10. Spezial För Kölle - unkompliziert schnelle Hilfe leisten
Shownotes
Nicole Engelhardt ist bei mir zu Besuch: sie engagiert sich ehrenamtlich bei den „Helfenden Händen“ der Diakonie Michaelshoven und unterstützt Menschen im Alltag – von Technikfragen bis zu kleinen praktischen Hilfen.
Warum dieses Engagement nicht nur anderen hilft, sondern auch ihr selbst, darüber sprechen wir jetzt.
Hier geht's zu "Helfende Hände" :
https://www.diakonie-michaelshoven.de/ehrenamt-in-koeln/nachbarschaftshilfe-helfende-haende
https://www.facebook.com/Michaelshoven
https://www.instagram.com/michaelshoven/
Hier die Buchtipps von Nicole: Bücher von Dr. Michael Tsokos, z.B.:
"Mit kalter Hand: Ein Rechtsmedizin-Thriller" https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/isbn=9783426560952
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"Mit kaltem Kalkül - Ein Rechtsmedizin-Thriller" https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/isbn=9783426528723
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Ihr habt Feedback, Themen oder Verbesserungsvorschläge? Meldet Euch gerne unter: weltverbesserer@gernhardtmedia.de
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo Weltverbesserer, dies ist der Podcast für alle, die positiv und gleichzeitig achtsam in die Zukunft gehen wollen.
00:00:15: Ein Podcast über Nachhaltigkeit, soziale Projekte und Innovation.
00:00:21: Abonniere doch unseren Kanal und verpasse keine weitere Episode des Weltverbesserer Podcasts.
00:00:50: Aber vor allem eins sichtbar macht.
00:00:53: Ehrenamtliches Engagement.
00:00:55: An den kommenden elf Tagen Vorwahl bei Fastnacht stelle ich euch jeden Tag einen Menschen vor, der sich ehrenamtlich für andere einsetzt.
00:01:03: Menschen, die Verantwortung übernehmen, Zeit schenken und oft
00:01:07: im Stillen
00:01:07: das tun, was unsere Gesellschaft zusammenhält.
00:01:11: Der Kölner Kerneval steht in dieser Session unter dem Motto Alarv, Madonna für Kölne.
00:01:18: Gemeint sind die über zweihunderttausend Menschen, die sich allein in Köln ehrenamtlich engagieren.
00:01:24: Unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebensentwurf.
00:01:28: Sie sind das Rückgrat dieser Stadt.
00:01:31: Und sie stehen stellvertretend für Millionen Engagierte im gesamten deutschsprachigen Raum.
00:01:39: In diesem Podcast geht es nicht um Orden oder Bühnenauftritte, sondern um Haltung, Motivation.
00:01:45: Und um die Frage,
00:01:46: warum
00:01:47: tun Menschen das, was sie tun?
00:01:49: Ohne Bezahlung, aber mit Überzeugung.
00:01:52: Hört heute eine dieser Geschichten.
00:01:55: Nicole Engelhardt ist bei mir zu Besuch.
00:01:57: Sie engagiert sich ehrenamtlich bei den helfenden Händen der Diakonie Michaelshofen.
00:02:02: und unterstützt Menschen im Alltag, von Technikfragen bis zu kleinen praktischen Hilfen.
00:02:07: Warum dieses Engagement nicht nur anderen hilft, sondern auch ihr selbst, darüber sprechen wir jetzt.
00:02:12: Hallo, liebe Nicole, schön, dass du hier bist.
00:02:15: Erzähl mir doch mal bei den helfenden Händen, was machst du da und wie bist du da überhaupt dazu gekommen?
00:02:20: Ja, hallo.
00:02:20: Ja, bei den Helfenden Händen kümmere ich mich um die Auftragskoordination.
00:02:25: Das heißt, ich habe das Handy von der Helfenden Hände Rodenkirchen, muss ich dazu sagen.
00:02:30: Wir sind für den Süden
00:02:31: so zuständig.
00:02:32: Da kann man bei mir anrufen und seinen Problemschildern um Hilfe bitten.
00:02:36: Und dann spreche ich dann halt mit dem Herrn oder der Dame, wie wir da weitermachen können und wie wir helfen können.
00:02:42: Und wenn wir jetzt mal selber nicht helfen können, dann schaue ich auf jeden Fall danach das vielleicht andere.
00:02:48: unterstützen können.
00:02:49: Also keiner, der bei uns anruft oder bei mir anruft, der geht ohne irgendwie ein Tipp oder doch eine konkrete Hilfe.
00:02:55: Und dann wieder davon, ja und wie ich dazu gekommen bin.
00:02:59: Eigentlich mache ich Ehrenamt und helfe gerne schon seitdem ich Kind bin.
00:03:02: Das hat mit Kinderbetreuung damals angefangen in irgendwelchen Freizeitgruppen.
00:03:07: Ich war auch im Karnevalsverein mehrjährig unterwegs und habe Kinder- und Jugendgruppen betreut und geleitet.
00:03:15: Und jetzt bei der Diakonie bin ich eigentlich über die Corona-Zeit gekommen, weil es da eine Aktion gab, älteren Menschen zur Impfung zu verhelfen.
00:03:23: Und das war ja sehr kompliziert damals, überhaupt einen Termin zu bekommen.
00:03:26: Da hat sich eine Gruppe gebildet und hat dann die Termine koordiniert und gemacht und Taxi bestellt.
00:03:32: Und dann war ich eine der Personen, die dann zu den Menschen nach Hause gegangen sind, sie abgeholt haben, ins Taxi gesetzt, dann halt zum Impfzentrum gefahren, alles da abgewickelt, arm gereicht, weil die meisten ja nicht mehr so mobil sind und dass sie dann halt ihre Impfung bekommen haben.
00:03:47: Und teilweise habe ich heute noch Kontakt zu den Menschen und wurde damals halt gefragt, ob ich nicht bei den helfenden Händen dann weiterhelfen möchte, weil ja Corona dann halt eben vorbei war und war zuerst ein helfendes Mitglied und mittlerweile mache ich überwiegend die Koordination, aber gehe auch schon auch in die Haushalte, um zu helfen.
00:04:07: Zum Glück war Corona irgendwann vorbei, muss man hier sagen oder hat sich normalisiert, sagen wir es so.
00:04:11: Was für Leute rufen denn bei euch an?
00:04:13: Erzähl doch mal so ein bisschen.
00:04:15: Ja, was hält dich da praktisch am Ball?
00:04:18: Weil du sagst, die haben dich gefragt, möchtest du weitermachen?
00:04:20: Und du hast ja ja gesagt, und du bist immer noch dabei.
00:04:23: Warum?
00:04:24: Ja, also bei uns rufen Jung und Alt an.
00:04:27: Das ist bei uns egal.
00:04:28: Wir machen jetzt nicht nur eine Hilfe für ältere Menschen.
00:04:31: Aber man muss schon sagen, Klientel ist eher älter.
00:04:34: Also so ab siebzig aufwärts.
00:04:37: Ja, und dann machen wir halt unterschiedliche Dinge, wie schon erwähnt, in dem Einstieg setzen.
00:04:43: Und ja, warum ich da jetzt irgendwie immer noch bleibe, ist vielleicht so in den Genen drin, keine Ahnung.
00:04:49: Ich helf halt gerne.
00:04:50: Und das ist halt schön, weil das ist wirklich nur eine Kleinigkeit, was man jetzt vielleicht selber macht, sei es nur eine schwere Tasche, die Treppe hoch tragen oder mal einen Anruf beim Amt tätigen, weil sich die ältere Dame nicht traut oder was auch immer.
00:05:03: Und dann hat man einfach, für mich ist es eine Kleinigkeit, aber für den anderen ist es dann halt ein Riesending und die können wieder beruhigter schlafen.
00:05:10: Das hört man ganz oft.
00:05:12: Hast du einen Überblick?
00:05:12: Wie viel Zeit du für dein Ehrenamt ungefähr aufwendest?
00:05:15: Also ich würde mal sagen, das ist jetzt ja täglich vielleicht eine Stunde.
00:05:20: Die ganzen Anrufe entgegen dem Gespräch führen, das dokumentieren.
00:05:25: Dann kommen halt noch ein paar Sitzungen dazu.
00:05:27: oder ja, also es kann man jetzt gar nicht so konkret sagen.
00:05:32: Mal mehr, mal weniger.
00:05:34: Es gibt ja oft genug Leute, die sagen, ich habe keine Zeit fürs Ehrenamt, wo ich immer denke,
00:05:38: erstens.
00:05:39: Die Zeit kann man sich nehmen, wenn man es wirklich will, habe ich immer das Gefühl.
00:05:42: Und zweitens gibt es so viele unterschiedliche Ehrenämter, bei denen man so viel unterschiedlich Zeit aufwenden muss.
00:05:47: Man kann teilweise von zu Hause aushelfen oder vor Ort helfen.
00:05:50: Das ist so vielfältig.
00:05:51: Ich denke immer so, eigentlich kann das nicht sein, dass man für einen Ehrenamt keine Zeit hat.
00:05:56: Ja, das sehe ich genauso.
00:05:57: Also wenn man helfen möchte, findet sich immer ein Weg meiner Meinung nach und auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist.
00:06:04: Aber vielleicht ist das Bewusstsein manchmal nicht so da, dass wirklich auch nur eine Kleinigkeit helfen könnte.
00:06:09: Und gerade bei uns in der Gruppe ist es nicht so, dass man eine Regelmäßigkeit jetzt hat, dass man jeden Dienstag für eine Stunde irgendetwas machen muss.
00:06:17: Sondern man kann sich das aussuchen, man ist flexibel und das ist halt das, was bei uns, finde ich, ein großer Vorteil ist.
00:06:23: Ja, hört sich sehr gut an, auf jeden Fall.
00:06:25: Also ich stelle mir jetzt mal folgende Situation vor.
00:06:27: Ich bin eine ältere Dame, ich wohne im zweiten Stock eines Hauses, wo kein Aufzug ist.
00:06:32: Ich habe eh schon Schwierigkeiten, meine Einkäufe hochzutragen.
00:06:35: So, jetzt trage ich heute meine Einkäufe hoch und mir fällt irgendwie mein Einkaufskorb, aber... kurz vor der Haustür irgendwie die Treppe runter und die Milch geht kaputt, die Eier liegen auf dem Flur, was weiß ich.
00:06:47: Und dann stehe ich da und bin aber total erschöpft vom Einkaufen, vom Treppe hochlaufen.
00:06:52: Und dann denke ich mir, ich rufe jetzt einfach mal bei der Nicole.
00:06:57: Nee, aber dann denke ich mir, ich rufe bei den Helfenden Händen an, vielleicht können die kurz mal kommen.
00:07:01: Ist das so eine Situation, die passiert, dass jetzt zum Beispiel Frieda bei euch anruft
00:07:06: und sagt,
00:07:07: ich stehe hier an der Haustür und das ist alles voll ganz so flur und kann nicht vielleicht jemand kommen, mir kurz Helfen aufzuräumen?
00:07:12: Ja, so was passiert durchaus, dass so Notrufe passieren, dann ... Nehm ich das auf, also mit den Daten, weil ich auch immer gucken muss, ob das auch wirklich unser Stadtteil ist, unser Bezirk ist, wo wir helfen.
00:07:28: Dann haben wir eine Signalgruppe, da schreibe ich das Ganze dann halt anonym rein, was das Problem ist.
00:07:34: Und dann sagt einer von uns, ja, ich habe Zeit, ich mache das.
00:07:39: Ich kann mir das vorstellen, das zu erledigen.
00:07:41: Und dann stelle ich den direkten Kontakt her außerhalb von der Gruppe.
00:07:45: Ja, und dann macht er oder diejenigen Terminen mit der Auftragsgeberin aus.
00:07:49: Erledigt das, bekomme ich eine Fertigmeldung oder vielleicht auch noch, das hat jetzt bei dem einen mal nicht gereicht.
00:07:55: Ich muss noch mal hin.
00:07:56: Das kann auch mal passieren.
00:07:58: Ja, und dann versuchen wir halt, unkompliziert, schnelle Hilfe zu leisten.
00:08:02: Alles können wir jetzt nicht erledigen.
00:08:04: Also ich sage jetzt mal, wenn es ein Ausmaß annimmt, dass das ganze Treppenhaus geputzt werden muss, das machen wir jetzt nicht.
00:08:10: Aber so wäre das durchaus was, was wir in der Praxis denn mal machen.
00:08:15: Dann kann ich mir das jetzt besser vorstellen.
00:08:16: Und du hast auch schon gesagt, das vielleicht auch noch nett zu erwähnen.
00:08:19: Ihr ergänzt euch auch so ein bisschen mit einer anderen Gruppe, die hier in Köln arbeitet, Kölsch Hetz, die eher so, wie du eben sagtest, die soziale Komponente eher so ein bisschen abdeckt, richtig?
00:08:29: Ja, also wenn jemand regelmäßige Begleitung haben möchte, man spaziergang, Schwätzchen halten, Kaffeekuchen.
00:08:36: Da haben wir halt die Gruppe Kölschetz, die ich dann empfehle.
00:08:40: Und dann gebe ich die Nummer weiter oder frag, ob ich da anrufen soll, dass die sich melden.
00:08:45: Das ist immer dann so, wie es halt Anrufer, Anruferinnen halt möchte.
00:08:50: Und weil wir halt so die tatkräftige Unterstützung sind und Köln Schätz ist für mich gesagt die soziale Komponente, die das halt anbieten und regelmäßig was wir halt nicht machen.
00:09:02: Wie es der Name schon sagt, helfen der Hände halt.
00:09:04: Jetzt hast du eben auch schon erwähnt, dass du auch früher im Karneval ehrenamtlich aktiv warst.
00:09:08: Ich habe das Gefühl in Köln ist das jeder zweite ungefähr, der irgendwie im Karnevalsverein aktiv ist oder war, was wunderschön ist.
00:09:15: Was bedeutet denn der Kölner Karneval für dich?
00:09:18: Also vielleicht muss ich noch mal einstieg finden in meinen Tätigkeit im Karnevalsverein.
00:09:22: Das war nicht in Köln.
00:09:24: Das war in einer Stadt im Süden.
00:09:26: Es nannte sich auch Karnevalsverein.
00:09:29: Das war halt überwiegend so der karnevalistische Tanzsport.
00:09:32: Mehr so auf Turnierbasis dann.
00:09:35: Denn so riesige Veranstaltungen, wie man das halt in Köln kennt, das gibt es da jetzt nicht.
00:09:40: Aber es wurde trotzdem geliebt.
00:09:41: Und halt auch im Seniorenheim hatten wir dann Veranstaltungen oder in Kindergärten oder sonstiges.
00:09:49: und in Köln, also ich bin sehr gerne nach Köln gezogen, das war dann auch ein Wunsch von der Stadt her, wo es da mal irgendwie hingehen sollte, weil ich das schon mehrjährig dann auch aus Köln kannte, wie das hier so abgeht, sag ich jetzt mal.
00:10:02: Für mich ist das einfach so.
00:10:04: die Herzlichkeit, die Freundlichkeit.
00:10:06: Man kommt immer ins Gespräch und es ist selten doof, sag ich jetzt mal, wenn man Gespräche führt.
00:10:12: Man ist eigentlich nicht alleine.
00:10:15: Die Gemeinschaft wird hier doch gelebt.
00:10:17: Klar gibt es immer wieder Situationen, die dann vielleicht nicht so teuer sind.
00:10:21: Aber wo hat man das schon, wo es perfekt ist?
00:10:24: Man muss halt das Beste draus machen.
00:10:26: Hast du ein Lieblings-Karnevalslied?
00:10:28: Und wenn ja, welches?
00:10:29: Oh, da gibt es ganz viele.
00:10:31: Also ich mag ganz gerne die stimmungsvollen Karnevalslieder.
00:10:35: Sentimental geht auch.
00:10:36: Also eine FC-Hymnis, bei mir zum Beispiel auch immer drin.
00:10:40: Ja, weiß nicht, ich mag ganz gerne gerade von Stadtrand.
00:10:43: Dieses Papayaille finde ich ganz klasse.
00:10:45: Oder halt Stammbaum, das ist halt... als man so gerne hört.
00:10:50: Ja, Stadtrand habe ich am Wochenende in der lachenden Köln Arena live erlebt und live ist es noch mal eine Spur besser, also es ist wirklich auch ein richtig schönes Lied, Papa Geig.
00:10:57: Nun heißt ja, dass Karneval's Sessionsmotto dieses Jahr, Alaph, mir donnet für Kölle und das soll ja das Ehrenamt sozusagen ins Rampenlicht rücken, dass wir alle mal irgendwie gezeigt werden, die wir uns ehrenamtlich engagieren.
00:11:10: Was bedeutet dir das?
00:11:12: Also es finde ich super, weil das Ehrenamt immer zu kurz kommt, was jetzt so die Öffentlichkeit angeht, was man alles machen kann und dass einem auch so die Angst genommen wird.
00:11:22: Viele sind ja gehemmt, was kann ich denn schon helfen?
00:11:25: Aber dass das halt gefördert wird, wir hatten jetzt auch schon im letzten Jahr Veranstaltung, dass man das Ehrenamt präsentieren konnte.
00:11:33: Da waren wir.
00:11:35: Ja und ansonsten finde ich das super, dass das halt bekannt gemacht wird, gefördert wird und da ist noch viel Luft nach oben Potenzial, denn es ist halt so, dass Ehrenamt trägt die Gemeinschaft.
00:11:48: Ohne geht es gar nicht, das merkt man an allen Ecken.
00:11:51: und deswegen finde ich das super, dass das halt eine Bühne bekommt und es ist wert, würde ich jetzt mal sagen.
00:11:56: Bekommst du persönlich für deinen Ehrenamt genug Anerkennung?
00:11:59: Fühlst du dich da
00:11:59: genug gesehen?
00:12:01: Ja, auf jeden Fall.
00:12:02: Also wie gesagt, die Menschen, die bei mir anrufen, die rufen auch noch ein zweites Mal an, bedanken sich, wie toll wir geholfen haben.
00:12:10: Meine Gruppe, die ist super, die helfenden Hände, da kriegt man auch immer einen Lob und Schulterklopfen, wobei die Gesichter sagen eigentlich schon sehr viel aus, finde ich.
00:12:20: Und hast du einen Wunsch an die Politik oder an die Gesellschaft, was die Zukunft des Ehrenamtes anbelangt?
00:12:25: Also zum Beispiel, was man da vielleicht verbessern könnte, damit mehr Leute sich ehrenamtlich engagieren?
00:12:30: Was du gesagt hast, sich die Zeit nehmen, ich finde, das sollte so ein bisschen normal sein, dass man halt sich nicht die Zeit frei schaufeln muss, dass man halt fürs Ehrenamt einfach die Zeit hat, dass man da nicht ins Stress gerät und ansonsten ja die Möglichkeiten bieten, das machen zu können und ja, wertschätzen, dass Ehrenamt und das nicht so abtun, weil was, wofür man kein Geld bekommt und Ehrenamt ist ja so, dass man kein Geld bekommt, dass das dann nichts wäre.
00:13:00: sei und dass das ja nur mal so nebenbei gemacht ist.
00:13:02: Das ist es wirklich nicht.
00:13:04: Und das sollte verbessert, gefördert, anerkannt werden.
00:13:07: Nee,
00:13:07: das ist es nämlich auf gar keinen Fall.
00:13:09: Ich denke nämlich, Ehrenamt ist der absolute Kit für unsere Gesellschaft.
00:13:12: Also ohne wird es wahrscheinlich alles irgendwo auf eine gewisse Art zusammenbrechen.
00:13:16: Was ist denn für dich in deinem Ehrenamt eine Herausforderung, mit der du so immer mal konfrontiert wirst?
00:13:22: Das sind so Härtefälle, sag ich jetzt mal.
00:13:25: Also wenn total verzweifelte Menschen anrufen, überhaupt nicht mehr wissen, dann geht es bei mir auch so ein bisschen in die psychologische Betreuung, sag ich jetzt mal.
00:13:34: Das muss man dann auch aushalten können, dass dann am Telefon vielleicht jemand weint oder extrem verzweifelt ist und da trotzdem aber demjenigen Mut machen, nach Lösungen suchen, idealerweise auch finden und den Menschen dann einfach nicht alleine lassen.
00:13:50: Das hört sich auf jeden Fall toll an.
00:13:52: Kannst du mir von einer Geschichte berichten, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist aus deiner ehrenamtlichen Zeit jetzt, die besonders witzig war vielleicht oder besonders herzerwärmt?
00:14:02: Ja,
00:14:03: eine schöne Geschichte, die du mit uns teilen
00:14:04: magst.
00:14:05: Also da habe ich wirklich gesagt nichts Konkretes, sondern... Eigentlich sind immer alle super nett und das ist halt das, was ich so toll finde.
00:14:13: Also da ist kein, wie sage ich so schön, kein Kniesknaddel dabei.
00:14:19: Also so eine schöne Geschichte ist halt, wenn man noch Kontakt hat, finde ich, zu denjenigen, die sich haben, mal helfen lassen und immer mal wieder anrufen und sagen auch, sie haben mir so toll geholfen, darf ich noch mal.
00:14:30: Weil die fragen halt auch immer, die erwarten das jetzt nicht unbedingt, sondern die, ja, die Bitten drum.
00:14:36: Und das ist dann irgendwie auch... ein nettes Miteinander.
00:14:40: Gab's denn sowas wie die verrückteste Anfrage, die du mir hattest, wo du so dachtest, ach, das ist jetzt aber irgendwie ungewöhnlich?
00:14:46: Ach, na ja, ich sag erst mal, wir sind ja alles Ehrenamtliche, die das Ganze stemmen.
00:14:50: Und ja, wenn dann so eine Anfrage kommt, vielleicht so ein riesengarten Grundstück mal eben so bearbeiten.
00:14:57: Ja, das ... Also sowas machen wir halt nicht.
00:15:02: Und da muss ich dann halt das auch erfreundlich ablehnen.
00:15:05: Was macht ihr dann?
00:15:06: Gibt ihr irgendwie die Adresse von dem nächsten freundlichen Gärtner raus oder?
00:15:10: Nein, nein, das mache ich nicht.
00:15:11: Also, so Empfehlung von Firmen mache ich gar nicht.
00:15:14: Ist ja auch unmöglich.
00:15:15: Wie soll man das dann in der Zeit überhaupt schaffen können?
00:15:18: Ja, liebe Nicole, wenn jetzt jemand zuhört und sagt so, Boah, was sie Nicole macht, ist toll.
00:15:23: Und ja, eigentlich möchte ich mich auch viel mehr engagieren.
00:15:26: Ich möchte aber vielleicht auch den Helfenden helfen.
00:15:29: Was kann man tun?
00:15:31: Wo findet man euch?
00:15:32: Spenden sind bestimmt auch willkommen, oder?
00:15:35: Ja, also wir sind ja bei der Diakonie Michals-Hofen aufgehängt.
00:15:37: Das heißt, auf der Internetseite von der Diakonie Michals-Hofen findet man verschiedene helfende Hände.
00:15:43: die sind in mehreren Stadtteilen vertreten.
00:15:46: Wenn man zu mir möchte und es zu meiner Gruppe, dann ist es halt Rodenkirchen und da ist dann die Handynummer beispielsweise hinterlegt oder eine E-Mail-Adresse und dann kommt man direkt bei mir raus, wenn man anruft und das passiert auch ab und zu, das Interessenten auch anrufen und sagen, sie möchten gerne helfen.
00:16:02: Und dann besprechen wir das, was halt bei uns so im Ablauf ist und ob das Sinn macht, weil es gibt da viele verschiedene Tätigkeiten, die man eher endamtlich machen kann.
00:16:12: dass man sich dann halt bei uns meldet.
00:16:14: Und ja, wir arbeiten voll auf Spendenbasis.
00:16:17: Das heißt, wenn wir mal Einsätze haben, dann kann man halt spenden.
00:16:22: Davon leben wir und werben auch von diesen Spenden.
00:16:25: halt für uns, damit das halt mehr Aufträge reinkommen.
00:16:30: Super, das hört sich gut an.
00:16:31: Weißt du, ob es sowas auch in anderen Städten gibt?
00:16:34: Also in Köln hast du ja gesagt, seit ihr in unterschiedlichen Fedeln vertreten, gibt es es auch in anderen Städten Deutschlands?
00:16:40: Also das Konzept sicherlich gibt es, aber helfende Hände ist jetzt so eine Kölnersache, die mal vor Jahren entwickelt, entstanden ist.
00:16:50: Aber wir sind jetzt auch in Köln... zum Beispiel im Norden gar nicht gut aufgestellt bzw.
00:16:55: gar nicht.
00:16:56: Also das wäre jetzt nicht verkehrt, wenn sich da auch noch mal was entwickeln würde.
00:17:00: Okay, mit einem Augenzwinkern an mich.
00:17:03: Sehr gut, kann nicht schaden.
00:17:05: Ich frag auch immer nach einem Buchtipp.
00:17:07: Ich weiß nicht, hast du Zeit zu lesen?
00:17:08: Ich lese total gerne, deswegen frage ich meine Interviewgäste einfach immer aus, ob sie irgendeinen Tipp für mich haben.
00:17:16: Die Bücher sind erhältlich bei Buchlucker.de.
00:17:20: Dem Marktplatz für Bücher.
00:17:24: Da könnte ich jetzt irgendwas Intellektuelles raushauen.
00:17:27: Aber ganz ehrlich, ich bin mir so der Urlaubsleser.
00:17:29: Und wenn ich da lese, dann lese ich zum Beispiel gerne Dr.
00:17:33: Zokos.
00:17:34: Das ist halt so ein Rechtsmediziner, der da Krimisa schreibt.
00:17:38: Das finde ich super.
00:17:39: Ja.
00:17:40: Ja, also aber eher Urlaub.
00:17:41: Ich bin jetzt nicht so die Leseratte.
00:17:43: In der Hängematte liest sich es eigentlich auch am besten meiner Ansicht nach.
00:17:46: Insofern ganz sympathisch.
00:17:49: Für mich bist du eine Weltverbesserin.
00:17:51: Und deswegen
00:17:52: würde ich dich gern fragen, was müsste deine Ansicht nach passieren, damit die Welt ein besserer Ort wird, Nicole?
00:17:58: Da würde ich spontan sagen, so richtig mal dieses Leben und Leben lassen, auch ausleben.
00:18:05: Denn das wird immer so gesagt, aber das passiert manchmal nicht so richtig.
00:18:09: Also die Meinung des anderen halt auch mal vielleicht stehen lassen und nicht immer bewerten.
00:18:15: Ja, mehr Empathie, dass man sich halt wirklich auch gegenseitig hilft.
00:18:21: Das Ganze und ja, gut, Gesundheit ist für jeden nicht verkehrt.
00:18:25: Das finde ich super.
00:18:27: Und wenn alle mal so ein bisschen runterkommen und friedlicher werden, das wäre schon super.
00:18:31: Was mir dabei auffällt, helfende Hände kann es ja auch im Alltag geben,
00:18:35: ohne
00:18:35: es jetzt direkt als Ehrenamt
00:18:38: so zu
00:18:38: betiteln.
00:18:39: Also ich denke mal, das ist auf jeden Fall auch was, was die Welt besser machen würde, wenn wir alle mal ein bisschen mehr aufeinander achten würden, wie wir vielleicht dem Nachbarn oder der Freundin irgendwie mit Kleinigkeiten auch zur Hand gehen können,
00:18:50: oder?
00:18:51: Auf jeden Fall.
00:18:51: Also Alltag, das hast du genau richtig.
00:18:54: Mal eine Tasche hoch tragen oder wenn man merkt, irgendwie, da räuft sich die Zeitung.
00:18:58: Die alte Dame, die ist gerade krank, kommt nicht zum Einkaufen, Hilfe anbieten.
00:19:03: Also da bricht sich, glaube ich, kein Anzack aus der Krone, wenn er das mal macht.
00:19:06: Klar, jeder hat vielleicht auch eigene Probleme, aber meine Nachhilfe-Bitten-Fragen ist durchaus ja auch drin.
00:19:13: Ja, das sehe ich auch so.
00:19:15: Nicole, vielen lieben Dank für deinen super Engagement.
00:19:17: Danke, dass du hier bist, um mir dieses Interview zu geben.
00:19:19: Es war sehr schön mit dir zu reden.
00:19:21: Und ich finde das sehr sympathisch, was du machst.
00:19:23: Bitte mach weiter so, gebt da niemals auf, lass dich da nicht verunsichern.
00:19:26: Das ist super toll.
00:19:27: Und schön, dass du dich im Ehrenamt engagierst.
00:19:30: Und jetzt wünsche ich dir erstmal einen wunderbaren Karneval.
00:19:32: Danke schön.
00:19:32: Super, vielen Dank.
00:19:33: Den werde ich haben.
00:19:39: Diese Episode war eine von elf Folgen des Weltverbesserer Podcasts spezial für Köln.
00:19:45: Ich hoffe,
00:19:46: sie hat Menschen aus Köln genauso inspiriert wie alle anderen.
00:19:50: Hört auch in die anderen Episoden rein, die alle in den elf Tagen Vorweiber fast nachts erscheinen und jeden Morgen um elf Uhr elf online gehen.
00:19:59: Wie immer findet ihr natürlich alle Informationen und Links zu diesem Projekt in den Show Notes.
00:20:05: Hat es euch gefallen?
00:20:06: Fühlt ihr euch inspiriert?
00:20:07: Bewegt?
00:20:09: Habt ihr Verbesserungsvorschläge für mich?
00:20:11: Dann schreibt mir gerne.
00:20:12: Auch die E-Mail-Adresse findet ihr in den Shownotes.
00:20:16: Abonniert doch den Weltverbesserer Podcast, dann verpasst ihr keine Episode mehr.
00:20:21: Teilt, liked und kommentiert diese Folge des Weltverbesserer Podcasts.
00:20:25: Ich würde mich sehr freuen.
00:20:27: Vielen Dank dafür und bis bald, eure Birte.
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