285 Herausforderung - Lernen fürs Leben

Shownotes

Was bleibt von der Schulzeit eigentlich hängen? Formeln, Vokabeln und Jahreszahlen? Oder sollte Schule junge Menschen vor allem dabei unterstützen, herauszufinden, wer sie sind, was sie können und wie sie Herausforderungen meistern? Genau hier setzt das Konzept der Herausforderungsprojekte an. Jugendliche verlassen das Klassenzimmer und stellen sich selbst gewählten Aufgaben: Sie wandern durch die Alpen, leben im Kloster, organisieren eigene Projekte oder wagen Abenteuer, die sie aus ihrer Komfortzone locken. Ich spreche heute darüber, warum solche Erfahrungen oft prägender sind als jede Klassenarbeit, weshalb Persönlichkeitsentwicklung ein Bildungsziel sein sollte und was passieren kann, wenn junge Menschen Verantwortung für ihren eigenen Lernweg übernehmen.

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Hier die Buchtipps von Markus:

"Factfulness - Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist" - Hans Rosling https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/isbn=9783550081828

"Kinder - Minderheit ohne Schutz : aufwachsen in der alternden Gesellschaft" - Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach, Klaus Peter Strohmeier https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/Angebote/isbn=9783462007527

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00:00:08: Hallo, Weltverbesserer!

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00:00:37: Oder sollte Schule junge Menschen vor allem dabei unterstützen herauszufinden, wer sie sind und was sie können.

00:00:42: Und wie Sie Herausforderungen meistern?

00:00:44: Genau hier setzt das Konzept der Herausforderungsprojekte an.

00:00:48: Jugendliche verlassen das Klassenzimmer und stellen sich selbst gewählten Aufgaben.

00:00:52: Sie wandern durch die Alpen, leben im Kloster, organisieren eigene Projekte oder wagen Abenteuer, die sie aus ihrer Komfortzone locken.

00:00:59: Heute spreche ich darüber, warum solche Erfahrungen oft prägender sind als jene im Klassenzimmer.

00:01:05: Weshalb Persönlichkeitsentwicklung ein Bildungsziel sein sollte und was passieren kann wenn junge Menschen Verantwortung für ihren eigenen Lernweg übernehmen?

00:01:13: Hallo herzlich willkommen lieber Markus Teibrich!

00:01:15: Schön dass du da bist lieber Markus.

00:01:17: dann stellt uns doch mal euer Projekt der Herausforderung vor.

00:01:22: Ja liebe Werte.

00:01:22: Ich freue mich das ich hier sein darf Und Du hast eigentlich schon die Kernidee auf den Kopf getroffen.

00:01:28: Eigentlich ist es super simpel.

00:01:30: Wir fragen Jugendliche, was sie gerne machen möchten?

00:01:33: Was ihnen wichtig ist und was ihnen ein Herzensanlegen ist?

00:01:36: Wir schauen mit ihnen gemeinsam auf die Stärken weil das kommt in Schule echt viel zu spät.

00:01:41: Ich verrate gleich dass ich irgendwann Lehrkraft war und immer den roten Stift natürlich berufsbedingend in der Hand hatte.

00:01:48: aber vielleicht können wir auch mal den grünen Stift anlegen und gucken was kann eigentlich jede einzelne Person und was ist so der nächste Entwicklungsschritt dem man machen kann?

00:01:57: Und wir gucken uns das in verschiedenen Workshops an mit den Jugendlichen und daraus entstehen unterschiedliche Projekte.

00:02:04: Wir nennen die Herausforderungsprojekte, da ist schon viele Beispiele genannt.

00:02:07: Das kann wirklich alles sein!

00:02:08: Alles was legal ist und die einzige Bedingung ist wirklich... Die Jugendlichen müssen uns überzeugen dass es ihnen ein wirkliches Herzensanliegen ist, was sie umsetzen möchten Und dann kriegen Sie irgendwann zwischen zwei und drei Wochen Schulzeit, um das umzusetzen.

00:02:24: Das ist eigentlich die super simple Kernidee Jugendliche zu fragen was wollte ich eigentlich machen?

00:02:29: Was nicht der Lehrplan vorgibt?

00:02:33: und in dieser intrinsischen Motivation ganz viel rumzubohren und zu schauen ja was treibt dich wirklich an?

00:02:40: Schön, hört sich toll an.

00:02:42: Jetzt hast du eben schon so ein bisschen verraten.

00:02:43: Du warst selber mal Lehrer und bist ja auch noch Lehrer aber nicht mehr an der Schule.

00:02:47: jetzt in dem Sinne Wie seid ihr auf die Idee gekommen das Projekt ins Leben zu rufen oder diese GGMBH die ihr mittlerweile habt?

00:02:55: Genau, wir sind jetzt eine gemeinnützige Organisation.

00:02:57: Das Ganze hat ehrenamtlich gestartet.

00:02:59: Die Projektidee an sich gibt es schon ganz lange.

00:03:02: Als ich im Jahr zweitausendfünfzehnt damit gestartet habe war ich wie gesagt Lehrer für Mathe und Chemie also die Fächer, die alle Schülerinnen und Schüler am liebsten mögen.

00:03:10: Ich habe auch Klassen-Werkraft und hab gesehen, dass viele eigentlich die Schule verlassen ohne zu wissen wer sie sind was sie können.

00:03:17: Ich habe immer nur Antworten gehört, ja ich bin schlecht in Marte.

00:03:20: Ich habe eine Leserechtschreibschwäche.

00:03:21: In Sport werde ich als Letzte gewählt keine Ahnung was ich später machen will und das fand ich super traurig dass das Ergebnis von zehn zwölf oder dreizehn Jahren Schule ist.

00:03:31: Ich war an einer Gesamtschule auch an dem Gymnasium tätig und es hat sich eigentlich geändert und die Stelljugendstudie zeigen diese völlige Orientierungslösigkeit und Überforderung Jugendlichen und dann haben wir uns einfach umgeschaut, was es so gibt.

00:03:46: Und da habe ich ehrenamtlich bei diesem Projekt mitgemacht.

00:03:49: das haben zu dem Zeitpunkt ein paar Privatschulen gemacht und ich fand das so.

00:03:53: klasse wollte dass uns öffentliche Schulsystem bringen.

00:03:56: also ich sage immer ich hab's nicht erfunden.

00:03:57: mein Beitrag oder unser Beitrag als gemeinnützige Organisation war das ganze zu verbreiten und so umzubasteln dass ist auch an einer öffentlichen Schule in einem überschaubaren Budgetrahmen funktioniert.

00:04:12: Nun habe ich ja eben in der Einleitung schon gesagt, viele Jugendliche müssen dafür ihre Komfortzone verlassen.

00:04:16: Man sagt das ja immer so schön, dass was man so alltäglich macht den alltäklichen Trott da mal rauszukommen.

00:04:22: Ich denke es ist auch ein Teil eures Konzepts das aufzubrechen und dadurch halt neue Erfahrungen zu sammeln.

00:04:28: Was passiert denn mit jungen Leuten wenn sie ihre komfortzone verlassen?

00:04:32: Da passieren ganz unterschiedliche Sachen Und das ist so, was das glaube ich spannend macht.

00:04:37: Können das nicht unbedingt vorhersehen?

00:04:40: Wir sehen, dass sie gut in Teams zusammenarbeiten wenn es natürlich ein bisschen schwieriger ist.

00:04:44: Also das ist ein sehr schönes Ergebnis eigentlich, dass die Umfragen und Evaluationen gut bestätigen, dass Sie das als Team gewuppt haben, wenn es schwierig war.

00:04:53: Wir wissen, dass dafür natürlich einiges notwendig ist an Konflikten auszuhalten untereinander.

00:05:00: Ja, also alle die mal vierzehn-fünfzehnt waren wissen wie lang oder kurz die emotionale Zündschnur in dem Alter ist und das gehört dann eben auch zu dem Alter dazu.

00:05:11: Dann ist es eben, und das ist mir ganz wichtig.

00:05:13: Das Projekt an sich ist eigentlich egal!

00:05:15: Das ist nur der Motivationsaufhänger für die Jugendlichen.

00:05:18: Es ist das Planen, das Umplanen, dass gemeinsam ringen und raufen um die beste Idee, die beste Lösung Und vor allem das eigene Handeln auch zu reflektieren.

00:05:28: Ja?

00:05:28: Das machen alle Gruppen.

00:05:30: Es ist nicht wie in der Schule.

00:05:31: Da wird eine Mattaarbeit geschrieben und quadratische Gleichung Ja da war ich halt schlecht Jetzt hab' ich ne Fünfe und dann geht's weiter Und dann kommt ein anderes Thema Sondern.

00:05:39: ich bin mit der Gruppe zwei, drei Wochen unterwegs.

00:05:42: Es hat vielleicht heute nicht genug geklappt aber morgen hört es sich auf!

00:05:45: Wir sind immer noch in einem Fleck wir müssen, sind also fast gezwungen eine Lösung zu finden und da entstehen dann super spannende Sachen.

00:05:54: Und für die einen ist das Heimweberwinden, für die anderen ist es eine sportliche Herausforderung die Alpen zu bequeren, für andere ein Sozialprojekt oder eine Lebenswelt kennenzulernen der sie nicht waren.

00:06:05: Vielleicht mal ein Beispiel, das ist auch eins nur von Tausenden.

00:06:09: An einer Schule wollten Eltern man nicht dass die Kinder mitmachen weil sie aus unterschiedlichen Religionen waren und da ganz viele Vorwürfe im Raum standen was denn jetzt richtig und falsch ist in der Welt anschauen?

00:06:18: Naja!

00:06:19: Das Projekt was sich daraus ergeben hat war halt alle zwei Tage an einem anderen Ort zusammen bei einem Tempel oder einer Kirche usw.

00:06:27: Und so haben Sie einfach verschiedene Religionen kennengelernt in deren Praktiken Und plötzlich war nicht nur die Kinder, sondern auch die Familien drum herum involviert.

00:06:35: So konnten wir sie mitnehmen und das sind glaube ich gute Begegnungsmomente aus denen viele spannende Sachen entstehen.

00:06:41: Ich

00:06:42: finde es super spannend wenn du so aus den einzelnen Beispielen gleich noch ein bisschen mehr berichten würdest aber bevor wir dazu kommen möchte ich gerne noch ein paar Formale entklären.

00:06:50: welche Schulen machen bei euch?

00:06:52: Wie viel kostet das?

00:06:54: Ja, viele Kritiker werden jetzt wahrscheinlich schon wieder denken so oder verpassen die durch ihren Schulstoff.

00:06:58: Das passt doch gar nicht in den Lehrplanen.

00:07:00: wie machen die das?

00:07:01: Die ist es dass sie sich zwei Wochen Zeit für nehmen.

00:07:03: ja erklär doch mal ein bisschen von den Formalen hier.

00:07:05: wie funktioniert das?

00:07:06: Ja, also es sind weiterführende Schulen.

00:07:09: Wir unser Bildungsprogramm ist für die Pubertät gemacht ja?

00:07:12: Also acht neunte zehnte Klasse das ist der Kern.

00:07:15: wir haben ein paar Schulen die machen das auch in der siebten oder in der elften Klasse mit einem bisschen an den Schwerpunkt.

00:07:20: aber achte neunte Zehnte da wo alles schwierig ist vom kognitiven Lernen was der mein toller Matheunterricht so hergibt.

00:07:28: ich nehme direkt die Kritik mit auf.

00:07:30: Ich werde dann ja auch immer gefragt Aber da fällt ihr Mathe Unterricht aus und haben Sie jetzt nicht Angst dass die Prüfungen nicht klappen?

00:07:36: Ich glaube, da mussten wir mal ganz ehrlich in den pädagogischen Spiel gegucken und was am Ende von Klasse neun wirklich im Mattounterricht dabei rumkommt.

00:07:44: Also ich könnte jetzt ein paar Studien zitieren aber es ist mir gar nicht wichtig, sondern ich glaube viele wissen auch die Nichtpädagogen sind oder einfach Eltern sind das eigentlich?

00:07:53: die Frustration mit Schule zu dem Zeitpunkt steigt.

00:07:57: Das heißt wenn ich vor allem auf Mathe gucke an einem schlechteren Endpunkt als die Ausgangslage war bleibt eh nicht hängen von reinem Fachwissen, schon gar nicht in diesem Alter.

00:08:11: Also das ist meine anekdotische Antwort gerade auf die Kritik zur Schulzeit.

00:08:18: Dann habe ich ja eben schon gesagt es gibt verschiedene Workshops dann planen sie über drei vier Monate je nach Schule dann ist die Umsetzungsphase irgendwas zwischen zehn und vierzehn Tagen typischerweise Und Schulen legen fest was die Jugendlichen an Budget mitnehmen dürfen.

00:08:34: Das kommt dann von den Eltern, das sind so zwischen zehn und zwölf Euro pro Tag.

00:08:38: Also in dem Standardfall zehn Tage sind es dann irgendwas zwischen hundert oder zwanzig Euro die sie pro Person haben als Umsetzung.

00:08:47: Die Gruppen sind meist vier bis sieben Personen Und das ist ganz wichtig eine erwachsene Begleitperson dabei.

00:08:54: Die gibt aber nicht vor was Sie machen sollen Sondern dies im Hintergrund dabei, die reflektiert mit den Kindern und Jugendlichen und greift natürlich bei Gefahr ein.

00:09:02: Das heißt, wir haben eine sehr hohe Betreuungskurte.

00:09:05: Die ist besser als bei meinem kleinen Kind im Kindergarten nämlich eins zu fünf im Schnitt so dass wir da einen wirklich sichere Umgebung schaffen können.

00:09:13: Ja die weiteren Kosten neben dem Budget unterwegs sind dann hundertfünfzig Euro Teilnahmegebühren also.

00:09:18: insgesamt sind die Kosten für die Eltern dann so zweieinhalbzig Euro aber das wird auch vom Bildungs- und Teilhabepaket übernommen und es damit auch billiger als eine normale Klassenfahrt.

00:09:29: Das geht weil wir als gemeinnützige Organisationen Zum einen keinen Gewinn machen und das auch nicht dürfen.

00:09:34: Und zum anderen ein erheblicher Teil von unseren Kosten durch Stiftung und öffentliche Geldgeber gegenfinanziert

00:09:42: werden.".

00:09:43: Super, das ist natürlich hervorragend!

00:09:45: Gut, das hat ja

00:09:46: im Grunde

00:09:46: genommen meine Fragen alle beantwortet.

00:09:49: Bitte nimm uns doch mal mit auf eine außergewöhnliche Herausforderung vor der Jugendliche bei euch standen die dir vielleicht besonders in Gedächtnis geblieben ist wo du gesagt hast da hast du auch viele Lerneffekte Aber vielleicht auch aus Fehlern lernen.

00:10:03: Vielleicht hast du da einiges mitgenommen, was du uns gerne erzählen möchtest?

00:10:07: Ich nehme ja ein sehr klassisches Beispiel und eins, das für Erwachsene erstmal einfach wirkt damit ihr die Unterschiedlichkeit seht.

00:10:14: Also ich nehme mal vielleicht die Herausforderung – die kenne ich am besten von der allerersten Gruppe, die ich begleitet habe.

00:10:21: Das war eine Gruppe an Jungs, eine Karnotur, siebzehn Tage Magdenburgische Seenplatte also relativ sportlich angelegt.

00:10:27: Das muss aber nicht so sein!

00:10:29: Und die wollten überhaupt keine Hilfe, das hatten sie mir auch ganz klar am Anfang gesagt.

00:10:33: Sie wollten alles selber machen weil sie sind ja schon alt und stark genug und sie können es ja alle.

00:10:40: Das haben sich gegenseitig auch die ganze Zeit erzählt aber niemand von ihnen hatte vorher zugegeben dass sie zwar einmal Karne gefahren sind mit Mama und Papa Aber selbst... Gelenkt haben sie schon nicht.

00:10:51: Das heißt, Sie haben irgendwie gedacht, paddeln geht einfach so und dann der erste Tag war, wir sind mehr oder weniger im Kreis gefahren weil sie das mit dem Steuern einfach nicht konnten und sind am gleichen Campingplatz wieder angekommen wo wir gestartet

00:11:03: haben.

00:11:03: Aber es ist ja auch praktisch!

00:11:06: Dann hat von denen fast noch nie jemand gekocht.

00:11:09: Das ist vielleicht auch eine Gemeinsamkeit über ganz viele Projekte.

00:11:12: Egal was die machen, sie müssen ja auf den Tagesablauf strukturieren und mit ihrem Budget bewältigen.

00:11:18: Wir sagen immer den Eltern, wenn die das zehn bis vierzehn Tage gemacht haben.

00:11:22: Die können auch danach kochen und dem Müll runterbringen

00:11:24: usw.,

00:11:25: ja?

00:11:25: Das ist nicht plötzlich weg!

00:11:27: Das dürfen sie dann nach lieber Eltern als gegeben voraussetzen, dass Sie das können.

00:11:31: Auch wenn sich vielleicht mit Ihren Jugendlichen da mal drüber streiten sollten zu Hause oder vielleicht ganz unquotetisch.

00:11:38: Genau, dann haben sie sich natürlich auch oft gestritten über Karte lesen und wo es denn eigentlich am besten langgeht oder wann man aufsteht.

00:11:46: Und so weiter, das ist glaube ich auch etwas, was überall passiert.

00:11:50: Dann gab's auch so Momente da waren Sie überfordert.

00:11:53: Das war zum Beispiel einmal sehr stürmisch!

00:11:57: versucht mit dem Kanu einfach gegen den Wind anzukommen, ist das super schwer.

00:12:01: Man kommt eigentlich nicht voran sondern muss dann so zick zack fahren.

00:12:04: aber es war ihnen einfach nicht klar.

00:12:06: Aber es hat dann einfach eine Weile gedauert bis sie sich eingestanden haben dass wirklich keiner von ihnen weiß was man jetzt machen soll und wie die ganze Zeit zurückgetrieben sind.

00:12:16: Es hatte auch irgendwann angefangen zu regnen da hatten Sie echt Sorrecke.

00:12:19: Da werden natürlich Schwimmwesten und ich bin selber Rettungsschwimmer sonst kann man bei uns auch keine Herausforderung mit Wasser durchführen.

00:12:26: Wenn die Begleitperson das nicht hat, dann mussten wir damit klarkommen und dann uns da durchnavigieren.

00:12:33: Und abends brach es aus ihnen heraus.

00:12:35: Die haben einfach erst mal gespielt und das komplett verdrängt als wäre es ganz einfach gewesen.

00:12:40: Dann saßen wieder alle Klamotten einmal nass im Sommer, die waren dann auch schnell wieder trocken.

00:12:44: Aber saßen wir so ein Heizungs-Skellerweise um Yachtclub, die uns dann netterweise eingesammelt haben weil wir haben's ja nicht geschafft dahin wo wir eigentlich hin wollten Ja, und dann hat plötzlich jemand angefangen zu weinen.

00:12:56: Und zum ersten Mal gesagt, dass er heute Angst hatte!

00:13:00: Das war glaube ich eine der ehrlichsten Gespräche die ich je mit Jugendlichen geführt habe über eigene Ängste... ...und was es eigentlich damit zu tun hat wenn Mama und Papa immer sagen alles ist ganz einfach unter Druck in der Schule usw.. Einfach ein sehr sehr ehrliches Gespräch und da sieht man dran wie wichtig die Reflexion auch ist.

00:13:17: Das vielleicht mal ein Beispiel.

00:13:19: anderes Beispiel Ganz andere Art von Herausforderungen.

00:13:23: Es war eine Mädchengruppe, an die ich mich noch echt gut erreden kann.

00:13:27: Die hatten schon in der Planungsphase Heimweh.

00:13:31: Ja?

00:13:31: Das ging noch gar nicht los und deren Herausforderung es war völlig egal!

00:13:36: War Umgang mit Heimwehr.

00:13:37: Sie wollten das unbedingt schaffen.

00:13:39: Am Ende haben sie ein Projekt gemacht so im Dreißigvierzig Kilometer Umkreis der Schule.

00:13:44: Und sind sich mit dem Fahrrad jeden Tag oder jeden zweiten Tag glaube immer zu einer weiteren Bäckerei oder Konditorei gefahren und haben da jeden Tag das, ja quasi was da besonders war in der Bäckerei.

00:13:57: Haben sie dann als Rezept nachgemacht und einen Kochbuch darüber geschrieben.

00:14:01: Und die haben lange darüber im Voraus unterhalten wie Sie damit Heimweh umgehen?

00:14:07: Wie Sie es als Gruppe schaffen?

00:14:08: Sie brauchen eine gute Mischung zwischen nicht weit weg, aber trotzdem ja nicht zu Hause.

00:14:13: Es muss sich nach weit weg anfühlen.

00:14:15: Auf keinen Fall nehmen wir ein Handy mit und wir brauchen Bewegung dann Ablenkung.

00:14:21: da müssen wir auch einen festen Ort haben damit jeder auch Zeit für sich haben kann.

00:14:24: es richtig klasse.

00:14:25: also ich habe nie eine so strukturierte Auseinandersetzung mit Heimweh gesehen.

00:14:30: die Gruppe hab ich immer noch in Erinnerung Und wir machen das jedes Jahr mit zweieinhalb bis dreitausend Kindern.

00:14:36: Ich habe noch ganz viele einzelne Beispiele, aber so wird man mal von außen völlig unterschiedliche Projekte.

00:14:42: und bei dem Kochbuch da wurde die ganze Zeit gesagt es ist doch gar keine Herausforderung viel zu einfach.

00:14:48: ja ich würde sagen doch für die Gruppe war das genau der richtige Schritt.

00:14:52: andere Sachen wären überfordern gewesen Aber es war auch nicht zu einfach und dieses Maß zu finden zwischen Der Komfortzone, aber noch nicht Überforderung.

00:15:03: Das ist super wichtig und ich glaube das macht den Kern eben aus.

00:15:06: Ja

00:15:07: ja toll!

00:15:08: Ich finde die Idee mit dem Kochbuch und den Bäckereien, die gar nicht weit von zu Hause entfernt sind super schön.

00:15:13: also ganz im Ernst da hätte ich nie drüber

00:15:15: nachgedacht

00:15:16: und es ist toll dass solche Projekte dabei rauskommen.

00:15:18: Also finde ich klasse.

00:15:19: Findet denn jeder oder jede

00:15:21: ihre

00:15:22: oder seine Herausforderungen kommt ihr immer auf einen Nenner?

00:15:26: Naja wie alles in Schule werden wir auch nicht jedes Kind abholen mit diesem Projekt.

00:15:32: Aber unsere Begleitstudien, da ist halt so eine Zustimmungsrate von seventy- acht bis eighty Prozent von Jugendlichen die das Projekt als Erfolg wahrnehmen und es ist eine Frage, um diese Zeit direkt danach wenn man etwas später nochmal darauf schaut dann sehen sie ja auch dass die Anstrengung und die Frustration in dem Moment vielleicht ja trotzdem was gebracht hat.

00:15:52: also die Zahlen wären quasi besser wenn man sich später noch mal fragt weil dann der Reflektionsprozess eigentlich gesetzt hat, aber viel und das ist glaube ich der Normalzustand.

00:16:02: Die Planung ist nicht perfekt und das muss man einfach annehmen.

00:16:05: also es gibt, wenn wir so gucken, sechzig-siebzig Prozent der Gruppen haben am Ende was anderes gemacht als sie geplant haben Also nicht etwas völlig anderes.

00:16:13: Aber die Route musste angepasst werden.

00:16:15: Sie haben nicht die Wegstrecke geschafft oder sie haben vielleicht viel mehr geschafft als sie sich vorgenommen haben weil sie sich total unterschätzt haben.

00:16:22: Und das macht es eben aus Das ist umplanen als Team und dann auch die Flexibilität zu haben.

00:16:30: Es ist ganz schwer zu sagen, was ist denn jetzt Erfolg?

00:16:33: Was ist vielleicht auch Misserfolg?

00:16:35: Ich würde sagen, Misserfolge gibt es nicht!

00:16:37: Das ist eine Lerngelegenheit.

00:16:39: Solange ich nicht in der Ohnmacht stecken bleibe hat's etwas gebracht.

00:16:43: Und das finde ich eben wichtig

00:16:44: daran.

00:16:46: Ist das eventuell auch ein Fehler unseres aktuellen Bildungssystems?

00:16:50: Ein Fehler von den Fehlenden?

00:16:55: Perspektive erkannt werden.

00:16:56: Also ich meine, das scheitern

00:16:58: auch

00:16:59: Teil des Erfolgs sein kann.

00:17:00: dann am Ende?

00:17:01: Ja da kann ich natürlich nur zustimmen.

00:17:03: Dann habe ich jetzt ja keine Ahnung was mit dem.

00:17:06: Ich mache es aber mal an dem fest, was ich ursprünglich gelernt hab.

00:17:09: Chemie-Lehrer sein!

00:17:11: Chemie und Forschung, der Experimente klappen nicht.

00:17:16: Ich lerne aus fünf Ninze Prozent Fehlern dass ich irgendwann einen Durchbruch mache.

00:17:20: wie ist Schule?

00:17:21: Im Chemieunterricht habe ich nach fünf, vierzeh oder neunzig Minuten ein perfektes Experiment.

00:17:26: Ja?

00:17:27: Was immer funktioniert.

00:17:28: Völliger Quatsch!

00:17:29: So ist es nicht.

00:17:30: später ja und also ich weiß nicht wie dein Leben so geklappt hat.

00:17:34: in meinem Leben war nicht immer alles... ...nicht immer alles nach Plan gelaufen und ich glaube das gilt für die meisten Menschen.

00:17:40: Ja.

00:17:41: Abgebrochenes Medizinstudium Ich weiß wovon ich rede.

00:17:45: Also ja klar natürlich der das Leben führt über Umwege dir aber auch immer am Ende wieder eine neue Tür öffnen.

00:17:51: Also sowas zumindest bei mir, schön!

00:17:54: Wie ist denn das Feedback von den Lehrern und vor allem auch von den Eltern die ihr ja bestimmt oftmals überzeugen müsst so wie ihr das auch bei den Eltern aus den unterschiedlichen Religionskreisen getan habt?

00:18:05: Genau also Religion ist jetzt nur ein Aufhänger es sind grundsätzlich ist es bei Eltern und da ist gar kein Vorwurf sondern eine Beobachtung erwische ich mich ja als Papi selber auch oft genug, dass loslassen ist halt immer schwer.

00:18:18: Was traue ich meinem Kind schon zu?

00:18:22: Und irgendwann brauche es seit diesem Sprung das jemand da ist und das würde ich sagen ist eines der Kerngeheimnisse von guter Pädagogik.

00:18:28: Irgendwann muss mir jemand mehr zutrauen, als ich mir selbst zutraue und da entstehen ganz spannende Momente Ja, und da versuchen wir die Eltern mitzunehmen.

00:18:38: Es ist natürlich Information unser Sicherheitskonzept ganz wichtig bei uns.

00:18:42: auch Kinder- und Jugendschutz ja das ist ein ganz wesentlicher Teil sind in kleinen Gruppen unterwegs.

00:18:48: Das Projekt lebt von der Erfahrung und trotzdem müssen die Begleitpersonen oder auch die Jugendlichen untereinander ja auch eine gewisse Vorstellung von Grenzen haben, die auch eingehalten werden sollen damit sich wirklich jeder wohlfühlt.

00:19:01: also dass es zwei wichtige Themen loslassen persönliche Grenzen waren, die mit Eltern ganz wichtig sind.

00:19:09: Also ich gebe es auch an der Streitpunkt darüber ob das jetzt wirklich sein muss oder ob das nur so ein schönes Zusatzding ist von Schule da habe ich mich ja eben schon zu geäußert.

00:19:18: Man muss einmal generell in Frage stellen was vor allem während der Pubertät wirklich in Schule bei rumkommt und ob nicht andere Formate wie zum Beispiel ich sage nicht dass das das einzig ist aber projektorientiertes Lernen oder vor allem Handlungs orientiertes Lernen, dass das viel mehr Effekte hat.

00:19:35: Das sind so die Eltern.

00:19:37: bei Lehrkräften ist das Hauptthema Belastung und ich glaube es ist geil im Entgang, dass der Lehrkräftemangel in Deutschland einfach gerade sehr stark zuschlägt und er sich deutlich verschärft.

00:19:47: niemand dreht dort Dräumchen.

00:19:49: ganz viele Schulen wissen nicht wie sie die Lücken füllen sollen.

00:19:53: aber auch da kann man sich als Schule überlegen jetzt Prioritäten zu setzen.

00:19:56: Ich kann jetzt immer weiter lückenfüllen oder mir gesamtkonzeptionell überlegen, wo möchte ich eigentlich hin als Schule?

00:20:04: Und ich sage immer so der Auftrag auch der gesetzlich verankerte Auftrag von Schul ist nicht Wissensvermittlung.

00:20:10: Das ist ein Teil davon.

00:20:11: Der gesetzliche verankerte Auftrag ist Persönlichkeitsentwicklung zu demokratischen Bürgerinnen und Bürgern.

00:20:18: Ja das ist unser Verfassungsauftrag als Lehrkräfte und daran sollten wir uns messen und nicht an dem Einzelteilen vom Lehrplan.

00:20:26: am Ende bleibt über Die Emotionen, die wir gespürt haben in Schule, wenn wir was gelernt haben und nicht das reine Fach wissen.

00:20:34: Und die Kompetenz mir selbst Dinge anzureignen... Ja, diese übergeordneten Kompetenzen sind eigentlich viel wichtiger!

00:20:40: Es geht nicht ohne Fachinhalt.

00:20:41: Ich sage nicht dass es keinen Platz hat in Schule.

00:20:43: Das wäre Quatsch.

00:20:45: Sondern ich glaube, es muss beide Seiten geben.

00:20:47: Und Schule insbesondere in Deutschland fokussiert sich bisher sehr stark auf Kognitive versus Lernen.

00:20:54: Lieber Markus?

00:20:55: Was ist denn für euch als Herausforderung einfach machen, die größte Herausforderung aktuell?

00:21:01: Als gemeinnützige Organisation, die so mit Schulen zusammenarbeitet.

00:21:07: Da stellen sich ganz viele Fragen von Aufsichtspflicht, Haft und Versicherung.

00:21:10: also sie sind geklärt aber das war vor allem in der Anfangszeit ein großes Ding.

00:21:15: Also Lernen außerhalb von Schule!

00:21:16: Das hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen.

00:21:18: ja ich sage es mal so platt was passiert wenn Kinder und Jugendliche den Schulzaun des Schuhgelände verlassen?

00:21:26: Das gibt es noch geregelt für einen Berufspraktikum, aber dann hört das ehrlicherweise auch schon fast auf.

00:21:31: Und jedes Bundesland hat unterschiedliche Vorstellungen davon was das denn eigentlich bedeutet.

00:21:36: also dass ist eine große Schwierigkeit.

00:21:38: die haben wir jetzt zum Glück überwunden aber sie kommt immer wieder auf und es wird natürlich immer wieder hinterfragt.

00:21:46: Das gilt auch insbesondere in bundesländern wo man jetzt schon stark einen Rechtsrück verneben kann, da wo die Einmischung in Schule als hoheitliches Einmischen sag ich mal verstanden wird.

00:21:58: Das kann nicht uns anliegen!

00:21:59: Wir wollen einfach mit Schulen zusammenarbeiten und wir bringen systematisch die Kompetenzen aus Kinder- und Jugendhilfe und öffentlicher Schule eigentlich zusammen.

00:22:08: Wir sind ein Träger der Kinder und Jugend Hilfe Jugendhilfe-Einrichtungen, die kommen eigentlich erst zum Einsatz wenn es zu spät ist.

00:22:17: Das sind dann in Obhutnahme beim Jugendamt, das sind Angebote im Bereich Sucht und so weiter.

00:22:22: Eigentlich ist es zu Spät.

00:22:24: Es muss viel früher kommen und die Verzahlung von Schule und der Kinder- und Jugendhilfede ist in Deutschland kaum gegeben weil es unterschiedliche Rechtskreise sind.

00:22:32: Das ist in anderen Ländern anders wo Bildung insgesamt vom Kind aus gedacht wird Und es da eigentlich viel spannende Modelle gibt, wie diese verschiedenen Provisionen zusammenwägen.

00:22:43: Das fehlt in Deutschland.

00:22:45: Zweite Herausforderung, die sich ergibt bei dem was zu machen.

00:22:50: Jede Gruppe wird von einer ehrenamtlichen Person begleitet und bei der Anzahl an Gruppen, die wir jetzt ja los schicken ist das auch eine große Anzahl im Ehrenamtlichem, die werden uns mitmachen.

00:22:59: Aktuell fünfhundert Ehrenambliche.

00:23:01: Die müssen man immer wieder finden.

00:23:03: Die werden ausgebildet, Eignungsüberprüft usw.. Also die Hälfte von unserem Hauptpersonal beschäftigt sich eigentlich mit den Ehrenamtlichen.

00:23:11: Das heißt, jeder der Lust hat es ist ein anerkanter Bildungsurlaub egal welchen Beruf sie haben.

00:23:17: einfach mal mitmachen und bei uns melden muss ja gar nichts Pädagogisches sein.

00:23:21: auch viele Führungskräfter oder Teamleiter machen bei uns mit und stellen fest dass Jugendliche echt gut im direkten Feedback geben sind.

00:23:29: was das sage ich mal empathische Führungsverhalten angeht zum Beispiel Ja das ist ein Versprechen was wir machen gegenüber Menschen in Unternehmen Ja.

00:23:37: Schön!

00:23:38: Wie kann man euch sonst helfen?

00:23:39: Jetzt hast du uns ja schon eine schöne Möglichkeit gegeben, sich bei euch zu beteiligen sozusagen.

00:23:45: Was kann man noch machen wenn man Herausforderungen total super findet und das Projekt oder euch als GGMBH super gerne unterstützen möchte?

00:23:53: Wo findet man euch?

00:23:54: was kann man tun?

00:23:55: Genau natürlich haben wir wie jedes Unternehmen auch eine Website www.herausforderung.eu Und ich glaube die beste Hilfe Also neben man macht ehrenamtlich bei uns mit, mal einmal als Begleitperson ist die Idee zu verbreiten.

00:24:09: Ein bisschen eine gemeinnützige Organisation kriegt genau null Euro für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing.

00:24:15: Das fördert niemand.

00:24:16: das heißt dass es super wichtig also Likes auf Social Media Kommentar aus Social Media oder einfach weiter erzählen Die meisten Schulen die wir uns mitmachen haben das irgendwo gehört und weitererzählen wenn Zuhörer und Zuhöhrerin Kinder haben, insbesondere Jugendliche, wo sie denken das könnte passen.

00:24:35: Einfach melden und vielleicht passt es ja auch zu der Schule.

00:24:39: Ja?

00:24:40: Toll!

00:24:41: Super!

00:24:41: Das ist eine sehr niederschwellige Möglichkeit euch zu helfen und ich denke das kann eigentlich jeder tun.

00:24:46: also abmarsch erzählt weiter von Herausforderung bitte.

00:24:50: Eine Frage habe ich noch zu den Ehrenamtlichen die bei euch beschäftigt sind als Begleitperson für so eine Schulgruppe, die eine Herausforderung oder Herausforderungen bewältigt.

00:25:01: Eine gute Idee ein Elternteil mitzunehmen?

00:25:03: Oder ist das zu nah und ihr macht es absichtlich dass da keine bekannten Personen mitgehen auf solche Herausforderungen?

00:25:09: Ja wir machen es wirklich absichtlich!

00:25:11: Das sind nicht die eigenen Eltern, das wäre glaube ich für alle in der Gruppe komisch insbesondere das Kind.

00:25:17: was Mama oder Papa mehr springt ist glaube ich nicht das Richtige in dem Alter und Lehrkräfte sollen auch die Gruppen nicht begleiten.

00:25:25: Es kommt ganz selten vor in Ausnahmefällen, aber es soll gar nicht zu der Bewertungssituation kommen.

00:25:32: Ich glaube man kann noch so ein netter Lehrer oder eine noch so nette empathische Lehrerin sein.

00:25:38: Ganz wird es nie weg sein dass der Bewerbungsaspekt der zu den Berufsfeld dazu gehört, ob das jetzt gut ist oder schlecht ist können wir an anderer Stelle diskutieren.

00:25:46: Aber das lässt sich nicht ausschalten.

00:25:49: deshalb sagen Fremde Person als Begleitperson.

00:25:51: Da blickt jemand völlig unbedarft und unvor euch genommen auf eine Gruppe an Jugendlichen, und das ist wirklich gut!

00:26:00: Es ist auch gut für Kinder- und Jugendliche die Lehrkräfte schon immer die Augen verdrehen wenn sie in einer Gruppe zusammen sind.

00:26:07: dann kommt jemand Engagiertes, Motiviertes Frisches und dann blühen diese Kinder und Jugendlichen auf weil es rechnet ja keiner damit dass die Blödsinn machen und da passiert es doch nicht.

00:26:17: Auch da Zutrauen und Vertrauen Super wichtig, deshalb sind es ganz bewusst eine externe Person.

00:26:24: Super sehr schön!

00:26:25: Wenn ich jetzt schon so einen Spezialistenexperten, so ein Insider hier am Mikrofon habe möchte ich mit dir gerne auch noch mal ein bisschen allgemein über das aktuelle Schulsystem sprechen wenn du Lust dazu hast.

00:26:38: mich beschäftigt immer die Frage würde es unseren Kindern unseren Schülern helfen, wenn neue Lehrfächer auf den Lehrplan kämen.

00:26:47: Zum Beispiel könnte er Herausforderungen ein Lehrfach werden was halt dann für jeden praktisch angeboten wird.

00:26:53: oder es gibt ja auch so etwas wie Resilienz als Lehrfach oder andere Dinge Empathie wo andere weichere Fähigkeiten gefördert werden als jetzt nur Mathe und Chemie.

00:27:05: wenn man bei deinen Fächern bleibt Was hältst du davon?

00:27:08: Und was sind deine Ideen dazu?

00:27:10: Ja, ich glaube da ist ganz wichtig zu differenzieren in dieser Debatte.

00:27:13: Also übergeordnete, also fachlich übergreifende Kompetenzen wie Resilienz-, Durchhaltevermögen, sich organisieren zu können und so weiter oder Empathie aufzubringen, sich eine Meinung zu bilden ja?

00:27:27: Und die kritischste hinterfragen das wären jetzt ein paar Beispiele für übergeordnete Kompetensen.

00:27:32: Die hängen nicht an einem Fach sondern es muss durchgehen passieren.

00:27:35: Aus meiner Sicht haben wir eigentlich viel zu viele Fächer.

00:27:38: Also, dass zum Beispiel die Naturwissenschaften Mathe, Chemie, Bio-, Physik getrennt voneinander unterrichtet werden in den meisten Fällen.

00:27:45: Das ist eigentlich volliger Quatsch!

00:27:47: Weil so... Die Natur hört ja nicht auf wenn das Fachzehnte ist und so gilt es auch für andere Bereiche.

00:27:52: Ich glaube man muss viel mehr zusammenfassen, dass man sich viel intensiver beschäftigen kann.

00:27:58: also mein Plädoyer wäre deutlich weniger Fächer Sachen zusammenfassend mehr Projekts basiertes Lernen und ich glaube, es kommt viel mehr auf unterschiedliche Sozialformen an.

00:28:09: Mal Einzelarbeit mal als Teams, mal ein langes Projekt, mal kurze Sachen Und den Schulalltag ganz neu zurückmetisieren.

00:28:17: das gelingt.

00:28:18: Schulen Das sind die Schulen, die den deutschen Schuhpreis regelmäßig gewinnen.

00:28:21: Die haben alle ganz andere Zeitkonzepte Ganz andere Vorstellungen von Fächern und übergreifendem Lernen.

00:28:28: So das bleibt einfach die Beobachtung und das ist auch das was am meisten zieht.

00:28:32: und Ich glaube Ich sage manchmal, jetzt komme ich mir schon fast alt vor.

00:28:36: Wikipedia war für Lehrkräfte damals ein großer Schreck.

00:28:39: Jetzt steht das überall und keiner durfte Wikipedia benutzen.

00:28:42: So war es am Anfang!

00:28:43: Jetzt ist Kaida – und das kann jetzt definitiv keiner mehr wegnehmen aus der Welt der Jugendlichen.

00:28:49: Und ich glaube, dass Gewicht von übergeordneten Kompetenzen und rein fachlichen Wissen verschiebt sich jetzt massiv.

00:28:57: Weil ich habe wirklich für jeden niederschwellig das Wissen der Welt in der Hosentasche und kann es abfragen, ich muss aber lernen das kritisch zu hinterfragen was das Ergebnis ist.

00:29:10: Und das lerne ich nicht in einem einzelnen Fach.

00:29:13: Ich nehme jetzt mal nur dieses Beispiel raus sondern das musste ich immer wieder lernen.

00:29:17: uns kommt vielmehr auch den Lernprozess an als auf ein einzelnes Ergebnis.

00:29:22: Ja

00:29:23: da hast du mit Sicherheit recht!

00:29:24: Trotzdem würde es mich freuen, ehrlich gesagt wenn Herausforderungen ein Schulfach wäre oder einen Bestandteil der Schullaufbahn jedes Schülers, sagen wir mal so.

00:29:34: Okay ich halte euch ja für weltverbesserer.

00:29:37: deswegen habe ich euch auch in meinen Podcast eingeladen und deswegen stelle ich dir auch meine obligatorische Frage was müsste deiner Ansicht nach passieren damit die Welt ein besserer Ort würde wenn du dir drei Dinge wünschen dürftest?

00:29:49: Ich nehme einmal kurz als Bezugspunkt die Schule.

00:29:53: Aber da ist es generell zu schauen, was kann jeder gut und mit viel mehr einem Stärkenblick auf Genant Jungliche zu schauen.

00:30:02: Das wäre glaube ich eine Sache die ich mir wünschen würde jetzt mal rein aus dem Bildungskontext heraus.

00:30:07: Und das zweite hat damit zu tun, ich glaube uns fehlt viel mehr Empathie in der Welt sich reinzuversetzen in die Lebenswelt von jemand anderem.

00:30:18: Das scheint mir zunehmend schwierig zu werden in einer polarisierten Welt Und das würde ich mir, glaube ich wünschen.

00:30:25: Dass wir viel mehr Gelegenheiten haben wo wir uns ernsthaft begegnen nicht nur kurz sehen sondern Begegnungszeit haben als Team, als Gruppe auch als zwei Personen vielleicht die aus völlig unterschiedlichen Kontexten kommen und sich wirklich reinversetzen können.

00:30:41: was die Motivation der anderen Person denn?

00:30:43: Ich glaube immer wenn wir das hinkriegen dann werden wir viele gemeinsame Motivationen finden, was uns im Kern wirklich antreibt und nicht nur Differenzen sehen zwischen Menschen.

00:30:56: Es müssen nicht alle gleich sein!

00:30:57: Ich bin sicher kein harmoniebedürftiger Mensch, was das angeht und mag den Streit aber immer mit dem gewissemast anderen Respekt und Empathie für die ja dass meine eigene Sicht auch falsch sein könnte oder zumindest falsch für jemand anderes sein könnte.

00:31:13: Das ist glaube ich eine super Fähigkeit.

00:31:15: Ja Und das dritte ist jetzt natürlich aus der Berufssicht heraus, ich glaube Kinder und Jugendliche haben überhaupt gar keine Lobby in dem politischen Feld.

00:31:26: Mir kommt die Sichtweise von Kindern und Jugendlichen und die Teilhabe oft viel zu

00:31:31: kurz.".

00:31:31: Und das merkt man zum Beispiel auch wenn man auf Wahlprogramme von Parteien schaut.

00:31:37: es kommt quasi ja sehr wenig vor und ist leider vieles ausgerichtet auf eine alternde Gesellschaft was jetzt auch wichtig Aber die Stimmen von Kinder und Jugendlichen, die haben ganz wenig Gewicht.

00:31:51: Und das finde ich sehr schwierig.

00:31:53: Ja, das stimmt!

00:31:54: Das könnte sich ruhig auch ein bisschen ändern.

00:31:56: Das finde ich auch hervorragend.

00:31:57: Drei wunderschöne Wünsche.

00:31:58: Vielen Dank fürs Teilen.

00:32:00: In meinem Podcast geht es ja nicht nur um soziales Engagement wozu ich euch jetzt mal rechne sondern auch um Nachhaltigkeit und Innovation.

00:32:07: wie kommt das in deinem Leben vor?

00:32:10: oder wie kommt es vielleicht auch in eurer Arbeit mit vor?

00:32:14: Wir beschäftigen uns vor allem mit sozialer Nachhaltigkeiten würde ich mal sagen, dass das eines der drei Säulen ist von Nachhaltigkeit.

00:32:21: Jetzt könnte man bei uns als soziale Unternehmen natürlich noch darauf schauen.

00:32:25: es ist notwendig damit wir möglichst viele Kinder und Jugendliche erreichen, dass unsere Kosten gedeckt sind, dass wir also auch ökonomische Nachhaltigkeiten haben.

00:32:33: ja deshalb haben wir einen Elternbeitrag der ist zwar gering aber er ist auch nicht null Euro und das müssen wir immer so ein bisschen austarieren zwischen Elternhäusern, die sich das leisten können, die das kein Problem ist und einer Zielgruppe, die wir durch Notfallforms und einfach durch die Masse dann auch kostenlos teilnehmen lassen oder irgendwo dazwischen.

00:32:54: Und diese Frage stellt sich immer unter.

00:32:57: werden wir auch immer wieder für kritisiert oder sehr gelobt je nach Sichtweise wie man diesen Ballanzart macht?

00:33:05: ich komme selber aus dem Bildungsferienhaushalt und kann deshalb gut nachvollziehen wie schwierig es ist für Familien auch einen Beitrag wie hundertfünfzig Euro aufzubringen für ein halbes Jahr, wenn es Geschwisterkinder gibt und so weiter.

00:33:17: Und das ist eine Debatte die wir aushalten müssen und immer wieder neu führen müssen und auf den Einzelfall schauen.

00:33:22: also super wichtiges Thema in unserem Feld insbesondere weil öffentliche Förderung eigentlich eingestellt werden.

00:33:29: gerade ja ganz viele soziale Projekte fallen hinten weg.

00:33:35: Ja und dann die ökologische Nachhaltigkeit Das natürlich bei uns auch wichtig.

00:33:38: Wir arbeiten zum Beispiel jetzt Team Remote zusammen Reisen nur mit Bus und Bahn.

00:33:43: Also das Auto nutzt bei uns nur jemand, wenn die Bahn streikt oder auswählt.

00:33:47: Das kommt ja zum Glück nicht so oft vor.

00:33:51: Und wir versuchen dann auch durch die Art der Projekte, die Kinder und Jugendlichen machen, auch die ökologische Seite uns anzuschauen.

00:34:00: Auch die fahren ganz viel Fahrrad, auch wenn es gar kein Sportprojekt ist – ich hatte eben das Beispiel Buch schreiben, also mit dem Kochbuch erzählt.

00:34:08: Helfen im Tierheim auch da fahren sie auf einem Fahrradbus und Bahn hin so dass wir auch da versuchen ja möglichst einen geringen CO-Zweihabdruck zu hinterlassen und hoffentlich mit dem was Sozialanmärwert und Nachhaltigkeit dabei rumkommt das zum Beispiel auch aufwiegen können.

00:34:24: Super Mensch!

00:34:25: Das hast du auf jeden Fall glaube ich das erste Mal in meinem Podcast dass jemand das an den drei Säulen so schön aufgegliedert erzählt hat.

00:34:32: alle Achtung Toll, lieber Markus!

00:34:35: Ich stelle als allerletzte Frage immer die nach einem Buchtipp.

00:34:38: Weil ich selber total gerne lese und mich immer über Tipps freue.

00:34:41: Liest du gerne?

00:34:41: Und hast du in letzter Zeit irgendwas gewesen was dich sehr begeistert hat?

00:34:44: Vielleicht hast du auch einen Buch-Tipp für junge Leute.

00:34:46: Schieß mal los!

00:34:50: Die Bücher sind erhältlich bei booklucker.de Dem Marktplatz für Bücher.

00:34:58: Das ist gar nicht so einfach... Ich lese immer nur im Urlaub.

00:35:02: Ich glaube da hat das Studio mich zu viel geprägt und habe zu viele Texte in mich rein geworfen.

00:35:08: Also mein... Trotz Mathe

00:35:09: und Chemie, das hätte ich jetzt

00:35:10: nicht gedacht!

00:35:12: Ja ja, aber Mathe-Chemie ist nicht so lesen, dass es viele Sachen angucken und machen tatsächlich.

00:35:19: Also meinen Buchtipp, was hat mich mal wirklich verändert?

00:35:21: Ich mag sehr das Buch Factfulness.

00:35:24: also wenn man mal zwischendurch den Eindruck hat die Welt geht back up Wenn man die Nachrichten schaut dann könnte man das ja ständig denken bringt einen das, glaube ich zu ein bisschen Bodenhaftung und Optimismus zurück.

00:35:37: Das finde ich immer sehr schön!

00:35:38: Und als Naturwissenschaftler sind mir Fakten, Passiertes Denken... ...und analysieren ist mehr auch einfach wichtig.

00:35:47: Ein Buch was mich in letzter Zeit auch beschäftigt hat es Kinder-Minderheiten ohne Schutz wo man nochmal wirklich sieht wie das was ich eben angesprochen habe Wie schwierig es eigentlich sich auf die Anliegen von Kinder und Jugendlichen zu fokussieren.

00:36:03: Und die in der Gesellschaft unterzubringen, das bringt einen glaube ich wirklich noch mal sehr zum Nachdenken und passt vielleicht zudem weltverbesserer Format an dieser

00:36:11: Stelle.

00:36:12: Auf jeden Fall!

00:36:13: Super.

00:36:14: vielen Dank Markus dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview.

00:36:18: Ich fand es super spannend dich um das Projekt näherkennen zu lernen.

00:36:22: Vielen Dank auch für die Buchtipps.

00:36:23: natürlich Bildung entsteht nicht nur dort wo Wissen vermittelt wird sondern Dort, wo Menschen sich selbst etwas zutrauen denke ich.

00:36:30: Danke für diese spannenden Einblicke in die Herausforderungsprojekte und vor allem für euren Einsatz für junge Menschen um sie dabei zu unterstützen ihre Stärken zu entdecken und mutig ihren eigenen Weg

00:36:39: zu gehen.

00:36:39: das ist so wichtig

00:36:41: Und bitte macht weiter.

00:36:42: so Sind übrigens auch Spenden willkommen.

00:36:44: überleg dich mir gerade noch Wir

00:36:45: sind ja eine spendberechtigte Organisation.

00:36:48: Okay, super.

00:36:48: Also dann gehen wir das natürlich auch noch mit auf und Spenden sind natürlich auch herzlich willkommen, wer jetzt total begeistert von dem Projekt ist.

00:36:54: Nicht nur helfen nicht nur weiter sagen sondern gerne auch spenden!

00:36:58: Und damit hoffe ich dass ich euch jetzt nochmal einen kleinen Push mit auf den Wehgeber und ihr weitermacht und größer wertet und weitere Herausforderungen vor den Schülerinnen und Schülern liegen.

00:37:07: Dankeschön!

00:37:08: Vielen Dank!

00:37:08: Wir geben uns Mühe!

00:37:13: Wie immer findet ihr natürlich alle Informationen und Links zu diesem Projekt in den Shownotes.

00:37:19: Hat es euch gefallen?

00:37:20: Fühlt ihr euch inspiriert, bewegt?

00:37:23: Habt ihr Verbesserungsvorschläge für mich?

00:37:25: Dann schreibt mir gerne.

00:37:27: auch die E-Mailadresse findet ihr in den shownotes!

00:37:30: Abonniert doch den Weltverbesserer Podcast dann verpasst ihr keine Episode mehr.

00:37:35: Teilt, liked und kommentiert diese Folge des Weltverbessere Podcasts.

00:37:39: ich würde mich sehr freuen.

00:37:41: Vielen Dank dafür.

00:37:42: Bis bald, eure Birte.

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