitteln aus dem Präventionstöpfen im Setting.
00:26:04: Schule, Kita und Universität, aber auch Pflegeeinrichtungen werden durch uns Präventionspartner gefördert und finanziert.
00:26:15: Klar, weil wir natürlich sehr stark im Bereich Ernährungsbildung Nährungsbedingte Krankheiten präventiv ansetzen, aber auch Bewegungen, mentale Gesundheit sind Schnittmengen, die wir durchaus bedienen.
00:26:30: Und deswegen sind das sehr wichtige Parten.
00:26:34: Und die fünfte Säule, auch keine Unwichtige, ist, dass jeder Lernort, der am Bildungsprogramm teilnimmt, auch einen Eigenanteil bezahlt, was natürlich noch mal eine ganz andere Verbindlichkeit.
00:26:46: und Ernsthaftigkeit mit sich bringt.
00:26:49: Und natürlich auch, also ein Lernort wie der Acker ist am Ende auch wie eine Tonnhal- oder ein Klassenzimmer.
00:26:58: Das sind laufende Kosten, die entstehen.
00:27:00: Ich vergleiche es mal mit den Standhaltungskosten.
00:27:02: Es muss eben mal eine neue Schaufel oder Spaten her.
00:27:05: Es müssen Jungpflanzen sagen, wo die das gekauft werden.
00:27:08: Insofern ist schon auch wichtig, den Lernort auch budgetärmig zu denken.
00:27:12: Ihr deckt ja schon ein ganz schön breites Feld ab.
00:27:15: Wenn ich jetzt so mitbekomme, es geht bei euch um Ernährung, Gesundheit, Bewegung, Bewusstsein schaffen für Lebensmittel, Wertschätzung von Lebensmitteln.
00:27:27: Das ist total toll, was ihr da macht und was ich auch total toll finde.
00:27:30: Ihr habt so drei Werte, nach denen ihr arbeitet.
00:27:33: Vielleicht kannst du das mal erklären, was damit gemeint ist.
00:27:35: Ich habe es im Internet gefunden und ich fand, es hört sich sehr vielversprechend an.
00:27:39: Leidenschaft, Wirksamkeit und Verlässlichkeit.
00:27:42: Wie setzt
00:27:43: ihr das um?
00:27:46: Ja, also, damit es natürlich nach außen alles so gut klappt und so schön aussieht, wie dir das auch aufgefallen ist.
00:27:56: braucht natürlich ein stabiles internes Fundament und das Fundament sind am Ende natürlich auch unsere Werte, die uns bei Acker verbinden und die unser gemeinsames Handeln verknüpfen und tragen.
00:28:09: und Leidenschaft als eine werte Gruppe, also Leidenschaft ist ein Überbegriff, da versteckt sich eine ganze werte Gruppe dahinter, begeistert, authentisch und auch positiv.
00:28:23: und wir haben jede Wertegruppe auch mit einem Hashtag versehen und Leidenschaft hat den Hashtag mit Herz und Spaten und das soll heißen, dass wir die Dinge nicht nur mit Herzblut angehen, sondern eben auch immer mit einem Pragmatismus, dass wir Dinge gern ausprobieren, nicht so viel in der Theorie verharren, sondern einfach testen, ausprobieren, reflektieren, dass wir eine sehr ausgeprägte Fehlerkultur haben.
00:28:55: weil wir der Meinung sind und ganz fest an glauben, dass nur durch Fehler wir auch eine sehr, sehr gute proaktive Entwicklung gestalten können in der Gesamtorganisation und aber trotzdem... Bei AquaSeeder begeistert, oder ich würde sagen fast alle, nicht jeden Tag vielleicht, aber sehr großen Anteilen sind alle schon sehr begeistert dabei und es drückt sich natürlich auch der Liebe zum Detail aus, was an ganz vielen Stellen sichtbar wird, ob das jetzt auf der Website ist in den Bildungsprogrammen bei unseren Veranstaltungen.
00:29:30: Aber wir auch total Wert darauf legen, dass jeder so sein darf, wie er ist.
00:29:34: also sehr authentisch auch hier bei Akkus sein darf und wir aber trotzdem auch versuchen, positiv in die Zukunft zu blicken, was natürlich in der heutigen Zeit ganz besonders wichtig ist, wo sehr viel Destruktives unterwegs ist, sehr viel Polarisierendes und wir versuchen in dieser Gemengelage einfach mit einem positives Vorbild lösungsorientiert für eine bessere Zukunft unserer Kinder und das ist so das, was Hinter Leidenschaft steckt und Wirksamkeit, man hat den Hashtag Chucker.
00:30:12: Wirkung und Wirksamkeit ist ohnehin fest ganz fest in der DNA von Acker verankert.
00:30:18: Also die Wirkung und Wirksamkeit ist quasi mit dem ersten Spatenstich bei Acker fest verankert.
00:30:27: Und das hat natürlich den Hintergrund, dass Christoph einfach auch aus der Wissenschaft kommt und dann natürlich auch sehr wissenschaftlich.
00:30:34: orientiert, wer die Gestaltung von Acker angegangen ist.
00:30:38: und gleichzeitig fördern wir mit Wirksamkeit aber auch das Ambitionsniveau, weil wir sagen okay wir wollen die Wirkung verbessern.
00:30:48: jede eingesetzte Euro, die am Ende natürlich auch oft aus öffentlichen Mitteln kommt oder von Unternehmen gespendet wird oder Privatpersonen zum Teil auch oder Präventionsmitteln, also das ist Wir nehmen quasi diese Mittel, die uns zur Verfügung stehen, schon sehr ernst und jede Euro soll maximale Wirkung entfalten.
00:31:08: Das heißt, wir gehen die Sache auch sehr, sehr unternehmerisch an.
00:31:14: Und das ist, ich komme selber aus einem, wir haben inzwischen DAX-notierten Konzern, habe dort neunzehn Jahre gearbeitet und mir war es tatsächlich wichtig bei dem Wechsel in einem gemeinnützigen Verein, dass diese unternehmerische Anspruch und dieses Ambitionsniveau auch wirklich unternehmerisch Dinge zu lösen und anzugehen, was ist, was aber würde ich schon sagen auch auszeichnet im Sektor und wo ich sage, da glaube ich, können viele andere NGOs sich auch noch weiter entwickeln, um viel unternehmerischer und auch systemischer an bestimmte gesellschaftliche Herausforderungen heranzugehen und dem Anspruch.
00:31:58: gerechtet zu werden.
00:31:59: Wie setzen wir eigentlich die finanziellen Ressourcen, die wir bekommen, in Wirkung um?
00:32:05: Oder wie übersetzen wir die in Wirkung?
00:32:07: Genau, das ist so das, was sich unter der Wertekruppe Wirksamkeit verbindet.
00:32:12: Und zu guter Letzt haben wir das Thema Verlässlichkeit, wie du auch schon gesagt hast.
00:32:15: Und da hinter verbürgt sich der Hashtag Ehrensache, also Ehrensache mit Eh wegen der Ehre, die auf dem Acker zu finden ist.
00:32:26: Wir lieben natürlich auch Wortspiele und den Acker.
00:32:28: Das ist ja vielleicht schon aufgefallen.
00:32:30: Ja,
00:32:30: das finde ich aber super.
00:32:32: Genau und da geht es darum, dass wir am Ende natürlich respektvoll mit unseren Ressourcen umgehen, mit natürlich auch uns selber, dass wir bodenständig bleiben bei allem Erfolg, den Acker die letzten Jahre hatte, dass wir das eben nicht als selbstverständlich verstehen, sondern uns immer wieder zurück bis hin, wo wir herkommen.
00:32:52: Und da auch sehr ehrlich miteinander umgehen, uns immer wieder in die Augen blicken, sind wir eigentlich noch im richtigen Weg.
00:32:59: Oder ist es vielleicht auch wichtig, gerade in Zeiten, in denen wir erfolgreich sind, uns auch kritisch zu hinterfragen.
00:33:06: Oft passiert es ja meistens dann, wenn es nicht mehr so gut läuft, dass man sich sehr kritisch hinterfragt.
00:33:13: Aber das ist bei uns tatsächlich auch ein wichtiger Wert, das auch in Zeiten des Erfolgs zu tun.
00:33:19: Und wie Christoph jetzt sagen würde, vor der Welle zu sein und nicht auf oder sogar hinter der Welle, um ja mit Weitsicht und guten Weitblick am Ende auch zu agieren.
00:33:34: Der Christoph scheint den Surfer zu sein.
00:33:37: Ja, okay.
00:33:38: Ich glaube nicht.
00:33:39: Also auf der Ackerwelle vielleicht.
00:33:43: Genau, die Ackerwelle.
00:33:44: Du hast es gerade eben schon gesagt, ihr seid sehr erfolgreich mit dem, was ihr in den letzten elf Jahren gemacht habt.
00:33:50: Ich mag ja ganz gern zahlen.
00:33:51: Hast du ein paar Zahlen für uns, wie oder wen ihr da in den letzten Jahren alles schon erreichen konntet mit euren Taten?
00:33:58: Also wir sind dieses Jahr an über tausend acht hundert Lernorten aktiv.
00:34:02: Das ist die Summe von Schulen und Kitas, die uns Programme derzeit aktiv umsetzen.
00:34:09: Wenn wir die nehmen, die das Programm gemacht haben, umgesetzt haben.
00:34:15: Und jetzt schon selbstständig weiterackern, wie aber quasi keinen konkreten Kontaktpunkt mehr haben.
00:34:21: Dann sind es sogar noch mehr, würde ich sagen.
00:34:25: Aber wir haben achttausend, achthundert aktive Lernorte.
00:34:29: Und bislang haben über vierhunderttausend Kinder ein Ackernjahr erlebt.
00:34:35: Eben von Bodenvorbereitung, über Aussaatpflege, Ernteverwertung, Vermarktung bis hin zum Mulch in den Winter.
00:34:45: zum Eindecken des Akkers diesen Prozess miterlebt.
00:34:49: Genau, und das sind tatsächlich auch Zahlen, die uns sehr stolz machen und natürlich auch zeigen, dass es funktioniert.
00:34:56: Weil Christoph natürlich also gestattet ist mit der Idee, müde belächelt wurde und glaube ich, wenige zugetraut hätten, dass Acker derart erfolgreich sein kann.
00:35:06: und das macht uns natürlich super stolz und zeigt natürlich, dass A das Interesse da ist, dass es funktioniert und dass es... normal sein sollte, dass alle Kinder das erleben.
00:35:18: Und das ist ja auch das Ziel, wo wir hinwollen.
00:35:21: Genau.
00:35:21: Dass der Acker so selbstverständlich wie die Turnhalle ist oder der Sandkasten.
00:35:25: Eine meiner nächsten Fragen.
00:35:27: Was ist denn eure große Vision?
00:35:28: Ist es das?
00:35:29: Ja, jedes Kind.
00:35:30: Vor vier Jahren haben wir das Ziel ausgerufen, zwanzig, dreißig jedes Kind.
00:35:35: Und es meint, dass wir bis zwanzig, dreißig tatsächlich dahin kommen wollen, dass es eher noch unnormal ist, wenn Kinder nicht akkern.
00:35:43: und dass es Normalität wird, dass Kinder im Bildungsalltag einen Lerngarten haben, wo sie Natur mit allen sind, das ganze Jahr überleben können.
00:35:55: Und das ist ein sehr ambitioniertes Ziel, aber ambitioniert hatten wir ja auch gerade schon in den Werten.
00:36:00: Ob wir es erreichen, steht natürlich in den Sternen, weil da gehört natürlich noch ein bisschen, oder haben wir noch ein bisschen was vor uns, ist natürlich ein ziemlich dickes Brett.
00:36:13: was wir da bohren wollen, aber das ist das, worauf wir hinaus wollen, dass wir Acker selber überflüssig machen, dass es eben im System übergeht, dass die Lücke, die Christoph entdeckt hat, geschlossen wird mit der Lösung, die wir entwickelt haben, die zeigt, wie es geht, dass die vom System selber übernommen wird und Acker vielleicht in der Zukunft, in der Form, wie es uns heute gibt, zumindest die Bindungsprogramme, so nicht mehr gebraucht werden, als im Bindungssystem.
00:36:42: aufgegangen ist.
00:36:43: Schön.
00:36:44: Ihr wollt euch also selber abschaffen.
00:36:45: Das ist, höre ich ganz oft von Initiativen wie Euren, dass ihr einfach wollt, dass es in den Alltag übergeht.
00:36:51: Was ja toll ist.
00:36:52: Was ist denn eure größte Herausforderung aktuell?
00:36:56: Die größte, okay.
00:36:59: Kannst mir auch ein kleines Staffel der einzelnen Herausforderungen geben.
00:37:06: Also es sind glaube ich, es sind sehr unterschiedliche Herausforderungen.
00:37:10: Ich würde sagen, die größte Herausforderung ist natürlich, dass Das Thema, also dass Kinder einfach keine gute Lobby haben, dass einfach andere Kräfte am Werk sind, in denen die in starke Konkurrenz um die Aufmerksamkeit wichtiger Entscheidungsträgerinnen mit uns stehen und einfach andere Mittel zur Verfügung haben, um ihre Stimme gehört zu verschaffen und dass wir natürlich jetzt auch eine Saunerausforderung, eine Lösung anbieten, die natürlich erst langfristig ihre Wirkung sichtbar machen wird.
00:37:50: Also wir haben keine low hanging foods im Angebot, dass wir sagen wir setzen heute das mit den Kindern um und ab morgen können wir ja die Reduzierung von den Gesundheitsausgaben feststellen, sondern dass Kinder die eben heute mit entsprechenden Ernährungsgewohnheiten ausgestattet werden oder Ernährungskompetenzen ausgestattet werden um sich eben dann im Älterwerten auch besser ernähren und weniger ernährungsbedingte Folgekrankheiten entwickeln.
00:38:21: Diesen Effekt werden wir erst in zwanzig, dreißig, vierzig Jahren feststellen.
00:38:26: Von dem, was wir heute machen, das ist natürlich auch eine Schwierigkeit, die wir haben, dass wir nicht die Quick Wins bieten können.
00:38:32: Ja, und dass wir natürlich, und dass die finanziellen Ressourcen an allen Äkronen sehr knapp bemessen sind, gerade im Bildungssystem, das ist ja noch nie mit besonders viel.
00:38:44: finanziellen Mitteln ausgestattet wurde, was sich verbessert in den letzten Jahren, also ich nenne es auch Themen wie Start-Chancen-Programmen, also da passiert schon was, aber der Investitionsstau ist natürlich so enorm im Bildungssystem, dass wir da trotzdem natürlich im Wettbewerb mit vielen anderen wichtigen Sachen stehen, wenngleich wir im Verhältnis natürlich sehr sehr wenig Geld brauchen, um was wirklich Wirklichwirkungswollen im Lärmort zu etablieren.
00:39:17: Also wenn wir mal uns anschauen, dass wir da über sechzig Euro pro Kind und Jahr sprechen und wenn wir dann gucken, was so ein Schulausflug pro Kind kostet, was auch total wichtig und nett und schön ist für Kinder, aber am Ende natürlich bei Weitem nicht die Wirkung entfaltet.
00:39:37: Dann würde ich sagen, müssen wir vielleicht trotzdem überlegen, ob wir da die Prioritäten einmal überdenken.
00:39:43: Aber das sind so schon die zentralen Herausforderungen, somit Blick auf dieses große Ziel, was wir haben, neben den vielen kleinen Herausforderungen, die sich tagtäglich ergeben und die auch regional, deutschlandweit zum Teil sehr unterschiedlich sind, mehr man den einstellen will.
00:40:00: Zu viele Nachfrage und zu wenige Förderpartner.
00:40:03: Auf der anderen Seite haben wir Mittel zur Verfügung, aber weniger Interesse bei Lernorten.
00:40:09: Wir haben Ehrenamtliche, die uns ja bei der Umsetzung unterstützen.
00:40:13: Auch da gibt es Regionen, wo uns der Gewinn von Ehrenamtlichen sehr leicht fällt oder wo es sehr gut funktioniert.
00:40:21: Und dann gibt es andere Ecken in Deutschland, wo niemanden finden, der uns in der Umsetzung unterstützt.
00:40:26: Das sind so die Herausforderungen, sagts mal, des Alltags, aber so die großen Herausforderungen mit Blick auf das Ziel, würde ich schon sagen.
00:40:40: Ihr veranstaltet ja auch das
00:40:42: Ackerfestival.
00:40:44: Was verbirgt
00:40:45: sich dahinter?
00:40:46: Das ist auf jeden Fall was, was man auch sehr schnell im Internet findet, wenn man Acker recherchiert.
00:40:54: Ja, das Ackerfestival haben wir das erste Mal so richtig.
00:40:59: Also wir haben das einmal erprobt, zwanzig, einundzwanzig.
00:41:02: Corona-Zeiten, da war das so ein hybrides Format.
00:41:05: Da hatten wir es vor Ort, ein paar wenige.
00:41:09: Personen, die auf der Bühne saßen und die Zuschauerinnen damals waren alle am Bildschirm, das war eher so ein Livestream.
00:41:18: Wir haben das erste Mal so ein bisschen erprobt und getestet und haben festgestellt, dass es sich lohnt, ein bisschen intensiver mit der Materie zu beschäftigen.
00:41:29: Einfach, um ihr neue Zielgruppen zu erreichen, so ein bisschen raus aus der Bubble auch zu kommen, das ist glaube ich so das größte.
00:41:39: Ziel, was wir mit dem Ackerfestival anstreben, auch unterschiedlichste Zielgruppen miteinander zu verknüpfen, die ist das mal beim Thema Ernährung, Landwirtschaft ja alle eine Rolle spielen, wenn wir uns das mal die komplette Wertschöpfungskette anschauen.
00:41:57: Und die irgendwie alle zusammenzubringen und eine Idee zu entwickeln, wie kann denn das Ernährungssystem von morgen aussehen und welche Rolle spielt Bildung dabei, aber welche Rolle spielt Wissenschaft dabei, welche Rolle spielt die Ernährungsindustrie dabei, welche Rolle spielen die landwirtschaftlichen Betriebe dabei, die weiterverarbeitenden Betriebe, Medien, Kulturschaffende.
00:42:20: Also Ernährung geht uns ja glücklicherweise alle was an.
00:42:23: Das macht es auf der einen Seite natürlich.
00:42:25: ein Stück weit einfach, aber gleichzeitig auch sehr kompliziert, weil es so ein großes Thema ist und ein sehr emotionales Thema ist.
00:42:35: Jeder glaubt ja am besten zu wissen, wie Ernährung funktioniert.
00:42:41: Wir könnten jetzt glaube ich mal gucken, wie viele Diäten uns über den Weg laufen, wenn wir mal googlen würden.
00:42:47: Also es gibt glaube ich tausende Vermeinungen zu und das zeigt natürlich auch, dass das ein super komplexes Umfeld ist.
00:42:55: dass natürlich auch stark emotionalisiert ist und super viele Meinungen gibt.
00:43:01: Dann haben wir das erste Mal eigentlich letztes Jahr gemacht zum zehnjährigen Jubiläum von Acker.
00:43:06: Da haben wir das kombiniert mit einem Fachtag, also wo wir Fachpublikum eher so ein Konferenzformat am ersten Tag und am zweiten Tag hatten wir so ein Familienfest gemacht, wo dann auch Kinder, Familien eher so ein Spaß... Angebot, Musik, Mitspielen gemacht haben.
00:43:28: Und das ist sehr, sehr gut angekommen.
00:43:30: und wir haben dann entschieden, dieses Jahr dann noch mal eins draufzusetzen, aber ohne Familientag, sondern eine reine Fachkonferenz.
00:43:41: Aber wir sind ja Acker und deswegen heißt es bei uns nicht Fachkonferenz, sondern eben Ackerfestival, weil wir natürlich schon auch immer den Aspekt von Begeisterung, Spaß, Freude, Lebenslust.
00:43:55: Also das sind alles wichtige Zutaten.
00:43:57: Wenn wir die großen Herausforderungen unserer Zeit lösen wollen, dann wird es nicht gehen, ohne dass wir auch immer mal wieder Spaß, Freude, Begeisterung entwickeln, gemeinsam lachen können.
00:44:09: Und deswegen ist so dieser Festivalgedanke damit drin, dass wir natürlich die... die Probleme sehr ernst nehmen müssen und schnell Lösungen brauchen, aber nicht vergessen dürfen, wofür wir das am Ende des Tages eigentlich machen.
00:44:30: So, und wenn wir nicht mehr lachen und keinen Spaß mehr haben im Leben, also wofür wollen wir die Wäldern retten, so.
00:44:36: Weiß nicht, ob das jetzt
00:44:38: klar ist.
00:44:39: Genau, die Satz mal positive Emotionen und positives Erleben fördert natürlich auch Nachweis, nicht Kreativität, Innovationskraft.
00:44:47: Lust, Dinge anzupacken.
00:44:49: Und das ist das, was wir über das Ackerfestival transportieren wollen.
00:44:52: Einmal den Ernst der Lage und Lösungen auf der einen Seite, aber eben auch Raum zu bieten, wo neue Dinge entstehen können, auf eine angenehme Art und Weise da einen Raum zu schaffen, zu bieten, sektorübergreifend, wo wir wirklich viele Menschen erreichen und versammeln können.
00:45:12: Weil am Ende können wir die Dinge nur gemeinsam... lösen und anpacken.
00:45:17: Da reicht Acker alleine halt leider nicht aus.
00:45:19: Ja, super.
00:45:20: Ja, das ist doch gut, dass ihr das dann so ins Leben gerufen habt.
00:45:24: Lieber Sascha, du hattest eben schon so ein paar Beispiele aus der Praxis, paar Geschichten erzählt, aber vielleicht gibt es ja noch eine besonders schöne oder besonders verrückte Geschichte, die du mit uns teilen möchtest.
00:45:34: Danach frage ich eigentlich meine Interviewpartner immer.
00:45:37: Gibt es irgendwas, was ganz besonders in deinem Kopf hängen geblieben ist, was du in deinen Jahren bei Acker so erlebt hast?
00:45:46: Also, ich kann dir die Geschichte erzählen, die ich eigentlich sehr gerne erzähle, die aber nicht meine Geschichte ist, sondern es ist eine Geschichte, die Christoph erlebt hat, so muss man es sagen.
00:45:58: Und ich spiele einfach sehr schön wieder, über was wir jetzt gesprochen haben, beinhalte die Geschichte einfach für mich und repräsentiert das, wofür Acker steht und die Wirkung, die wir entfalten.
00:46:12: Und die Geschichte... ist folgende Christoph und seine allerersten Ackerstunde, das erste Mal mit seiner Schwester zusammen getestet hat und seine Schwester ist Lehrerin, hat sich natürlich gut getroffen und die sind samstags zusammen auf den Acker gegangen, also seine Schwester mit ihrer Klasse und er, alle ersten Ackerstunde die er jemals gemacht hat mit in der Schulklasse zusammen.
00:46:44: Und auf dem Weg zum Acker hat er zwei Jungs gefragt, die, ich weiß nicht, wie all die damals waren, das kann ich jetzt gar nicht sagen, aber sagen wir mal, irgendwie so zwischen neun, zehn, elf, sowas würde ich vermuten.
00:46:55: Und alle, die beiden gefragt, eine hieß Tim, dem kann ich jetzt konkret zu sprechen, was sie sich jetzt von dieser Ackerstunde erwarten.
00:47:06: Und Tim dann sehr trocken, sagt so ein bisschen gelangweilt.
00:47:12: Ich bin Gamo und kein Bauer.
00:47:15: Und dann musste Christoph glaube ich erstmal schlucken und war natürlich noch aufgeregter, wie das jetzt gleich ablaufen wird diese erste Ackerstunde.
00:47:27: Und was dann aber passiert ist, ist super interessant, weil Tim im Verlauf der Pilotphase sehr sehr neugierig geworden ist und derjenige war der am längsten geackert hat.
00:47:43: Ich glaube, der erste war, der direkt gefragt hat oder gesagt hat, er will nächstes Jahr auf jeden Fall wieder ackern.
00:47:49: Ach, wie cool.
00:47:50: Und den das richtig gepackt hat.
00:47:53: Das sieht man, das ist das, was ich vorhin auch schon mal gesagt habe, dass es total wichtig ist, die Menschen, ob das jetzt Lehrkräfte oder Kinder sind, tun zu kriegen, um so gewisse Vorurteile und Annahmen aus der Welt zu räumen.
00:48:07: Und die kannst du halt nur durchs Erleben, durch Erfahrungen.
00:48:10: entkräften.
00:48:11: Das funktioniert nicht mit der grauen Theorie.
00:48:15: Und das besonders Schöne aber in der Geschichte ist, dass wir Christoph den Kontakt letztes Jahr zum Jahrzehnjährigen gesucht hat, also versucht hat beide zu erreichen.
00:48:28: und das ist geklückt.
00:48:30: und er hatte die beiden gefragt oder auch Tim gefragt, was er denn jetzt rückblickend sagt, wie diese Zeit ihn geprägt hat.
00:48:40: Jetzt dann im Verlauf der letzten zehn Jahre.
00:48:44: Und dann hat Tim genauso trocken und spontan geantwortet.
00:48:50: Christoph, heute bin ich nicht nur Gamer, sondern auch Bauer.
00:48:53: Und das ist, finde ich, einfach eine super coole Geschichte, die zeigt, was für eine Wirkung das entfalten kann.
00:49:03: Und das ist eben nicht... heißt man muss die digitale Welt oder Spielen verteufeln oder das darf alles keinen Platz haben, sondern es kann ja daneben seinen Platz bekommen.
00:49:14: Also es funktioniert vielleicht auch beides parallel.
00:49:17: Das analoge Ackern und das Spielen in der digitalen Welt.
00:49:22: Und das finde ich einfach eine sehr, sehr anschauliche Geschichte.
00:49:26: Auf jeden Fall.
00:49:27: Was Ackern bewirken kann.
00:49:30: Ja, auf jeden Fall.
00:49:31: Ganz toll.
00:49:32: Vielen Dank fürs Teilen.
00:49:33: Wenn man jetzt sagt, boah.
00:49:35: Super Sache, ganz toll.
00:49:36: Wir möchten das unterstützen.
00:49:37: Ich möchte das unterstützen.
00:49:39: Was
00:49:39: können wir tun, um euch zu helfen, damit eure Vision irgendwann in Erfüllung geht?
00:49:46: Also, es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten anzupacken, wie wir sagen, sich die Hände dreckig zu machen.
00:49:53: In erster Linie gibt es natürlich die Möglichkeit über unsere Website, gibt es einen Spendenformular, jeder, der interessiert ist.
00:50:01: einen finanziellen Beitrag zu leisten, von ganz klein bis ganz großes alles ganz herzlich willkommen und alles hilft.
00:50:09: Dann hatte ich schon angesprochen unser Ehrenamt, wer Bock hat, Ackercoach zu werden, Ackercoaching zu werden und Lust hat, Gemüsewissen und Ackerwissen sich auf der einen Seite selber anzueignen.
00:50:22: Also jeder ist willkommen, es braucht keine gärtnerischen, landwirtschaftlichen Vorerfahrungen oder Kompetenzen, sondern jeder, der Lust hat, mit Kindern was zu machen und Wissen zu vermitteln.
00:50:34: Ein Kitas und Schulen ist eingeladen, sich zu melken.
00:50:37: Wir befähigen alle, die kein Wissen mitbringen, sozusagen, was gebraucht wird.
00:50:43: Also, man eignet sich nochmal wertvolles Wissen an, was man natürlich dann auch privat für sich nutzen kann.
00:50:49: Aber jeder, der natürlich auch schon... wissen mitbringt und gern Gertner ist natürlich genauso herzlich eingeladen, sich zu melden, wenn er Lust hat, Kindern da den Anbau von Gemüse näher zu bringen und Schulen, Kitas bei der Integration des Programms zu unterstützen.
00:51:07: Ansonsten natürlich, Eltern sind eingeladen, das in die Kitas zu tragen, in die Schulen zu tragen.
00:51:12: Das ist eine Erfahrung, die wir machen, dass es total wichtig ist, dass Eltern hier auch Ich mache das jetzt in Anführungsstrichen Druck aufbauen, auch bei dem Prolegium.
00:51:25: Da stellen wir fest, dass es oft Eltern sind, die so die Initialzündung geben und sagen, Mensch, guckt euch mal das und jenes an.
00:51:35: Wir finden es schon wichtig, dass unsere Kinder auch lernen, woher unsere Lebensmittel kommen, wie lecker eine Möhre schmeckt, wenn sie direkt vom Acker in den Mund geschoben wird.
00:51:45: Auch das ist sehr herzlich willkommen.
00:51:48: einfach drüber zu reden oder selber Gemüse anzubauen.
00:51:52: Jeder ist eingeladen, einfach auch wieder selber sich die Hände dreckig zu machen und sei es noch Kräuter anzubauen und mit den Kindern so ein bisschen Naturerlebnisse zu schaffen im Kleinen, wie im Großen.
00:52:05: Auch das ist was, was jeder sofort machen kann.
00:52:09: Dann nenn uns doch bitte nochmal eure Website.
00:52:12: Acker.co.
00:52:14: Herr Voragend.
00:52:15: Und man findet euch auch natürlich auf den Social Media.
00:52:17: Das geht relativ einfach.
00:52:18: Da muss man einfach nach Acker suchen.
00:52:21: Genau.
00:52:21: Acker Community ist es bei Instagrams.
00:52:25: Acker ganz aber bei LinkedIn.
00:52:27: Wer dort im Businessnetzwerk unterwegs ist.
00:52:30: Genau.
00:52:31: Super.
00:52:33: Lieber
00:52:33: Sascha, nun finde ich, dass Acker die Welt verbessert.
00:52:37: Deswegen seid ihr für mich Weltverbesserer und du bist heute hier zu Gast im Weltverbesserer Podcast.
00:52:41: Welche drei Dinge müssten denn deiner an sich nach passieren, damit die Welt ein besserer Ort wäre, wenn du dir drei Dinge wünschen dürftest?
00:52:51: Tatsächlich, aber nur drei Wünsche muss man fast sagen.
00:52:57: Also, ich würde mir wünschen, dass wir Menschen uns wieder als Teil der Natur verstehen.
00:53:02: Das ist tatsächlich eine Erkenntnis, die mir abhandengekommen ist, obwohl ich eigentlich mal sehr gartener aufgewachsen bin, im Selbstversorgergarten meiner Großeltern ist es dann im Erwachsenwerden auch mir abhanden gekommen, dieses Bewusstsein, dass ich Teil der Natur bin und dass ich nicht über der Natur stehe, dass nicht die Natur mich braucht, sondern andersherum ich die Natur brauche und dass wir mehr und mehr dieses Bewusstsein entwickeln, dass wir Teil der Natur sind und nur ein Symbiose schaffen quasi unsere Lebensgrundlage.
00:53:37: zu schützen und zu erhalten.
00:53:40: Damit der sogenannte Wohlstand, über den ja heute viel gesprochen wird, ist ja alles nichts wert, wenn unsere Lebensgrundlage immer mehr passensinnert ist, wo das den Bach runtergeht.
00:53:52: Also es wäre mein erster Wunsch, wieder dieses Verständnis zu entwickeln, dass wir alle Teil der Natur sind.
00:54:00: Dann wahre Begegnungen.
00:54:04: Also ich glaube, wir brauchen wieder viel mehr wahre Begegnungen draußen.
00:54:09: abseits von den digitalen Medien.
00:54:13: Ich sage, du musst jetzt nicht soziale Medien, weil so sozial sind sie leider im Moment an vielen Stellen nicht mehr.
00:54:21: Ich glaube, wir müssen wieder ins Gespräch kommen, in Begegnungen kommen, sich begegnen und miteinander sprechen, auch streiten, diskutieren.
00:54:32: Konflikte austragen, total wichtig.
00:54:35: Aber ich glaube, das funktioniert am besten, wenn wir uns wieder mehr reell begegnen und uns dabei in die Augen blicken und auch diese Mikromomente erleben, was Aussagen zwischenmenschlich bewirken und machen.
00:54:51: Das wäre so ein zweiter Wunsch, der glaube ich für eine gute Zukunft total wichtig ist.
00:54:59: Und mein dritter Wunsch wäre, dass wir tatsächlich weniger Ja, so Symbol Diskussion für uns, sondern uns wirklich um die wahren Probleme kümmern und gemeinsam aufhören, uns die Schuld zu geben und gemeinsam zusammenkommen, um über Lösungen zu sprechen.
00:55:23: Also wegzukommen, von du bist Schuld.
00:55:26: Dann vielleicht uns wieder mehr in Vergebung üben und das, was war, anzunehmen, loszulassen und dann aber gemeinsam Lösungen zu kreieren.
00:55:39: die unser Leben aller wieder lebenswert und fröhlicher machen, angenehmer.
00:55:47: Genau, also das wären so meine drei spontanen aus dem Bauch raus.
00:55:52: Wünsche mit der Frage.
00:55:53: Ich jetzt tatsächlich gar nicht gerechnet.
00:55:55: Vielen Dank dafür, das fand ich jetzt selber spannend zu schauen, was da direkt aufsteigt an Gedanken.
00:56:04: Sehr gerne.
00:56:05: Da musst du öfter meinen Podcast hören.
00:56:07: Die Frage stelle ich immer an.
00:56:09: Jetzt hab ich dich entlauft.
00:56:12: Alles gut, kein Problem.
00:56:15: Eigentlich wäre das auch ein schönes Schlusswort mit diesen tollen Wünschen, die du gerade mit uns geteilt hast.
00:56:19: Aber als letzte Frage stelle ich immer noch die nach einem Buch-Tipp.
00:56:22: Und deswegen möchte ich jetzt auch ganz gerne von dir wissen.
00:56:24: Liest du, schaffst du das noch, in deinen Alltag zu integrieren, zu lesen?
00:56:27: Und hast du vielleicht einen schönen Buch-Tipp?
00:56:32: Die Bücher sind erhältlich bei Buchlucker.de.
00:56:36: Dem Marktplatz für Bücher.
00:56:40: Ich habe einen sehr guten Buch-Tipp.
00:56:42: Eine meiner Leidenschaften, oder wofür ich mich, ob er seit Jahren begeistern kann, ist die sogenannte positive Zyologie.
00:56:49: Ich weiß nicht, ob das schon mal über den Weg gelaufen ist.
00:56:52: Das ist die Wissenschaft des gelingenden Lebens.
00:56:54: Da geht es nicht darum, sich eine rosa rote Brille aufzusetzen.
00:56:57: Da geht es tatsächlich um wissenschaftlich fundierte Methoden und Instrumente, wie wir schaffen auch mit schwierigen Lebenssituationen.
00:57:05: gelingend bestmöglich umzugehen, ohne sie unter den Teppich zu kehren, sondern anzunehmen und das Beste draus zu machen.
00:57:13: Und weil das hier auch gerade liegt, ich kann jedem ans Herz legen, positive Psychologie, ein Handbuch für die Praxis von Dr.
00:57:21: Daniela Bligharn, das ist auch meine Ausbilderin.
00:57:25: Und es ist ein sehr schönes Buch mit ganz vielen tollen Übungen, aber auch wissenschaftlichen Hintergründen.
00:57:33: wie man diese Ansätze in seinen Alltag integrieren kann und wie man sich dieses Witzen aneignen und nutzbar machen kann.
00:57:42: Das liegt ja gerade neben mir.
00:57:43: Das ist ein seit Jahren ein ständiger Begleiter für mich und das kann ich wirklich jedem wärmstens ans Herz legen.
00:57:50: Super.
00:57:51: Aber wahrscheinlich keine gute Nacht leckt.
00:57:52: Das ist schon was, wo man am Schreibtisch sitzen muss.
00:57:55: Hörte sich so an.
00:57:56: Ich glaube, das ist typabhängig, würde ich sagen.
00:58:00: Ich stöpe
00:58:01: da oder schmöge da schon auch gerne mal zum Einschlafen drin oder abends im Bett als letzte Aktivität.
00:58:07: Aber ja, es ist natürlich schon... Jetzt keine sanfte, gute Nachtgeschichte.
00:58:12: Alles klar.
00:58:13: Super.
00:58:13: Dann vielen Dank für diesen tollen Buchtipp.
00:58:16: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview.
00:58:18: Es war total spannend mit dir zu sprechen, lieber Sascha.
00:58:21: Und ich kann nur sagen, bitte macht weiter mit Acker.
00:58:24: Ich finde eure Arbeit supertoll und schön, dass ihr das macht.
00:58:27: Danke schön.
00:58:28: Vielen, vielen Dank für deine Einladung.
00:58:30: Hat so viel Spaß gemacht, mit dir über Acker zu sprechen.
00:58:33: Danke schön.
00:58:33: Und viel Erfolg für dein Podcast.
00:58:35: Danke.
00:58:36: Tschüss.
00:58:36: Tschüss.
00:58:38: Und euch vielen Dank fürs Zuhören.
00:58:40: Wie immer findet ihr natürlich alle Informationen und Links zu diesem Projekt in den Shownotes.
00:58:46: Hat es euch gefallen?
00:58:47: Fühlt ihr euch inspiriert?
00:58:49: Bewegt?
00:58:50: Habt ihr Verbesserungsvorschläge für mich?
00:58:52: Dann schreibt mir gerne.
00:58:54: Auch die E-Mail-Adresse findet ihr in den Shownotes.
00:58:57: Abonniert doch den Weltverbesserer Podcast, dann verpasst ihr keine Episode mehr.
00:59:02: Teilt, liked und kommentiert diese Folge des Weltverbessere Podcasts.
00:59:07: Ich würde mich sehr freuen.
00:59:08: Vielen Dank
00:59:09: dafür und bis bald, eure Birte.
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