288 Digitalfabrik Tür an Tür – digitale Brücken bauen
Shownotes
Wie schaffen wir eine Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Chancen haben – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Sprache oder ihrer Lebensgeschichte? Und welche Rolle kann Digitalisierung dabei spielen? Mein heutiger Gast engagiert sich bei Tür an Tür, einer Organisation, die sich seit mehr als 30 Jahren für die Integration von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten sowie sozial benachteiligten Menschen einsetzt. Mit der Digitalfabrik werden dabei innovative digitale Lösungen entwickelt, die Menschen den Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe erleichtern. Wir sprechen heute darüber, wie digitale Brücken zwischen Menschen entstehen können, warum Integration eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist und wie Technologie dabei helfen kann, Türen zu öffnen, statt neue Hürden aufzubauen.
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Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo, Weltverbesserer!
00:00:10: Dies ist der Podcast für alle die positiv und gleichzeitig achtsam in die Zukunft gehen wollen.
00:00:15: Ein Podcast über Nachhaltigkeit, soziale Projekte und Innovationen.
00:00:21: Abonniere doch unseren Kanal und verpasse keine weitere Episode des Weltverbesserer-Podcasts oder ihrer Lebensgeschichte.
00:00:39: Und welche Rolle kann Digitalisierung dabei spielen?
00:00:42: Mein heutiger Gast engagiert sich bei Tür an Tür eine Organisation, die sich seit mehr als dreißig Jahren für die Integration von Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten sowie sozial benachteiligten Menschen einsetzt.
00:00:53: Mit der Digitalfabrik werden dabei innovative digitale Lösungen entwickelt, die Menschen den Zugang zu Bildung Arbeit- und gesellschaftlicher Teilhabe erleichtern.
00:01:03: Wir sprechen heute darüber, wie digitale Brücken zwischen Menschen entstehen können.
00:01:06: Warum Integration eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist und wie Technologie dabei helfen kann, Türen zu öffnen statt neue Hürden aufzubauen.
00:01:15: Herzlich willkommen lieber Daniel Kehne!
00:01:17: Schön dass du da bist.
00:01:18: Du hast schon gesagt also mit der Vereinsgründung, twoinzehnzwei neunzig Tür an Tür hast du nichts zu tun.
00:01:23: Du kannst uns aber ein bisschen was über den Verein erzählen.
00:01:25: Dann fang doch mal an.
00:01:27: Erzähl mal, was hinter der Digitalfabrik für einen Verein steht?
00:01:31: Ja sehr gerne Herr Schöngertag.
00:01:32: Ich freu mich auch hier zu sein.
00:01:33: und Tür an Tür, ja ich war zwei Jahre alt als der.
00:01:38: Und da habe ich mit einer Rassel gespielt und glaube ich noch nicht noch nicht ans Vereinsgründen gedacht.
00:01:43: aber tatsächlich ist ein Augsburger Verein und damals war das Thema Kirchenasyl ein großes Thema.
00:01:48: es gab mehrere Bengalen die in Augsburg Kirchen Asyl gesucht hatten und eine Gruppe die da unterstützt hat und die Idee war dann so bisschen das Wissen was man in den Kirchen asyl gesammelt hat auch zu konservieren.
00:02:01: Wir gründ einen Verein, der ein Ziel hat.
00:02:04: Nämlich wollten die am Ende ein Wohnheim bauen wo studierende und geflüchtete Tür an Tür miteinander wohnen.
00:02:11: Und deswegen hat sich der Verein auch Tür in Tür miteinander wohnen und Leben so genannt.
00:02:15: Man hat dann auf dieses Ziel hingearbeitet.
00:02:16: aber dann gab es diesen großen Asylkompromiss Anfang der neunziger Jahre und da hat sich das alles wieder... ... ja, in Luft aufgelöst mit der Planung.
00:02:24: Man hat aber diesen Namen beibehalten und hat dann gesagt okay, dann fokussieren wir uns jetzt weiter... ... auf dieses Thema Rechtsberatungen, Anerkennung, Qualifizierung von Menschen.
00:02:32: Und so ist das Anfang der neunziger Jahre in Augsburg entstanden.
00:02:36: Ja, zwei Fünfzehn sind wir dann dazu gekommen und haben mehr oder weniger eine digitale Einheit von diesem Verein gegründet,... ... wo wir sicherlich gleich noch ein bisschen drüber sprechen.
00:02:47: Auf jeden Fall.
00:02:47: Deswegen bist du ja hier!
00:02:49: Wo steht denn der Verein heute?
00:02:50: Wie würdest du das sagen, hat sich da sehr viel verändert im Vergleich zu wahrscheinlich den Gründungsjahren.
00:02:55: oder ist es im Grunde genommen immer noch das gleiche Prinzip?
00:02:58: Also so ab zwei Tausend Fünfzehn rum als viele Geflüchtete natürlich nach Deutschland gekommen sind, ist es deutlich politisierter geworden.
00:03:05: also der Verein ist deutlich mehr auf Demonstration unterwegs formuliert deutlich mehr Forderungen auch in Richtung Politik setzt sich vor allen Dingen immer noch für Mindeststandards im Bereich Wohnen ein ... und macht in meinen Augen eine sehr, ... ... sehr gut vermittelende Arbeit.
00:03:18: In Augsburg auch zwischen verschiedenen ... ... Organisationen die da tätig sind.
00:03:22: also ist vor allen Dingen auf der regionalen Ebene aktiv.
00:03:24: das heißt ... ... scheinlich die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer werden jetzt sagen Puh habe ich noch nie gehört ja?
00:03:29: Hat man auch nicht wenn man nicht in Augsburger wohnt.
00:03:31: aber dafür ist es so.
00:03:32: Wenn ein Migrant oder einen Migrant in Augnsburg fragt ... ... und sagt hey kennst du Tür an Tür dann hatten sie eigentlich alle in ihrer ... Integrationsbemühungen mal einen Kontaktpunkt dahin, sei es für rechtliche Beratung, Migrationsberatung oder so.
00:03:46: Und ja heute ist der Verein, ich würde sagen solider aufgestellt, freut sich natürlich auch über Mitglieder und macht vor allen Dingen politische Arbeit.
00:03:55: So kommen wir einmal zur Digitalfabrik.
00:03:57: Zur Zeit wie seid ihr dazugekommen?
00:03:59: Also wie ist die Idee entstanden, die DigitalfABrik in den Vereinen sozusagen zu integrieren?
00:04:05: Ja ich glaube immer muss dazu sagen Ich bin ein Gründer der gar nicht wirklich gründen wollte, sondern es war mehr oder weniger so ein Zufall.
00:04:13: Ich war ... ich will nicht sagen zu falschen Zeit am falschen Ort aber das geht so ein bisschen in die Richtung.
00:04:17: Ich muss ein bisschen ausholen glaube ich für das Ganze.
00:04:19: Aber an sich ist es eine spannende Geschichte und zeigt eigentlich wie viele Zufälle manchmal so ineinander laufen.
00:04:25: Ich habe bis im schönen Paraboren gewohnt wo ich studiert hab und auf einer Konferenz hatte nie vor nach Bayern zu ziehen.
00:04:33: Ich bin Westfale.
00:04:35: Habs auch immer schön gefunden in NRW und in der Nähe von Dortmund Und dann habe ich auf einer Konferenz in Paderborn einen Professor aus Augsburg getroffen und der meinte dann, ob ich nicht Lust hätte irgendwie vielleicht auch in seinem Studiengang was zu machen.
00:04:47: Dazu nochmal zu studieren und zu dieser Zeit war ich eigentlich schon komplett im Berufsleben.
00:04:51: Ich war bei Siemens bzw.
00:04:52: der Arthors angestellten IT-Tochter von Siemens und hab da gutes Geld verdient, war als Berater aktiv im Bereich SAP.
00:05:00: also muss man nicht zu tief reingehen.
00:05:02: Zu Friedenheitsskala war so eine sieben von zehn ja?
00:05:05: Also ich war nicht unglücklich hatte so ein Schlüsselmoment in meinem Leben, glaube ich.
00:05:09: Das war dieses sieben zu eins von Deutschland gegen Brasilien was ich quasi nicht gucken konnte weil ich noch am Arbeiten war beziehungsweise im Zug war.
00:05:16: und das Spiel war ja glaube ich um zwanzig Uhr oder so abends.
00:05:19: und da habe ich mir gedacht Puh irgendwas läuft vielleicht in meinem Drop nicht perfekt dass sich quasi um die Uhrzeit hier noch erster Halbzeit im Büro und zweiter Halbzeiten im Zug fest hängen und hab mich dann überlegt okay vielleicht gibt es da ja irgendwann mal eine Option ... das auch zu ändern und was anderes zu machen.
00:05:32: Und genau diesen Augsburger Professor, der hat mich dann angesprochen... ... ob ich nicht Lust hätte in seinem Studiengang nach Augsburg zu kommen,... ...dann habe ich erst mal verneint und gesagt nee, das ist eigentlich nichts für mich.
00:05:41: Und ein halbes Jahr später war ich aber so... ...in drei vier Projekten gleichzeitig unterwegs.
00:05:47: Das ist wirklich sehr hart von der Belastung.
00:05:50: Also ich arbeite gerne, ich arbeide doch gerne mal ... ... sechszig, siebzig Stunden, aber das war dann schon hart am Limit... ...was da eingefordert wurde.
00:05:56: Dann hab' ich mir gedacht okay also Augsbourg!
00:05:57: ... ist ja bekanntlicherweise die Stadt mit den meisten Feiertagen in Deutschland.
00:06:01: Also Bayern hat ja sowieso die meisten, ... ... und Augsburg hat noch einen mehr.
00:06:04: Warum also nicht mal nach Augsburger als kleine Off-Time... ...und zwei Jahre ein Master machen?
00:06:08: Und so bin ich da hingezogen und wie das so ist wenn man umzieht gerade ein bisschen weiter dann hat man vielleicht vorher viele Hobbys gehabt.
00:06:15: Sobald man umzieht es ist es eher tabularaser.
00:06:18: Man hat dann wieder neue Zeitkontingente und neue Optionen.
00:06:22: Das erste war sich in Augsberg quasi gemacht habe.
00:06:25: In meinem Briefkasten hatte ich so eine kostenlose Sonntagszeitung und der Topartikel war, dass der Augsburger Flughafen, das ist ein kleiner Regionalflughafen zu einer geflüchteten Unterkunft ausgebaut werden soll.
00:06:35: uns eine Debatte geben sollte ob das sinnvoll ist oder nicht.
00:06:38: und aus meiner Zeit in Paderborn oder auch von meinem Vater der zu dem Zeitpunkt Hausmeister von Asylbewerberunterkunft war wusste ich okay also es ist immer schlecht so einen Flughafen der so zwanzig Kilometer vom Zentrum ist irgendwie zu nutzen, gerade wenn die Leute die Geflüchtlinge keine Autos haben.
00:06:53: Es kein guten ÖBNV gibt.
00:06:54: das ist mehr so eine Isolation und Abschottung.
00:06:56: Und da bin ich zu einer Info-Veranstaltung gegangen.
00:06:59: Und ganz am Ende von unserer Info Veranstaltung wurde gesagt ja hier ist noch ein Kollege von Türen Tür.
00:07:04: Das ist hier so ne Organisation und die haben so'n Projekt vor.
00:07:08: Das soll Coffee to Stay heißen.
00:07:10: Ja also die haben eine alte Busgarage angemietet.
00:07:15: will man einen Platz aufmachen, wo Geflüchtete gegen Spenden Kaffee trinken können.
00:07:19: Wo die Deutsch lernen können?
00:07:20: Wo die mit Ehrenamt nicht vernetzt werden und sie suchen noch ehrenamtliche, die da Lust haben zu unterstützen.
00:07:24: Und dann habe ich mir gedacht auch ja also mein Kalender ist ja außerhalb der Uni-Zeiten jetzt relativ frei.
00:07:30: wenn es eine Sechzig-Siebzig-Stundenwoche ist quasi Passé bringe ich mich dadurch mal ein.
00:07:35: und das war sehr spannend weil natürlich Leute mit Digitalisierungs Skills, IT Skills, Organisation Skills waren da jetzt nicht zuhauf.
00:07:43: Es waren viele ältere Semester, auch sehr schön die schon gesagt haben wir machen hier Theke, Kuren eine Hekelgruppe.
00:07:51: dann waren viele sozialwissenschaftliche Studie-Star die gesagt haben hey!
00:07:54: Wir können hier Poetry Slam machen Musik wir können bei den Hausaufgaben helfen DAF DATS studieren also Deutsch als Zweitsprache Deutsch als Fremdsprache die gesagt hatten wir können beim Lehren von Deutsch helfen.
00:08:04: und dann war ich dann habe gesagt okay dann bin ich wohl eher der Typ für weiß sie nicht die GEMA-Anmeldung von Spotify oder das Internet hinbekommen hier in dem Ding.
00:08:13: Oder vielleicht können wir auch BIMA installieren und so, also diese Techiesachen... Und dann war es so dass nach ein paar Wochen wo ich da aktiv war dieser Gründer von Tür & Tür, das war der der bei dieser Einveranstaltung eben war zu mir gesagt hat hey du bist doch irgendwie so Informatiker.
00:08:30: Wir haben hier in den Jahr ist mal eine Broschüre rausgebracht Die heißt First Steps, die war auf Deutsch Englisch Arabisch ... da sind lokale Tipps drin.
00:08:38: Wo können Menschen in Augsburg ... ... günstige Kleidung kaufen?
00:08:41: Wo können sich Hilfe holen?
00:08:43: Und ja, jetzt haben wir... ... zwei Tausend Fünfzehn und es wäre ja cool wenn wir die noch mal neu aufleben könnten.
00:08:47: Du bist doch irgendwie Informatiker oder so.
00:08:49: Dann habe ich gesagt Ja, alles klar!
00:08:52: Können wir machen, gucke ich mir mal an.
00:08:54: Ja dann war's so das zu dem Zeitpunkt ... ... weiß schon am dem Punkt dass ich meinen Studiengang ... ... mein Studiengang hatte eine soziale AG ... ... wo man zusätzlich EZTS einwerben konnte, also diese klassischen Credit Points die man im Studium braucht.
00:09:08: Und wir haben ja vor allen Dingen mit dem bunten Kreis gearbeitet in einer Organisation in Augsburg, die auch eine sehr gute Arbeit macht, die sich um krebskranke Kinder kümmert und um Geschwister... ...und ich habe gesagt okay vielleicht können wir noch ein zweites Angebot schaffen weil dieser der bunte Kreis das ist was da macht man einmal im Jahr einen Zoobesuch oder noch ein Zweites Mal.
00:09:25: irgendwie geht man mit den Geschwisters Kindern in Kletterpark.
00:09:27: aber es wäre ja cool etwas kontinuierliches zu haben, weil in dem Studiengang wir haben Finanz- und Informationsmanagement studiert Kapitalismus studiert man da ein bisschen.
00:09:36: Und zu Corporate Finance, also sehr trocken und das sind dann sehr viele ja sehr ambitionierte Studis die man da hat.
00:09:43: Dann habe ich halt gesagt hey guck mal wir können auch einmal in der Woche im Café einfach die Theke machen mittwochs abends ist cool.
00:09:49: Dann haben wir alle mal Kontakt zu den Menschen die zu uns kommen bauen dann per Hürden ab und so ist es auch gekommen dass diese Gruppe aus meinem Studium dann schon aktiv war.
00:10:00: Der habe ich dann auch diesen Auftrag, diese First Steps Boshöre zu digitalisieren mitgegeben und hab gesagt.
00:10:05: Hier Leute, guck mal wir sollen das digitalisierend, wer könnt sich das vorstellen?
00:10:09: Und da hat er sich tatsächlich auch einen Kollege gemeldet, der hat gesagt alles klar übernimmt.
00:10:13: Das war... Ich muss hier die Gema machen!
00:10:15: Ich muss ja den Blimer machen!
00:10:16: Ja, ich habe einfach schon viele Dinge.
00:10:18: Und ja, dann kam ein zweiter Zufall dazu.
00:10:20: Ich weiß jetzt red ich schon sehr lange aber es wird noch ein bisschen abszusa.
00:10:24: Ich war auf der ersten Mai-Demo in Augsburg und hab da zufällig den Sozialreferenten getroffen auf dem Rathausplatz.
00:10:30: also eine Freundin die ich so über so neue BürgerInnenprogramm kennengelernt habe hat mich davor gestellt.
00:10:36: Und dem habe ich erzählt was wir bei Tür & Tür machen das wir diese Beschüre machen und der Sozialreference er statt hat dann gesagt Ja, wir wollten sowas auch machen.
00:10:44: Wir haben gerade so eine Taskforce Asyl gegründet.
00:10:46: Macht das nicht Sinn?
00:10:47: Also vielleicht können wir das irgendwie zusammen denken in diese Broschüre.
00:10:50: Ich habe gesagt es ist kein Problem!
00:10:51: Wir können uns ganz gerne mal treffen.
00:10:53: und dann haben die gesagt ja wir haben noch gar keinen Büro wo treffen uns denn?
00:10:56: Ja wir sind die Task Force Asyl.
00:10:58: und dann hab ich gesagt ihr könnt uns hier am Radosplatz einfach hier in dem Kaffee treffen.
00:11:03: Und dann habe ich das zum Kollegen gesagt, auch im Schuljahr.
00:11:05: Ich habe gesagt hey da ist diese Gruppe.
00:11:06: und er hat gesagt ja wäre vielleicht gut wenn du dabei bist so weil du kennst die jetzt, du kennest den Sozialreferenten davon von der Veranstaltung.
00:11:12: Habe ich gesagt dass es kein Problem mache ich... ...und dann dachte ich okay das eigentlich meine letzte Amtshandlung in diesem Projekt dieses Alltagsguides!
00:11:20: Ja dann waren wir bei diesen Terminen und der Kollege ist nicht aufgetaucht.
00:11:25: Es war ein NBA Finals von der amerikanischen Basketball-Liga irgendein entscheidendes Playoff Spiel dass sehr, sehr spät gestartet ist und auf jeden Fall lange rede.
00:11:35: Er ist zu spät aufgetaucht – ich glaube zwei Stunden zu späht!
00:11:38: Und das hat dazu geführt, dass ich quasi dann so ein bisschen der neue Projektleiter oder der projektverantwortliche dann doch war für dieses Projekt.
00:11:45: aber am Ende war es dann die goldrichtige Entscheidung weil wir haben dann diese Digitalisierung von dieser Broschüre umgesetzt und jetzt überspringe ich mal kurz ein halbes Jahr.
00:11:53: Wir haben das nach einem halben Jahr mit dem Sozialreferenten zusammen sehr pressewirksam vorgestellt und da war diese deutsche Zeitung auch da.
00:11:59: ja Da gab es einen Artikel in der Situation Zeitung irgendwie, ich glaube Studierende helfen Geflüchteten mit App.
00:12:06: Das war der Titel.
00:12:07: und dann haben sich andere Städte gemeldet und haben gesagt hey cool er hat das für Augsburg gemacht warum nicht auch für uns?
00:12:12: Und das waren sechs sieben acht andere Stände aus verschiedenen Bundesländern also sehr weit gestreut.
00:12:17: Dann haben wir gesagt ja okay also haben die Architektur eh schon so gebaut dass es passt, dass man skalieren kann.
00:12:24: Dann machen wir's auch für andere Stätte und es kostet auch nichts.
00:12:27: und so sind wir quasi losgelaufen, zwei fünfzehn-zwei-sechzehn und haben aus der einen Idee die eigentlich nur für Augsbrücke geplant war.
00:12:35: Die nicht mal bei mir auf dem Tisch lag sind wir dann quasi auf einmal auf auf sieben acht Städte Landkreise gekommen.
00:12:41: Was für eine wunderschöne Gründungsgeschichte.
00:12:43: ich finde es ganz toll dass du uns diese auch so lange und breit erzählt hast weil ich sie total spannend finde.
00:12:48: ja das war die Gründung Geschichte.
00:12:50: und wo steht die Digitalfabrik?
00:12:52: Und wo steht Daniel heute
00:12:56: Boah, ja also vielleicht kann ich zu uns als Digitaver kurz sagen.
00:12:59: Also das hat sich dann entsprechend so hoch geschaukelt dass wir jetzt mittlerweile auch mitarbeiten haben Integrate eins von unseren drei Hauptprojekten geworden ist.
00:13:08: aus diesem Alltags-Guide ... ist in dem ganzen Prozess, in diesem ersten halben Jahr mit der Stadt Augsburg... ... auf einmal eine digitale Lösung entstanden, digitale Plattformen.
00:13:16: Das war eigentlich gar nicht so.
00:13:17: geplant werden vor diesen Guide einfach in Word abzutippen und neu zu drucken.
00:13:21: Und dann hatten wir zufällig einen Studiengang da, der gesagt hat hey, wir können den Begleitenden App machen,... ... und aus dem Begleitenen App ist ein bisschen das Hauptprodukt geworden.
00:13:29: Und ja mittlerweile sind wir im Sozialunternehmen was selber auch... Umsatz erwirtschaftet.
00:13:34: Wir haben einen Umsatz der, also das kann ich auch offen sagen wir haben Transparenz Kapitel auf unserer Webseite turentür.de slash digitalfabrik könnt ihr euch können sich alle auch gerne mal angucken.
00:13:45: da ist unser sowohl unser Wirkungsbericht darauf als auch unsere Bilanzen die wir immer wieder veröffentlichen über eine Million Umsatz aktuell.
00:13:52: und ja wir sind solide am Wirtschaften.
00:13:54: Ich würde mich uns als weiß nicht ob ich uns noch als Start-up bezeichnen kann.
00:13:58: Da gibt es ja diese Bitcoin Definition, die ersten zehn Jahre.
00:14:01: Jetzt haben wir formal erst zwei Sechzehn gegründet also wir haben quasi einen Jahr lang das was ich auch gerade erzählt habe.
00:14:08: da waren wir noch gar nicht in der Gründung.
00:14:09: Da haben wir einfach als Ehrenamtliche von diesem Tür an Tür eV gearbeitet und dann mussten wir irgendwann gründen weil eine Stadt von uns verträge wollte.
00:14:17: und mittlerweile sind wir breit verstreut.
00:14:20: Wir haben ein paar spannende Ansätze die wir so intern im Unternehmen fahren ... sind eigentlich solide aufgestellt, würde ich sagen.
00:14:27: Gibt ein paar Risiken, gibt ein paar Themen die uns von außen ... ... ja pushen, die uns vor Herausforderungen stellen aber ... ... nichts was mich jetzt irgendwie in den Panikmodus versetzt.
00:14:39: Vermisst du denn ab und zu deinem Leben bei Siemens?
00:14:42: Also... Ja vermisse ich weil Ich meine, es hat einen großen Vorteil auch in einem angestellten Verhältnis zu sein.
00:14:48: Man fährt seinen Rechner runter und dann ist der Kopf leer... ...und man fokussiert sich auf andere Dinge.
00:14:54: Und man hat auch ein klar abgegrenztes Wochenende von anderen Tagen.
00:14:57: Das muss man sich dann in der Gründung erst mal wieder erarbeiten.
00:15:01: Ich bin jetzt gerade frisch so in den Ausläufen meiner Elternzeit.
00:15:05: Für das Thema Elternzeit hatte ich tatsächlich einen Coach, der mich sechs, sieben Monate gekocht hat,... ...weil ich einfach sehr viele Rollen als Gründer innehatte.
00:15:14: Ich zwar in der Lage war, einen Monat-Urlaub zu nehmen und ein Rechner auszulassen.
00:15:18: Und zu sagen hier ist eine Notfallnummer aber jetzt eine Elternzeit zu machen auch mehrere Monate... ...und wirklich gar nicht als Unternehmen zu denken.
00:15:27: das war puh schwierig ja?
00:15:29: Und musste irgendwie aktiv gemanagt werden.
00:15:31: ich habe natürlich keinen Vergleich hätte ich das auch ohne den Coach geschafft.
00:15:35: aber ich bin froh dass sich quasi aus diesen, ich glaube, thirty-fünf Rollen haben wir am Ende bei mir identifiziert,... ...dass ich da fünfundzwanzig noch abgeben konnte und deutlich entspannter dann sag' ich mein ... in das Familienleben reingestartet bin.
00:15:46: Deswegen ja, also an einigen Stellen merke ich einfach... ... dass mir das so klassisch im Konzern oder auch im Unternehmens zu sein fehlt,... ...aber ich sehe einfach wie viele Freiheiten ich jetzt auch habe.
00:15:58: und es gibt so einen Hauptgrund, warum ich auch mein Ziel hatte dann so ein bisschen eher in die Richtung Flugungskraft zu gehen ist, dass man natürlich... Entscheidungen oder man muss nichts ausbocken, was man nicht im Zweifel auch selber irgendwie entschieden hat.
00:16:10: Also das, was mich bei Siemens auch so ein bisschen gestört hat manchmal war der Vertriebler oder die Vertrieblerin hat irgendwas zu einem viel zu günstigen Preis verkauft und Man als Entwickler oder als Beraterin musste man das am Ende aus baden und wusste okay Das ist eigentlich nicht machbar und wir haben da irgendwie einen Unterbietungswettbewerb gemacht mit der Konkurrenz.
00:16:28: Und ja das macht natürlich dann nicht so viel Spaß und wenn man nur seine eigenen Fehler ausbügeln muss ist es schon deutlich entspannteres Arbeiten sage ich mal und meine Gesamtzufriedenheit ist jetzt nur neun von zehn.
00:16:38: Also, ich habe ja vorhin gesagt sieben von zehn bei Siemens Jetzt bin ich bei der neuen von zehn.
00:16:42: Ja es gibt noch ein paar Sachen die fehlen.
00:16:44: zu zehn von zehn aber auf der Skala bin ich ganz gut unterwegs.
00:16:47: deswegen vermisse ich ein bisschen.
00:16:49: Aber all in All muss ich sagen war das die richtige Entscheidung Und wir sind jetzt im zehnten Jahr und Die ersten drei vier Jahre waren hart Waren zeitlich auch auch krass, also wenn ich jetzt überlege was ein Kind an Zeit kostet.
00:17:05: Also Respekt an alle die irgendwie gründen und noch Familie oder Kids dabei haben gerade Kinder die noch nicht in der Kita sind oder so, die sich auch den ganzen Tag bespaßen muss.
00:17:14: es ist schon heftig nur abends arbeiten geht ja auch nicht.
00:17:17: da hat man ja meistens als in der Theorie geht das aber da will man ja auch irgendwann mal bisschen zeit für sicher wo wir runter kommen und das merke ich quasi jetzt auch dass das schon ganz anderes Setting dann ist
00:17:27: Abends sind die meisten Leute per Telefon gar nicht so gut zu erreichen ein großes Problem.
00:17:32: Aber erst mal noch einmal herzlichen Glückwunsch zur Familiengründung, es scheint dir sehr gut zu bekommen.
00:17:36: ich sehe keine dunklen Ringe unter deinen Augen.
00:17:38: also anscheinend ist das bisher alles ganz erfolgreich gelaufen.
00:17:42: Ich finde das total spannend.
00:17:43: du hast ja gesagt als Digitalfabrik seid ihr jetzt ein soziales Unternehmen.
00:17:47: was zeichnet denn eigentlich so ein sozialer Unternehmen aus?
00:17:49: Vielleicht kannst du das einmal nochmal kurz zusammen fassen auch gerne anhand eurus Beispiel.
00:17:54: Es gibt da ja ganz viele Definitionen gerade auch was Social Entrepreneurship angeht.
00:17:58: und was uns ausmacht, ist dass wir wirkungsorientiert arbeiten.
00:18:02: Das heißt wir stellen die Wirkung immer an erste Stelle.
00:18:04: das bedeutet wenn wir zum Beispiel Jahresziele aufstellen dann orientieren wir uns nie an wirtschaftlichen Zielen sondern in erster Linie an Wirkungszielen.
00:18:12: Wir haben quasi für alle unsere Projekte Wirkungstreppen.
00:18:15: für Integrate als Beispiel ist es auf der obersten Stufe eben dass wir eine Gesellschaft haben in der es keine Barrieren mehr gibt.
00:18:22: gerade die Sprachbarriere ist natürlich etwas was wir versuchen mit Integrate zu lösen.
00:18:26: da vielleicht nochmal ein Satz was ist Integrate eigentlich?
00:18:28: Es ist ein Alltags-Guide für zugewanderte Menschen und mittlerweile ist es auch ein Werkzeug für Städte und Landkreise geworden, um mehrsprachig Informationen zu vermitteln, Angebote zu vermitteln an migrantische Zielgruppen.
00:18:40: Wir haben aktuell um die fünf Millionen Zugriffe im Jahr also eine ganze Menge und wir sind in der Lösung, die jetzt in Hundert vierzig von Vierhundert Städten und Landkreisen in Deutschland im Einsatz ist.
00:18:51: Also Kreisweinstätten und Langenkreisen, also ungefähr einen... etwas mehr als ein Drittel in der Abdeckung.
00:18:56: Ja, das ist quasi so bisschen das wo wir hinlaufen.
00:18:58: und Sozialunternehmen ist auch was intern wirkt.
00:19:03: also es gibt diesen schönen Social Entrepreneurship Monitor vom Social Entrepreneureship Netzwerk Deutschland und er kommt alle zwei Jahre raus.
00:19:11: Zwei vierundzwanzig war der letzte jetzt bei sechsundzwzig gerade läuft die Umfrage da kommt dieses Jahr auch noch einer und zwei.
00:19:16: vierund zwanzig wars zum Beispiel auch so dass ... der Sozialunternehmen gesagt haben.
00:19:20: Wir haben intern viele partizipative Prozesse für Mitarbeiter, also lassen die auch Teil haben an Unternehmensentscheidungen und deswegen ist es für mich soziale Unternehmen nicht nur etwas was nach außen funktioniert.
00:19:31: ja sonst könnten wir wahrscheinlich... Die Debatte führen ob jedes Pharma-Unternehmen nicht auch ein sozialer Unternehmen ist sondern es geht auch darum intern soziale Strukturen für Mitarbeitende zu schaffen und natürlich einen Teil oder einen Großteil der Gewinne oder der Umsätze, die man erwirtschaftet ins Unternehmen zu reinvestieren.
00:19:49: Oder in die Sache entweder für die man kämpft zu reininvestieren.
00:19:52: und ja im besten Fall ist ein Sozialunternehmen das ist so bisschen die klassische Ashoka Schule ist natürlich auch auf der systemischen Ebene aktiv.
00:20:00: Das heißt man versucht nicht nur wenn ich im Bereich Geflüchtete bin den Individuen zu helfen sondern man versucht auch mit einem bestimmten Prozentsatz, bei Schock habe ich mal gelernt zu zehn Prozent deiner Aktivitäten sollten auf das systemische Problem dahinter einzahlen.
00:20:15: Also sollten versuchen die Strukturen zu verändern damit man nicht nur als IT-Ler würde ich jetzt oder wenn IT-lerinnen und IT-lers zu hören da gibt es so das schöne Beispiel von Incident Management.
00:20:25: ja.
00:20:25: Incident management ist ein bisschen an der Oberfläche und dann gibt's eben so dieses klassische Management am Course also an der Ursache Und das ist so ein bisschen, was für mich soziale Unternehmertuben auch ein Stück weit ausmacht.
00:20:36: Oder wirkungsorientierte Sozialunternehmen, dass sie ein Stück an der Struktur arbeiten und versuchen das System zu verändern.
00:20:44: Nun bist du ja ein junger Mensch.
00:20:45: Wusstest du von Anfang an wie das alles funktioniert?
00:20:48: Wie du sowas aufbaust?
00:20:50: Wer hat dir geholfen die Digitalfabrik so an den Start zu kriegen?
00:20:53: oder war das tatsächlich Tür an Tür?
00:20:55: Puh, also ich glaube das war viel Learning by Doing.
00:20:59: Also man muss dazu sagen... Ich bin von Haus aus Fachinformatiker.
00:21:02: Also ich habe eine Ausbildung gemacht und dann ein Wirtschaftsstudium drauf gesetzt und hat mir gedacht okay wenn irgendwann mal was gründet oder es leitet oder es koordiniert, dann macht Sinn.
00:21:12: so die zwei Skills sind schonmal gut.
00:21:14: Finanzen wäre vielleicht noch gut.
00:21:16: Deswegen hab' ich dann finanzend mal immer mein schlechtestes Fach im Bachelor.
00:21:19: Da hab', glaub ich ne drei sieben oder so gehabt Und ich war auch der einzige in unserem Masterstudium von dreißig Studierenden, der da war.
00:21:25: Weil er gesagt hat das mein schlechtestes Fach im Bett schlaggewiesen.
00:21:27: also die anderen neunzwanzig waren alle da weil sie gesagt haben wir sind besonders gut in Finanzen.
00:21:31: deswegen machen wir so Finanzmaster und nicht weiter weil ich gesagt habe ja eigentlich kann ich das nicht so gut aber ich brauche es oder ich hätte Interesse daran ist zu lernen.
00:21:39: Es ist auch ganz spannend wie ich in dieses Thema persönlich reingerutscht bin.
00:21:43: Also ich hab damals diese Ausbildung gemacht weil's in NRW noch Studiengebühren gab.
00:21:48: Ich bin in einer Familie aufgewachsen wo ich der erste war überhaupt studiert hat am Ende.
00:21:53: Aber das war nicht ganz einfach, weil diese fünfhundert Euro die damals als Semestergebühr im Raum waren für mich war da sehr viel Geld.
00:22:00: ich hatte auf meinem Konto nie mehr als... Ich hatte nie eine dreistellige Zahl in Euro betrieben.
00:22:03: also es war Kommunion oder so.
00:22:05: man hat immer viel bekommen aber das hat man ja nicht eingezahlt.
00:22:07: das wurde dann direkt irgendwie reinvestiert und ich habe lange gerübelt ob ich überhaupt studieren ... will, weil diese fünfhundert Euro so viel erschienen.
00:22:16: Jetzt im Nachhinein ist das natürlich so... ..."Okay, Studienkredit, fünfhunderte
00:22:19: Euro.".
00:22:20: Was ist das?
00:22:20: Also auf jeden Fall machen!
00:22:22: Aber damals war es auch so ich hatte niemanden in meinem Umfeld der mich da irgendwie stützen konnte und habe mich dann entschieden diesen Weg zu gehen eben mit der Ausbildung,... ...dann aber eben duale Studium dabei zu machen und war gut, aber hat mir ja auch gezeigt dass wir immer noch so ein bisschen... ...mehr strukturelle also... bestimmte Individuen vielleicht auch ein bisschen begrenzend durch Strukturen, die wir irgendwie haben bei uns.
00:22:44: Und ich finde das auch gut dass wir hin und wieder mal Studiengebühren haben weil die Unis konnten sich damals dann wie so eine Infrastrukturpaket was wir jetzt ja auch im Wund haben, konnten sich einmal wieder neu ausrüsten, konnten neue Laptops kaufen, konnten die Overhead-Projektoren rauswerfen.
00:22:57: aber es hat halt genau leider meine Generation oder meinen Jahrgang erwischt, die dies für ein zwei Jahre oder ich weiß gar nicht wie lange es in NRW damals war... baden mussten, genau durch welche Fälle wie mich die dann halt gesagt haben ich studiere eben nicht.
00:23:10: Weil die fünfhundert Euro zu hoch sind.
00:23:11: und das ist auch was was mich immer noch intrinsisch motiviert warum ich für diese Sache kämpfe weil ich sage Ich möchte diese Barrieren abbauen.
00:23:19: jetzt natürlich ich bin in keinem Bereich wo ich mich jetzt für Studis einsetze.
00:23:23: aber ich sehe natürlich die gleichen barrieren bei Migrantinnen auch.
00:23:26: Und da ist es eben so dass sagen gibt's eben auch Studien die sagen Informationsarmut also dass ich in meinem Integrationsprozess bestimmte Informationen nicht habe oder nicht verarbeiten kann, weil ich die Sprache nicht spreche.
00:23:40: Führen eben dazu das mein Integrations-Prozess nicht verläuft und man diesen klassischen Effekt hat eines Slogans eines großen Brillenherstellers.
00:23:48: Also hätte ich das vor zwei Jahren schon mal gewusst, hätte ich es anders gemacht, dass das diesen Effekt gibt?
00:23:52: Und das ist auch was mich motiviert, dass sich sage okay wir haben eine Zeit dafür einsetzen ... diese Strukturen zu verringern.
00:23:59: und jetzt... ... habe ich im Zuge der Ausschweifung, dann habe ich schon wieder vergessen was du mich eigentlich
00:24:03: gefragt hattest.
00:24:05: Ja im Grunde genommen hatte ich dich ja gefragt wie du mit der Gründung zurechtgekommen bist?
00:24:08: Mit der gründung eines Sozialunternehmens.
00:24:10: ob du da Unterstützung gehabt hast?
00:24:13: Stimmt das war die Frage genau!
00:24:15: Wir hatten an der Uni Augsburg, wo ich selber war.
00:24:17: Hatten wir keinen Gründerzentrum oder so?
00:24:19: Da gab es keine Kontakte.
00:24:20: aber wir hatten Kontakte zu Theo München und da gab's tatsächlich auch zwei fünfzehn, zwei sechzehn schon die Unternehmertum- und Gründungskoaches und so ein Manage & More Programm, wo man sich Hilfe holen konnte Und am Ende haben wir uns verschiedene Sachen aus Einzelbausteinen zusammen gepickt.
00:24:34: Also jemand von Manage&More hat uns einen gesellschaftlichen Vertrag entworfen.
00:24:39: Ich hatte einen Coach im Studium, der hat irgendwie mit seinem... Anwalt morgens beim Lachsfrühstück irgendwie unsere Kooperationsverträge mal gegen geprüft und geguckt, ob wir das so machen können.
00:24:47: Und dann haben wir uns eigentlich viel eingelesen und waren mutig genug es auszuprobieren.
00:24:53: Wir haben tatsächlich am Anfang auch zu unserer Gründung haben wir diesen Café-Türen-Tür.
00:24:56: was dann also dieses Coffee to Stay Projekt hat sich dann auch so entwickelt dass es Café Tür und Tür genannt wurde.
00:25:02: Das war da wirklich eine Busgarage und das war genau das was am Anfang quasi in den Raum gestellt wurde, es war ein Ort wo Geflüchtete hingekommen sind die dann auch mit irgendeinem Bescheid XY kamen und sich nämlich gesetzt haben gefragt haben hier kannst du mir helfen den zu verstehen?
00:25:16: und so.
00:25:17: Und ich glaube das hat mich sehr geprägt weil in diesen einen zwei Jahren wo wir dann auch aus dem Cafetür ein Tür immer unsere Arbeit für die Digitalfabrik oder für Integrate gemacht haben kriegt man eigentlich Gefühl dafür wie privilegiert man in Deutschland ist.
00:25:32: und ich habe dann immer so im Kopf gehabt okay
00:25:34: Es gibt
00:25:35: achtzig Millionen Deutsche, es gibt ungefähr acht Milliarden Menschen.
00:25:37: Also die Chance so dass du in Deutschland geboren wirst jetzt mal runtergebrochen ist irgendwie ein Prozent.
00:25:43: Das heißt alle die irgendwie in Deutschland sind haben dieses einen Prozent Privileg wenn ich so nennen will.
00:25:48: und man hat mir dann gedacht ey also was wir für ein Sozialsystem haben eigentlich kann gründen nur eine win-win Situation sei weil entweder Ich flieg irgendwie auf die Schnauze ja und es läuft nicht habe aber in einem Jahr super viel gelernt oder ... ist klappt halt und es läuft.
00:26:04: Und deswegen war ich dann so an dem Punkt auch irgendwie, wo ich mir gedacht habe... ..."Okay wenn ich sehe was hier für Schicksale sitzen...".
00:26:09: "...was hier für Menschen
00:26:09: sitzen.".
00:26:10: Dass die irgendwie jetzt sagen müssen,... ..."Ich muss jetzt nicht alleutsch lernen und dann mache ich irgendwie einen Job bei Amazon oder so".
00:26:15: Da hab' ich mir gesagt Puh!
00:26:16: Also in der Situation, in der ich bin, ich muss eigentlich.... ... mutiger sein.
00:26:20: Ich muss eigentlich was machen.
00:26:22: und so ist es dann dazu gekommen, dass wir viel ausprobiert haben... ...und uns natürlich da noch immer mal hier unter Expertise gemacht haben, aber wir haben auch Fehler gemacht, die haben wir dann korrigiert und haben daraus gelernt.
00:26:30: Und bei Siemens das ist außen natürlich so ein Learning hat mein Chef immer gesagt, pass auf Daniel!
00:26:36: Mach Fehler?
00:26:37: Aber mach bitte jeden nur ein einziges Mal.
00:26:39: Okay Das mache ich und das hat sich auch ein bisschen durchgezogen.
00:26:42: Grüße an Dirk, wenn er mich hört.
00:26:44: Also danke dir nochmal für die Mentorship indirekt in meiner Siemenszeit oder Arthauszeit!
00:26:52: So ist es dann gelaufen.
00:26:53: Ich bin sehr froh, dass du diesen Mut bewiesen hast und das durchgezogen hast.
00:26:57: Ich glaube, es muss noch viel mehr Menschen geben die so mutig sind und sowas machen damit noch mehr so tolle Projekte auf den Weg kommen wie die Digitalfabrik.
00:27:04: Nun hast du uns ja schon von Integrate erzählt.
00:27:06: gibt es noch ein Projekt was zu eurem Alltag in der Digitalfabbrik gehört?
00:27:11: Und wie findet ihr neue Ideen?
00:27:14: kommen die Migranten auch auf euch zu mit Fragen aus denen sich dann Ideen entwickeln?
00:27:18: oder Ja Wie entsteht das?
00:27:21: Wir haben tatsächlich zwei andere Projekte und ein Wunschprojekt habe ich noch auf meiner Liste, wo wir immer noch gucken wie wir es am besten umsetzen können.
00:27:27: Tatsächlich, wir haben noch eine Vokabellern-App für berufliche Sprache die heißt Loones, ja Loones.app.
00:27:33: Das ist so entstanden das tatsächlich einen Kreis in NRW hier im Sauerland gesagt hat, wir wollen eure Integrate App als Vokabelerne App verwenden und wie gesagt haben Pu also dafür ist sie eigentlich nicht gedacht.
00:27:45: da gibt's schon paar Lösungen auch von den Handwerkskammern.
00:27:48: nutzt das einfach Und wir begleiten euch aber gerne auf dieser Journey, um das zu evaluieren.
00:27:53: Um vielleicht auch bei den bestehenden Lösungen ein paar Impulse zu geben wie man die besser machen kann für den interkulturellen Bereich.
00:28:00: und in dem Prozess ist dann so rausgekommen okay die bestehende Lösung haben ein paar Probleme, die sich aber eigentlich lösen lassen technisch lösen Lassen Aber sie ließen sich dann politisch nicht lösen.
00:28:12: also die Entscheidung an bestimmten Lösungen gerade von großen Trägern ... was zu machen ist dann doch ein Prozess, der ja irgendwie über mehrere Jahre auch gehen kann.
00:28:22: Und dann haben wir gesagt Puh!
00:28:23: Wenn ihr jetzt als Kreis hier in NRW sagt, ihr habt gerade das Budget und ihr wollt eigentlich etwas aufsetzen... ...dann helfen wir euch dabei.
00:28:30: Gerade weil wir alle Dinge die wir entwickeln immer Open Source machen.
00:28:32: Das bedeutet,... ...wir stellen quasi das Rezeptbuch online wie man es nachkochen kann.
00:28:36: Ja so mal metaphorisch gesprochen.
00:28:39: Das heißt wir halten nichts unter Verschluss sondern sagen immer hey,... ...der Code gehört euch, er gehört allen.
00:28:44: Und Loones ist quasi daraus entstanden.
00:28:46: und jetzt eine Sprachlerne App mit mehreren, also ich glaube knapp über zehntausend Nutzerinnen und Nutzern.
00:28:52: Ich weiß es gar nicht so ganz genau.
00:28:54: Gerade werden auch gefördert tatsächlich mit dem Projekt vom Bundesinstitut für berufliche Bildung quasi die hier in Bonn sitzen.
00:29:01: Und ein drittes Projekt, was wir noch haben ist... Wir nennen es so schön technisch die digitale Berechtigungskarte.
00:29:07: Es ist eigentlich eine Technologie, die wir gebaut haben damit so Sozialpässe oder Familienpässte, Seniorenpäsze also letztendlich Karten, die man bekommt, die irgendwo für Vergünstigungen sorgen gerade auch bei Kommunalen, Schwimmbädern und Museen und so das Städte, die digital abbilden können und wir möglichst barrierearme Antragswege haben Weil das was ist, wo wir auch sehen.
00:29:30: Natürlich sind migrantische Gruppen überproportional betroffen von Armut auch oder kommen entsprechende Leistungen, wo dann diese Karte mit inkludiert ist.
00:29:38: und wir sehen immer wieder dass natürlich die Antragstrecken sehr komplex sind Und haben das quasi auch aufgebaut?
00:29:43: Das sind so drei Projekte.
00:29:45: Ich würde sagen Integrate macht immer noch so... ...fünfundsechzig-siebzig Prozent Von den Aktivitäten aus, d.h.
00:29:52: Auch die Märze unserer Mitarbeitenden ist da aktiv.
00:29:54: Aber diese zwei Projekten laufen so nebenher und entwickeln sich gut.
00:29:58: Und das viert also mein Wunschprojekt, wo wir gerade dran schrauben.
00:30:03: Wo wir auch schon seit mehreren Jahren dranschrauben ist eigentlich was im Bereich Anerkennung und Qualifizierung von ausländischen Qualifikationen.
00:30:10: Das klingt jetzt sehr technisch aber es ist tatsächlich so... Anerkennung ist ja auch ein Thema in der deutschen Politiklandschaft und die Anerkernungsquoten sind sehr gering.
00:30:18: Das heißt wenn Menschen ... im Ausland irgendwo ausgebildet worden sind und nach Deutschland kommen, dann dürfen sie nicht direkt hier arbeiten.
00:30:24: Sondern es wird quasi die deutsche Ausbildungsordnung daneben gelegt... ...und dann wird quasi geguckt okay taktaktack.
00:30:29: jeder der vielleicht an der Uni schon mal was anerkennen lassen hat kennt das vielleicht ja da wird das ja genauso gemacht und am Ende wird gesagt ok ne das können wir so nicht anerkehren.
00:30:37: eigentlich musst du diese Sachen einfach nochmal nachholen und das läuft dann meist darauf hinaus dass man die ganze Ausbildung in Deutschland nochmal nach holen muss.
00:30:43: Und das ist natürlich auch volkswirtschaftlich ein riesiges Problem, weil sie nicht am Ende investiert.
00:30:48: Die Türkei, Iran oder wer auch immer volkswirtschaftlich da unfassbar viel Geld an den Universitäten in die Menschen und dann kommen die nach Deutschland.
00:30:56: von diesen hunderttausend US-Dollar, die da investiert wurden sind eigentlich null übrig.
00:31:02: Es gibt Wege eigentlich in Deutschland auch mehr betriebliche Qualifikation zu machen.
00:31:06: also nehmen wir mal eine Friseurin.
00:31:07: oder ein Friseuer kommt nach Deutschland und empfiehlt nur die Dauerwelle in seiner Qualification Ja, könnte dir die ganze Ausbildung neu machen um die Dauerwelle zu lernen.
00:31:16: Der könnte auch irgendein Theorie-Kurs besuchen.
00:31:18: den kann man anbieten der dann irgendwann mal irgendwo ist und da in der Theorie die Dauwerwelle lernt.
00:31:24: aber es wäre ja viel praktischer wenn dein Unternehmen geht ein Ausbildungsunternehmen oder das Ausbildungunternehmen am Ende sagt was auf.
00:31:30: wir haben dem in drei Wochen hier die DAUERWELE beigebracht.
00:31:32: Wir bestätigen das und jetzt wird das anerkannt und er darf danach als Physiore arbeiten.
00:31:36: Und dieses in diesem System was ich gerade versucht habe zu skizzieren Da fehlen gerade die Anreize, dass irgendein Akteur sagt wir pushen dieses Thema dieser betrieblichen Qualifizierungen.
00:31:46: Und da haben wir Ideen, haben was gescatched, müssen natürlich auch gucken wie finanziert sich sowas?
00:31:53: und das ist etwas was ich eigentlich umsetzen will weil es aus meinen Augen einen riesigen Hebel hat nicht nur für Deutschland sondern auch für andere Länder die das vielleicht dann repliziert in Skandinavien oder Niederlande die da ähnliche Prozesse haben und diese was auch gut nutzen können.
00:32:04: Also du hast ja viele tolle Ideen und ihr habt auch schon viele tole Projekte, die ihr umsetzt.
00:32:08: Deswegen meine Frage!
00:32:09: Ihr seid glaube ich gerade fünfunddreißig Mitarbeiter wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
00:32:12: Wachst ihr weiter oder ist dein Ziel jetzt einfach so zu bleiben?
00:32:17: Und in dieser Gruppengröße das ganze zu stemmen?
00:32:20: Genau also... Ich glaube, da muss ich ein paar Sachen einmal vorab so ein bisschen einordnen.
00:32:25: Die die jetzt vielleicht auch parallel sich schon mal weil es so spannend ist ja auch unsere Bilanz angeguckt haben auf der Webseite sehen okay ihr habt irgendwie diese eine Million und ihr habt jetzt irgendwie die thirty-fünf Mitarbeiter.
00:32:35: wie schlecht verdienen sie denn bitte?
00:32:36: Das liegt einfach daran.
00:32:37: wir haben irgendwann mal gesagt wir arbeiten alle nur in Teilzeit.
00:32:41: Wir waren am Anfang sehr stark.
00:32:43: ne Ehrenamtsorganisation nicht war die ersten ... drei, vier Jahre auch gar nicht angestellt.
00:32:46: Ich war die ersten drei, ... ... vier Jahre Geschäftsführer ehrenamtlich und hatte ... ... drei Mitarbeiter dann oder drei Mitarbeitern... ... und war dann der vierte, zwei achtzehne als ich mich, ... … als ich mir erst einen Arbeitsvertrag gegeben habe.
00:32:56: Und wir haben damals gesagt Puh!
00:32:58: Wenn wir so viele Ehrenamtliche haben,... ... wenn ihr jetzt in vierzig Stunden mitarbeitet habt,... ... er läuft ja allen anderen davon gerade beim Software entwickeln,... ... denn jetzt ein Ehrenamlicher nur zwei, drei Stunden einer Woche einbringen kann,... ... der muss ja die zwei, dreischt Stunden dann erstmal investieren um zu gucken, was ist in den ... ... Vierzig Stunden vom Mitarbeiter X passiert oder Mitarbeiter Y?
00:33:14: Und dann haben wir gesagt, okay, wir deckeln das auf zwanzig Stunden.
00:33:18: Also kein Mitarbeiter darf bei uns mehr als zwanzzig Stunden machen und deswegen ist es natürlich auch so.
00:33:24: gerade am Anfang konnte man nicht alleine von der Tätigkeit bei uns leben weil's dafür einfach zu wenig zu wenig Geld war was aber einen riesigen Vorteil hatte Weil alle hatten noch irgendwas anderes spannendes was sie erzählen konnten oder was die gemacht haben Was dazu geführt hat dass wenn man sich irgendwie mit Kolleginnen und Kollegen auch getroffen hat Man eigentlich ... schon über die Arbeit reden konnte, aber man musste nicht ... ... über die eigene bei Tür und Tür reden.
00:33:46: Sondern man kannte ja, was hat man?
00:33:48: Weiß ich nicht.
00:33:48: Eine hatte eine Kollegin, hat eine Töpferei geerbt.
00:33:53: Die andere hat irgendwie ne Sprachschule.
00:33:54: Den nächsten arbeit in der Kletterhalle, irgendwo auf dem Markt... ... dann natürlich auch Leute, die irgendwo anders unterwegs sind.
00:33:59: Das war an sich super spannend!
00:34:01: Und wir haben in der Corona-Pandemie ... ... haben wir uns von den Köpfen her verdoppelt.
00:34:07: also wir hatten Ein Jahr oder ein Monat, da haben wir Kurzarbeit angemeldet.
00:34:11: Weil die Kommunen haben jetzt alle kein Geld mehr.
00:34:15: Wir machen mal Kurzarbeit und nach einem Monat haben wir die Leute aus der Kurzarbeit wieder geholt weil wir hatten so viele Anfragen von Städten- und Landkreisen, die gesagt haben hey!
00:34:22: Wir haben geflüchtete, die sitzen in Quarantäne, die kriegen wir nicht informiert über bestimmte Themen.
00:34:27: Wir brauchen Integrate, wir brauchen die Lösung und dann sind wir von neunzehnten Personen auf zweiunddreißig gewachsenen in der Zeit.
00:34:35: Ja, man hat natürlich dann schon so ein paar Wachstumsschmerzen.
00:34:37: Weil es gibt ein paar Grenzen... Ich glaube, von dem ist eine davon, wo man anfängt auf einmal so Teamkoordinatoren einzusetzen, wo ich auch als Geschäftsführer nicht mehr mit jedem sprechen kann oder die Entwicklungsgespräche führen kann weil's einfach sehr viel wird.
00:34:52: und ja wir könnten sicherlich größer werden um zu deiner ursprünglichen Frage zurückzukommen aber wir müssen es so gesehen nicht.
00:35:00: Wir müssten also.
00:35:00: unser Ziel ist eigentlich nur produktiver zu werden in dem Sinne dass auch Gehältern nachziehen können, erhöhen können.
00:35:08: Nicht nur Inflationsausgleichs sondern vielleicht auch ein bisschen mehr in Richtung Marktüblich zu kommen dass man sich vielleicht dann auch es irgendwann leisten kann mit zwanzig Stunden alleine zu arbeiten.
00:35:16: das funktioniert jetzt auch schon bei einem Teil von uns nicht bei allen.
00:35:20: und ja deswegen ist gerade mein Ziel eher so ein bisschen durch die auch den Produktivitätsgewinn durch KI als Beispiel eher zu sagen wir bleiben bei dem Headcount wir entlassen jetzt keine Menschen aber wir versuchen erstmal intern aufzustocken wenn es notwendig ist.
00:35:34: klar ich habe vorhin diese schöne Plattform vorgestellt im Bereich Anerkennung und Qualition.
00:35:38: Da haben wir gerade einen größeren Förderantrag auch am Laufen, wenn der kommt.
00:35:42: da müssen wir aufstocken, müssen noch Leute einstellen.
00:35:44: das können wir alleine nicht leisten.
00:35:45: aber ansonsten finde ich jetzt grade die... Ich glaube, thirty- acht oder sogar thirty-eight.
00:35:50: Ich find' grad tickend zu viel würde ich fast sagen.
00:35:53: Ich fand's persönliche Meinung, fand es eigentlich so in der Gruppe große so twenty-fünf fand ichs eigentlich sehr schön.
00:36:00: Ja, das wollte ich genauso denn eine persönliche Meinungen dazu hören, das bin ich ganz spannend.
00:36:05: Nun hast du schon eigentlich ein paar genannt, was sind so die größten Herausforderungen vor denen ihr aktuell steht?
00:36:10: Also genau KI.
00:36:12: Das Thema KI ist sicherlich ein Faktor.
00:36:13: gerade dadurch dass wir Open Source sind.
00:36:16: also wie gesagt alles von uns öffentlich ist es natürlich durch KI sehr schnell repliziert weil das heißt wenn wir nur Software verkaufen würden dann wäre das kein gutes Geschäftsmodell und würde uns Vorprobleme stellen.
00:36:27: das heißt wir überlegen jetzt schon so bisschen drum wie Wie können wir unser Geschäftsmodell erweitern?
00:36:32: Was ist eigentlich das Produkt, was in die Leistung, die man bei uns bekommt.
00:36:35: Das ist es eine.
00:36:36: Dann haben wir sicherlich das Thema Kahlsniveau, was eine Herausforderung ist.
00:36:41: Wir haben viel Inflation gehabt und wir haben versucht immer im Rahmen der Inflations auch wieder Gehälter anzupassen.
00:36:47: Aber unser Ziel war eigentlich – und das war auch das Versprechen der Mitarbeitenden -, dass wir mehr oder weniger ... das Gehaltsniveau signifikanter erhöhen, das konnten wir jetzt nicht machen und dadurch hat man natürlich am Markt wenn man Stellen ausschreibt und so hat man eine andere Bewerbung als wenn ich deutlich besser bezahlen würde.
00:37:05: Das ist sicherlich eine Herausforderung.
00:37:07: ob es jetzt die größte ist weiß ich nicht Die Größe ist immer noch ein bisschen in unserer DNA verankert.
00:37:13: Wir sagen ja Wirkung ist unsere Nummer eins und auch dieser systemische Wandel ist eigentlich unser Ziel.
00:37:19: Und am Ende bedeutet nichts anderes sich überflüssig zu machen, weil... in dieses System eine App einzugeben kann nicht das Langfristziel sein.
00:37:29: Das Langfristziel muss sein alle Behörden, alle Institutionen, alle Akteure dazu bringen mehr Sprachricht von Anfang an zu kommunizieren und diese Sprachbarrieren einfach nicht aufkommen zu lassen.
00:37:39: und dann braucht es eben dieser separate App nicht mehr.
00:37:42: Das heißt wir haben uns von Anfang eigentlich immer als ein Art Übergangslösung gesehen bis das System verändert ist.
00:37:48: Und das ist natürlich was.
00:37:51: Das habe ich natürlich in den ersten fünf Jahren viel einfacher aussprechen können, weil meine Mitarbeitenden waren alle jung dynamisch ledig ohne Kinder und haben sich gedacht okay wer?
00:37:59: wenn ich in drei Monaten hier nicht mehr arbeite dann so rühre mir was neues.
00:38:03: ja.
00:38:04: Und jetzt ist das Feld bei uns auch deutlich diverser Familiengründungen.
00:38:09: wir haben Menschen die in den fünftigern sind.
00:38:11: Wenn ich jetzt sage ok also wir machen uns weiter überflüssig Wir müssen halt Ausgleichsangebote irgendwie schaffen.
00:38:19: Also was ist ausgleiches Angebot?
00:38:20: Wir müssen halt unseren Schwerpunkt in der Ausrichtung so verlagern, dass wir im Idealfall beides bekommen.
00:38:26: ja.
00:38:26: Wir bauen Integrate ab oder wir bauen die Lösungen, die nicht mehr gebraucht werden oder überholt sind.
00:38:31: Bauen wir ab, schaffen das aber ohne Arbeitsplatzverlust in dem Sinne also sodass es Ja, dass wird er neue Felder beackern und Das ist natürlich ein Wandel der auch immer gesteuert werden muss und der natürlich Auch mir jetzt nach zehn Jahren muss ich auch ganz ehrlich sagen immer schwerer fällt, weil... ...jetzt in meiner Situation mit Kindern und so.
00:38:51: Ich freu mich natürlich auch über eine Komfortzone.
00:38:53: Ja?
00:38:53: Ich freue mich auch das mal dass ich sage hey es ist alles eigentlich mal super eingespielt ja!
00:38:57: Ich habe nicht mehr die Sechzig-Sitzigstundenwochen.
00:38:59: Es läuft.
00:39:00: Und eigentlich... Das weiß ich ja auch ganz genau.
00:39:02: also in der Problemanalyse bin ich gut aber in der Umsetzung bin ich dann schlecht.
00:39:05: Muss sich eigentlich jetzt schon wieder hingehen und sagen wir reißen jetzt ein paar Sachen die etabliert sind auf und gehen wieder neue Risiken ein.
00:39:13: Und ich hab jetzt gerade derseits, wir sind immer zwei Leute in der Geschäftsführung.
00:39:16: Da hatte ich grad einen Wechsel.
00:39:17: also eine Kollegin die das vorher gemacht hat... ...die den Fokus Wirkung hatte und hat gesagt sie würde gerne lieber wie ein Team leiten weil es einfach auch sehr viel Mental Load ist.
00:39:26: Ist auch Mutter geworden, hat dann quasi Mental Load, Geschäfts- und Mental Load Familie zuhause.
00:39:31: Eine andere Kollegin die bei uns viele Prozesse gemacht hat ist jetzt neu in der Beschäftigung seit April die natürlich wieder neue Impulse bringt ja?
00:39:38: Das ist auch ist auch sehr gut, dass sie das macht.
00:39:41: Weil ich schon merke, dass sich an einigen Stellen bisschen... Ich will nicht sagen einen alten Muster zurückfallen aber dann schon sage hey eigentlich finde ich es ganz gut, damit wir da jetzt nichts verändern.
00:39:50: Aber wenn du zu lange an den gleichen Sachen festhältst, kommt der Abgrund vielleicht schneller näher als man denkt.
00:39:59: Umso besser, dass Sie jetzt zugestoßen sind und dich wieder wachkitzelt an manchen Stellen?
00:40:04: Mit wem arbeitet ihr denn eigentlich so zusammen?
00:40:06: Also, welche Leute kommen so auf euch zu.
00:40:07: Du hast gesagt es sind sehr viel so.
00:40:09: Kommunen oder Städte die irgendwie eure Hilfe anfragen... Wer kann auf euch zukommen?
00:40:15: Ja also muss man vielleicht auch sagen wenn man sich auch die Zahlen anguckt wie soziale Unternehmen allgemein agieren dann sehen wir ja das oder ein Viertel Das war jetzt der letzte Social Entrepreneurship Monitor aus zwei vierundzwanzig Einviertel der der Sozialunternehmen machen wie man heute sagt BtoG, also Business to Government und arbeiten mit Behörden zusammen oder mit staatlichen Stellen.
00:40:39: Da fallen wir jetzt auch drunter.
00:40:40: dann gibt es nochmal vierzig Prozent die BtoB machen also mit anderen Unternehmen zusammen agieren und dann gibt's noch mal die restlichen... ...fünfdreißig Prozent die wahrscheinlich auf Individualebenaktiv sind oder mit anderen Akteuren.
00:40:51: Wir hatten hier vor so ein Bto G-Unternehmen zu werden sondern unser Ansatz war eigentlich Puh wenn wir uns da an die Kommunen verkaufen.
00:40:59: ob die so ehrlich ehrliche Informationen in Integrate eintragen, wissen wir nicht.
00:41:04: Wir hatten eigentlich mehr ein Wikipedia-Ansatz am Anfang geplant und haben gesagt okay, wir stellen die Plattformen und stellen sie für verschiedene Städte bereit und dann können einfach zivilgesellschaftlich Organisationen den Dingen auch eintragen und können zum Beispiel auch sagen wie lange dauert das eigentlich hier bei der Ausländerbehörde wirklich?
00:41:21: oder auch für Leute die noch gar nicht in Deutschland sind?
00:41:24: Wie weiß ich ob das eine sichere Mittelmeerroute ist oder wie ziehe ich ne Schwimmbeste richtig an?
00:41:30: Und wir haben dann festgestellt, Puh sind wir sehr stark von Fördermitteln abhängig.
00:41:34: Wenn wir wachsen wollen, wenn wir skalieren wollen oder in vielen Regionen, Städte waren noch gar kein Thema eher so Regionen unterwegs sein wollen, dann brauchen wir auch irgendwo einen Finanzierungsmodell ein Umsatzmodell.
00:41:46: und unsere Informationen hatten immer ein Problem nämlich die Vertrauenswürdigkeit.
00:41:50: Menschen kommen aus dem Ausland, aus Syrien beispielsweise wo bis vor paar Jahren noch Assad Informationen vermittelt hat als Regierungsstelle und den hat man nicht vertraut.
00:42:01: Und die Menschen kommen dann nach Deutschland und sollen auf einmal behördlichen, staatlichen Informationen vertrauen – das funktioniert nicht so gut oder sie brauchen zumindest Gründe warum Sie das tun sollten.
00:42:11: und auch dazu gibt es Studien und da gehören Zeitstempel dazu, da gehören offizielle Logos dazu um diese Vertrauensbildung zu starten.
00:42:20: und wir haben dann gesagt okay wenn die Leute auf ihrem Leistungsbescheid das Logo vom Landratsamt haben Wenn das auch bei uns in der Integrate App wäre, dann hilft das.
00:42:29: Weil die Menschen wissen, ach, da sind die auch... ...die mir die Wohnung finanzieren, die mir die Stadthilfe geben und die geben jetzt auch die Informationen.
00:42:36: Und für uns war es eine Win-Win weil wir gesagt haben im gleichen Atem zu können wir quasi die Städte dazu bringen, uns zu bezahlen dass wir ihnen diese Lösung bereitstellen.
00:42:48: Niemand von uns in einer Gründungsgruppe oder auch im Ernst niemals hat gesagt Wir sind eigentlich hier, weil wir wollen eine Lösung für Städten und Landreise bauen.
00:42:53: Wir hatten ein bisschen alle da um Migrantinnen und Migranten zu helfen, aber so wie es in den meisten Social Businesses ist hat man Kunden.
00:43:02: Und man hat NutzerInnen und das ist meistens nicht die gleiche Gruppe ja?
00:43:05: Wir haben immer gesagt, die Nutzerin sollen uns kein Geld bezahlen also brauchen wir Kundinnen.
00:43:08: So sind wir zum BtoG-Unternehmen letztendlich geworden.
00:43:12: Eine Frage war eigentlich wer kann auf uns zukommen.
00:43:14: Tendenziell arbeiten wir nicht nur mit Städten und Langkreis zusammen sondern auch mit anderen gemeinnützigen Organisationen.
00:43:18: Also er hat noch schon mal eine Anfrage Hey Integrate!
00:43:21: Die Lösung könnte man auch nur super nehmen Bedienungsanleitungen für hier unseren Roboter irgendwie in mehrere Sprachen zu übersetzen.
00:43:28: Würde gehen, bedient euch es ist Open Source aber wir würden unsere Zeit jetzt nicht da rein investieren sondern wir haben wirklich den Fokus.
00:43:36: Wir versuchen unsere zeitmöglichst effizient einzusetzen und dabei dann auch zu gucken dass wir mit Partnern zusammenarbeiten die im Idealfall auch wir guckst orientiert arbeiten idealerweise auch im Bereich Migrationen Migrantinnen oder Abbau von Barrieren Wenn's mal was anderes ist Dann Gucken wir uns ums Einzelfall an Aber es klingt jetzt sehr abgehoben.
00:43:56: Wir haben kein Auftragsproblem, also es gibt genug Bedarf und Nachfrage.
00:44:00: Wir drosteln uns eher selber, weil wir sagen, wir wollen nicht zwingend wachsen oder müssen auch nicht zwiegend wachsen.
00:44:05: Und das ermöglicht uns aber auch einen guten Fokus zu setzen und bei diesem Thema Migration zu bleiben und aktiv diese Willkommenskultur in Deutschland mit auszugestalten.
00:44:15: Da kann es gerade nicht so wenig Organisation geben die da aktiv sind.
00:44:19: Ich frag meine Interviewgäste immer nach einem besonders... ...schönen Moment, den sie mit ihrem Projekt,... ...mit ihrer Firma, mit ihrem Verein verbinden.
00:44:27: Was ist so deine Erinnerung die du ganz tief im Herzen hast und die du gerne mit uns teilen möchtest?
00:44:34: Da gibt es eine ganze Menge aber ich versuch mal so dass die mir als erstes in den Kopf springen auf jeden Fall einzugrenzen.
00:44:40: wir haben das war unsere größte Auszeichnung die wir bekommen haben Wir haben... Google Impact Challenge.
00:44:49: Da wohnen wir als eins von zehn Projekten ausgezeichnet und haben tatsächlich damals, also das Gewinnerteam hat eine halbe Million bekommen und ich sag mal die anderen neu hin, haben zweihundertfünfzigtausend Euro bekommen.
00:45:00: Das war aber für uns eine ganze Menge Geld und hat uns vor allen Dingen ermöglicht... Wir hatten in den ersten zwei Jahren eine Förderung vom Ministerium und hatte uns ermöglicht uns von dieser Ministeriumsförderung los zu eisen.
00:45:14: Und das war ein schöner Moment, weil wir auch mit unserem ganzen Team da anreisen durften und wir hatten noch eine Mama dabei von einem Mitarbeiter der gefilmt hat die alles aufgenommen hat.
00:45:24: Das waren super schöne Erinnerungen.
00:45:27: Dann gab es immer wieder so lustige Momente.
00:45:29: Wir haben mal irgendwo eine Konferenz, eine kleine interne Konferenz gemacht wo wir einen Integrate entwickelt haben und parallel waren Hackathon von Theo München.
00:45:38: Und da haben wir einfach gesagt, komm, wir machen parallel noch bis im Hackathon mit.
00:45:40: Und dann haben wir da tatsächlich in einer Kategorie auch gewonnen... ...mit so ner Plattform um Ratsanträge transparent zu machen.
00:45:47: und ja für mich persönlich war glaube ich der größte Schlüsselmoment war im letzten Jahr.
00:45:53: Ich hab am Dezember im Schloss Bellevue quasi vom Bundespräsidenten-Bundesverdienst-Ordn bekommen.
00:46:01: Das ist natürlich auch was man nicht vergisst vor allem wenn man danach noch irgendwie ... unseren Bundespräsidenten noch mal ein paar Worte wechselt oder auch mit ... ... Susanne Daubner, die da war um das zu moderieren.
00:46:10: Das sind so Momente, die sich auf jeden Fall einprägen... und ja, andere Auszeichnungen wo man einfach so ein bisschen für das geerrt wird was man da aufgebaut hat und es ist gleichzeitig natürlich eine super Anerkennung aber auch einen Ansporn weiterzumachen irgendwie auf dem richtigen Weg zu sein.
00:46:29: Ja, das sind so die schönsten Erinnerungen, die mir jetzt auf jeden fall einfallen und die größten sicherlich auch!
00:46:33: Ja, kann ich gut nachvollziehen.
00:46:34: Ich habe auch mit dem Weltverbesserer Podcast schon ein paar Journalistenpreise gewonnen und das ist jedes Mal wieder irgendwie so eine Motivation.
00:46:42: also was du sagst weiter zu machen und aber auch diese Anerkennung für die Arbeit die man da reinsteckt.
00:46:46: Das finde ich auch immer ganz großartig.
00:46:49: insofern kann ich das sehr gut nach vollziehen was du gerade erzählt hast.
00:46:52: Nun geht es ja bei der Digitalfabrik mit Integrate von den Wurzeln her, sag ich mal so.
00:47:00: Darum Migranten in Deutschland willkommen zu heißen, ihnen bei der Integration im Alltag hier zu helfen... Was bedeutet dir das?
00:47:09: Also mir bedeutet es vor allen Dingen dann sehr viel wenn ich das direkte Feedback auch sehe und wir Lob bekommen und wie einfach nicht nur die Zahlen sehen wie vielen Menschen wir helfen sondern wenn wir auch Einzelschicks alle mitbekommen die am Ende sagen Danke dass ihr da wart und dass ihr das gemacht habt.
00:47:25: ... ist was, was mich von tiefstem Herzen sehr glücklich macht.
00:47:30: Und... ... war es letztendlich auch am Ende auf diese Friedenheitsskala bei mir.
00:47:33: Ein Zeit das ich sage okay jetzt auch wieder so ein bisschen den Vergleich vielleicht mit dem,... ... was sich bei Atos oder Siemens gemacht habe.
00:47:41: Ich mache wirklich etwas mit Sinn und bin auch immer... ... ich war mal in einer Phase wo ich immer gesagt hab Puls ist schon wieder Freitag, ich muss jetzt zwei Tage irgendwie abschalten.
00:47:51: So hart bin ich nicht mehr und freue mich so krass auf Montag aber ich freue mich immer noch auf Montage.
00:47:55: also ich bin immer so Montag ist für mich eigentlich der schönste Tag der Woche, weil es geht dann los.
00:48:01: Ich mach mir ein Kaffee oder was bringt die Woche?
00:48:03: Man plant sich so durch und man macht Dinge, die man sehr gerne tut und für die man brennt.
00:48:11: Und am Ende fällt da auch noch etwas raus.
00:48:14: In meiner Tätigkeit davor war's eher so wo ich gedacht hab okay wenn ich jetzt morgen tot umvolle, dann werde ich einfach ersetzt und dann macht wer anders das?
00:48:22: also.
00:48:22: Es ist eine klassische... Vielleicht auch auf jeden Fall eine Selbstverwirklichung.
00:48:28: Ja, aber es gibt mir enorm viel Kraft wenn ich sehe was unsere Lösungen bringt.
00:48:34: Warum sind nicht alle Menschen so wie du?
00:48:37: Und was haben deine Eltern richtig gemacht?
00:48:39: also... Ich weiß das ist jetzt ein bisschen sehr viel vielleicht Lob Aber also wenn ich das jetzt höre dann denke ich mir so Wie schön dass du so denkst und ... meine Ansicht nach sollte es mehr Menschen geben, die so denken.
00:48:52: Hast du das vielleicht wirklich von deinem Vater auch?
00:48:53: Du hast gesagt er hat in der Flüchtlingsunterkunft gearbeitet,... ... dass du da so viel Input mitbekommen hast... ...dass es schön ist sowas Sinnhaftes zu machen?
00:49:02: Also erstmal ich bin... Ich bin auch großer Bruder, ich habe drei kleinere Geschwister.
00:49:06: Also ich hatte dann immer so natürlich auch im Familienkonstrukt eine gewisse Verantwortung meinen Geschwisters vielleicht auch gegenüber.
00:49:12: Meine Mama ist bei der Caritas also da schließt sich dann auch ein bisschen in der soziale Kreis.
00:49:15: Ich weiß nicht ob die ihr verstanden haben warum ich zu Siemens gehe und nicht direkt im sozialen Sektor bleibe aber ich war halt immer so ein bisschen der IT Nerd.
00:49:21: deswegen macht das hat das irgendwie Sinn gemacht.
00:49:24: Puh!
00:49:24: Ich glaube was helfen kann ist...ich hab mich natürlich auch über dieses Studiengebühren Thema oder auch dieses Finanzmanagement Studium ... habe ich mich natürlich sehr stark mit dieser Geldfrage auch, die unser Leben ja auch irgendwie ... ... prägt und befasst.
00:49:37: Und hab für mich irgendwann mal definiert... ... wieviel Geld brauche ich eigentlich?
00:49:41: Um glücklich zu sein!
00:49:42: Also klassisch das ist auch etwas was ich mitarbeitende wenn sie bei uns anfangen.
00:49:46: also wir haben jetzt ein Equipay-Modell ... ... es hatten wir nicht immer.
00:49:48: aber bevor wir das Equipaim-Model hatten habe ich immer gefragt okay sag mir wie viel Geld brauchst du dass du glücklich bist und dass du auch alles machen kannst?
00:49:55: hast du deine Rentenlücke berechnet?
00:49:56: also ne so Wir sind zweieinhalb Tausend Netto, sind es tausend Fünfhundert Netto sagst du mir.
00:50:02: So das ist mehr und ich glaube dass es hilft... Es hat mir extrem geholfen diese Frage für mich zu beantworten weil ich jetzt einfach weiß okay meine Rente ist sicher oder Rente sicher so hart gesagt.
00:50:13: aber zumindest ist quasi entsprechend vorgesorgt und ich lege entsprechend genug zurück Und ich kann mir wirklich eine Zahl ausmalen, wo ich sage okay mit der kann ich alles machen was mein Lebensstandard hält.
00:50:24: Was sich machen will.
00:50:26: Ich nehme mich auch an keiner Stelle jetzt irgendwie zurück.
00:50:28: Jetzt muss man sagen ich bin auch niemand der jetzt dreimal im Jahr auf dem Kreuzfahrtschiff sein muss oder sonstwas und das hat mir sehr geholfen mich danach einzuordnen hat mir viel mehr Türen geöffnet wo ich was wie arbeiten kann.
00:50:40: und ja am Ende war es vor allen Dingen Das war nicht zwingend meiner Eltern.
00:50:45: Es war, glaube ich eher der Kontakt viel auch mit eben genau diesen Migrantinnen und Migranten, mit denen wir gearbeitet haben... ...und die diesen privilegierten Status zu verstehen.
00:50:53: Und dann einfach aus diesem objektiven Blick drauf zu sagen okay also ich bin nicht einer von einhundert das wäre jetzt zu kurz gegriffen die Wort Deutschland versus woanders geboren.
00:51:04: aber Ich habe einfach also der Staat gibt mir in Deutschland eigentlich fast alles an die Hand um selbst wenn ich scheitere Nicht auf der Straße zu landen.
00:51:13: so Das war für mich der Hauptgrund, das zu pushen und dieses Verhältnis zu Geld hat mich in die Richtung gebracht.
00:51:20: Ich bin auch bereit eine Organisation erst mal zu bauen wo wir nicht alle an Tag vier reich werden und überreich werden oder wie auch immer sondern wo wir einfach gute Bedingungen schaffen zu leben, arbeiten und ich glaube das trifft es ganz gut.
00:51:38: Sehr sympathisch, tolle Lebenseinstellung.
00:51:39: Danke, dass du uns diese persönlichen Einblicke gegeben hast!
00:51:43: Ich stelle jetzt einfach noch vier relativ kurze knackige Fragen damit wir nach diesem interessanten Gespräch auch zu einem Schluss kommen und zwar sind das eigentlich Sachen die ich immer meine Gäste hier frage.
00:51:54: Einmal finde ich super wichtig, dass Leute, die dieses Interview gehört haben von der Digitalfabrik, die begeistert sind vielleicht aber auch von Tür an Tür.
00:52:03: wo finden
00:52:03: sie euch?
00:52:04: Und wie können ihr euch unterstützen?
00:52:05: Wie können?
00:52:06: Also unterstützen könnt ihr uns natürlich immer indem wir uns helfen auf unser systemisches Ziel hinzuarbeiten, nämlich dass wir keine Barrieren mehr für Migrantinnen in der Gesellschaft haben.
00:52:14: Egal wie ihr das macht oder wo ihr unterstützt engagiert euch im lokalen Helferkreis unterstützt Einzelpersonen und wer vielleicht von uns lernen will oder Lust hat mehr zu erfahren was wir?
00:52:25: ich weiß die Interviewzeit hier ist ja kurz aber wir haben tausend Dinge auch intern umgesetzt wie Mindesturlaub.
00:52:31: Ja, dieses Thema drei Tage Woche haben wir angegangen mit einer Option für vier Tage.
00:52:36: Wir haben tatsächlich ein öffentliches Wiki auch, wiki.türantür.org und da haben wir alles dokumentiert öffentlich wie wir intern funktionieren.
00:52:44: also alle die jetzt vielleicht auch gegründet haben oder noch gründen wollen und sagen hey so so interne governance.
00:52:49: wie gehen wir mit Urlaub um?
00:52:50: Wie geben wir mit Krankheit um?
00:52:51: wie gehen mit Arbeitsumfällen um?
00:52:52: Oder auch spannere Themen als die dreitig genannt habe findet ihr alles da und wer alles aufgeschrieben weil wir das auch mal bei der anderen Organisation gesehen haben.
00:53:00: Das sind so die zwei Dinge, wie man uns helfen kann.
00:53:03: Also guckt euch gerne Dinge ab und macht eure eigenen Organisationen partizivativer und besser oder helft uns auf unser systemisches Ziel einzuzahlen?
00:53:11: Kommt aber auch alles hier in die Folgennotizen rein.
00:53:13: also dann finden die Leute, die den Kontakt zu euch haben wollen, die finden den auch.
00:53:18: Nun bist du ja hier im Weltverbesserer Podcast.
00:53:20: meiner Ansicht nach seid ihr auch weltverbesserer mit dem was ihr tut.
00:53:23: Und deswegen meine Frage Was müsste passieren um die Welt zu einem besseren Ort zu machen?
00:53:27: wenn Du drei Dinge nennen dürftest?
00:53:31: Ja, also ich glaube ein zentrales Thema wird dieses Thema globale Ungerechtigkeit sein.
00:53:36: Vermögensverteilung... Ich würde natürlich auch immer das Klimathema in die Top-III nehmen.
00:53:41: Ich glaube aber dass Klimatema irgendwann werden alle verstanden haben.
00:53:44: Dass es vielleicht zu spät ist oder werden Verstanden haben okay wir müssen was machen über Parteigrenzen hinweg.
00:53:49: Die Frage ist wie lange das noch dauert?
00:53:51: Ich glaube das kritische sehen wir auch in Amerika und so ist eher wenn jetzt Leute mit viel Reichtum an bestimmte Strukturen übernehmen Einflussnahme ausüben.
00:54:00: Ich glaube, die Mehrheit der Völker auf der Welt lebt mittlerweile in Autokratie.
00:54:03: Nicht meinen Sechzig-Fünbensechzig Prozent da gehört zu haben.
00:54:06: Demokratie ist also nicht mehr das Modell bei den meisten Menschen weltweit und das sind natürlich Dinge, die passieren müssen so oft.
00:54:16: Die habe ich aber auch wenig Einfluss und es ist ein bisschen so... Auch alle, die vielleicht denken ja, es gibt so viel wo ich mich engagieren kann, wo ich mir engagieren sollte Es ist glaub' ich immer Eine gute Idee, sich eine Nische zu suchen in der auch gut zu sein.
00:54:30: Wir haben letztens noch uns mit Nevin Subotitsch getroffen, der die Welfare Foundation gegründet hat und der sich zum Beispiel für sauberes Trinkwasser einsetzt in afrikanischen Ländern.
00:54:39: Und er hatte das eine Thema und sagt hey wir machen dieses saubere Wasser und diese Pumprunnen und wir sagen zum Beispiel wir machen diese mehrsprachigen Informationen und ja unsere Mitarbeitenden haben freitags frei und können sich bei Fridays for Future anschließen und sollen das und dürfen das auch gerne machen.
00:54:55: aber Ich glaube, man muss als Organisation nicht in jedem Feld aktiv sein und sollte sich auf irgendeinen Punkt fokussieren.
00:55:05: Von daher habe ich viele Ideen was passieren könnte damit die Welt besser werden aber... Wenn ich mich zu tief mit denen beschäftige, dann spreadet das so.
00:55:14: Dass ich wieder zurück bei der Seventy-Achzigstundenwoche bin und meiner Frau erklären muss warum sie das Kind alleine betreuen muss.
00:55:20: Also lassen wir es vielleicht bei den zwei Punkten globale Ungerechtigkeit und das Klimatheber müssen wir in den Griff bekommen?
00:55:26: Und ich glaube die Zuhörerinnen und Zuhürger entfälltern sicherlich noch ein eigener Punkt drei an, den ich auf jeden Fall vergessen habe und hätte netten sollen!
00:55:32: Das hast du gut gesagt.
00:55:34: In meinem Podcast geht es ja nicht nur um soziales Engagement, was ihr ja meiner Ansicht nach erfüllt aber ich meine im Grunde genommen erfüllte auch den Punkt Nachhaltigkeit.
00:55:42: Aber wie kommt denn Nachhaltigkeit bei dir persönlich vielleicht in deinem Privatleben auf vor?
00:55:46: Ja klar also Kinderklamotten sind alles secondhand.
00:55:49: Es liegt aber auch daran dass natürlich der Preis sehr hoch ist für neue Neuware.
00:55:54: Also offen wir sind Augsburger Organisation, ich wohne aber in der Kölner Innenstadt.
00:55:57: Ich bin quasi abdrühnig geworden weil meine Frau ins Rheinland wollte und ich gesagt habe ok gib mir ein ICE-Amschluss um nichts zu überlehnen Und wir haben kein Auto weil es keinen Sinn macht in einer Kölners Innenstadt ein Auto zu haben.
00:56:09: Ich ernähre mich entsprechend so dass ich für mich gesagt hab eigentlich nur maximal dreimal die Woche Fleisch.
00:56:16: Ja das bedeutet bei ein zwanzigmal Zeiten achtzehn davon sind vegan oder vegetarisch koche auch selber nie Fleisch, also eher so man ist auf einer Veranstaltung und es gibt kein Veggie Essen.
00:56:26: Ich war mal auf einem Event ja das kann ich vielleicht noch einen Ektote reingeben.
00:56:32: da waren zwei Hundert Gäste geladen an so langen Tafeln und bei mir am Tisch lag so eine Hotelkarte, so ne Grüne und ich dachte so hey was ist das für ne Karte?
00:56:41: bin ich irgendwie eingecheckt?
00:56:42: Was ist irgendwie los?
00:56:43: Und dann habe ich schon damit der Organisatorin gesprochen und dachte Hey, habt ihr mich hier irgendwie ein Hotel eingebucht?
00:56:49: Das nicht meine.
00:56:50: Und dann kamen hinterher raus bei diesen drei Hundert Gästen, wo wirklich der Einzige war.
00:56:54: Dass man vorher angeben konnte ob man vegetarisches Essen möchte oder nicht und damit die Servicekräfte wissen wer vegetarisch bekommt haben sie da eine grüne Karte hingelegt.
00:57:02: aber ich war halt einfach der einzige so von diesen dreihunderte.
00:57:05: also ich weiß es nicht ob ich alle drei hundert Tische überblickt habe aber zumindest an dieser langen Tafel kommt man zumindest mal fünfzig überblicken und da hab' ich mir schon gedacht Puh!
00:57:11: Also ja... Es ist cool, wenn ich jetzt ein bisschen nachhaltiger bin und hier auch versuche zum Beispiel kein oder weniger Fleisch zu essen.
00:57:21: Aber ich sehe natürlich das Potenzial vor allem in Strukturveränderungen.
00:57:25: Nebenher neben meiner Geschäftsfunkstätigkeit bin ich quasi in einem großen Sportverband tätig.
00:57:30: Dafür bin ich für den Bereich Finanzen zuständig und da fahren jedes Wochenende dreihundert-vierhundert Schiedsrichterinnen mit dem Auto zu irgendwelchen Spielen.
00:57:38: Und an der Stelle... was zu verändern in der Ordnung, Anreize zu setzen.
00:57:42: Dass man Mitfahrgemeinschaften bildet ja entgegen dem Bundesreisekostengesetz übrigens.
00:57:47: dann möchte ich nochmal kurz hier eine kurze Spitze gegen unsere Bundesregierung loswerden dass Mitfahr Gemeinschaft nicht incentiviert werden aber dafür wurde auch schon angemahnt im Verband.
00:57:56: Aber da sehe ich natürlich viel mehr Potenzial.
00:57:58: also es bedeutet jetzt nicht das jeder nicht selber auf etwas machen kann.
00:58:01: aber ich kann jedem empfehlen sich einzubringen, gerade zivilgesellschaftlichen Strukturen, Ehrenamtsstrukturen und vielleicht da auch dann Veränderungen einzuziehen die den Impact auf deutlich mehr Leute haben oder direkt in die Politik zu gehen.
00:58:14: Jetzt ist natürlich schlechtes Beispiel ich mache es ja selber nicht.
00:58:16: aber alle die sich vielleicht auch politisch engagieren wollen oder sich das vorstellen können, da ist der Hebel einfach viel größer um auch nachhaltig zu wirken und Strukture langfristig gut aufzubauen.
00:58:27: Ja wunderbar!
00:58:28: Vielen Dank für diesen Aufruf.
00:58:31: Meine allerletzte Frage geht immer nach einem Buchtipp.
00:58:33: Ich lese total gerne, ich habe einen kleinen Buchsponsor.
00:58:35: deswegen meine letzte Frage an dich lieber Daniel.
00:58:38: Liest du gerne?
00:58:38: Hast du ein Buch-Tipp für mich, meine Hörer und Höre!
00:58:40: Die Bücher sind erhältlich bei booklucker.de dem Marktplatz für Bücher.
00:58:50: Ja also... Habe ich es eigentlich schon mal geschafft, mich kurz zu fassen?
00:58:54: Der Erfolg.
00:58:54: Ich weiß das gar nicht!
00:58:55: Also gerade lese ich was zum Thema Windelfreiheit.
00:58:57: Das bringt natürlich jetzt den meisten höhereine Nöhrer nichts aber ist auf jeden Fall spannend zu hören.
00:59:00: dass ich glaube ninety-fünf Prozent der Kinder mit einem Jahr windelfrei sind weltweit liegt natürlich auch wahrscheinlich an prekären Situationen in anderen Ländern.
00:59:08: Aber die Bücher die mir selber geholfen haben waren waren so ein bisschen... Es gibt von Rolf Dubelli so ein paar Bücher.
00:59:13: der war mal CEO von Swissair oder so.
00:59:17: Er hat viele so Denkfehler, die man machen kann.
00:59:18: Mal in so einem Buch... Ich glaube, die Kunst des klaren Denkens heißt das.
00:59:22: und dann hat er noch zweites Buch.
00:59:23: Das hat mir sehr gut gefallen weil die Kapitel immer nur zwei drei Seiten lang sind.
00:59:27: Und so ein Beispiel dass er bringt ist so, dass zum Beispiel hinter jeder erfolgreichen Band auch hundert gescheiterte Bands stehen und man sich über ein paar Sachen immer bewusst sein muss wenn man die einen erfolgreichen sieht, dass man weiß okay es gibt auch noch hunderte die gescheitert sind und das hilft einem wirklich in paar Situation einfach so bisschen ... kühle in klaren Kopf zu bewahren.
00:59:47: Ich kann dich wirklich empfehlen und ja dann so... ich lese halt viel zur Unternehmensliteratur, also das Peter-Prinzip.
00:59:55: vielleicht kennt es auch der eine oder die andere, dass man in Unternehmen eigentlich immer solange befördert wird bis man an einer Stelle der Unfähigkeit angekommen ist.
01:00:03: Also wenn ich meine Sache gut mache als Abteilungsleiter, dann werde ich vielleicht befördert zum Bereichsleiter.
01:00:08: Wenn ich aber als Bereitsleiter nicht mehr so gut bin, werde ich nicht mehr weiterbefördert.
01:00:11: Das heißt am Ende landet man immer im... so pauschal formuliert jetzt zumindest, landet man immer an der Stelle die nicht perfekt ist für einen und die einig glücklich macht.
01:00:21: Und daraus kommen was wir Lösungen gibt.
01:00:23: das wird im Dispeta-Prinzip auch ganz gut aufgemacht und ich glaube die zwei plus windelfrei von so einem schwedischen Ehepaar würde ich jetzt mal empfehlen.
01:00:34: Gibt es vielleicht auch als Fährbücher?
01:00:35: Vielleicht gibt's auch noch aktuelle Varianten von aber ja...
01:00:39: Ja, dann wünsche ich dir persönlich und euch erstmal viel Erfolg für die Windelfreiheit.
01:00:43: Und danke dir ganz herzlich, dass du mich hier besucht hast im Weltfall Bessere Podcast, das du so viele spannende Einblicke in eure Arbeit gegeben hast.
01:00:51: Ich finde, du bist ein total sympathischer, superspannender Mensch und vielleicht unterhalten wir uns irgendwann nochmal!
01:00:57: Da würde ich mich jetzt schon darauf freuen und wünsche euch ganz viel Erfolg weiterhin für die Digitalfabrik und für Tür an Tür.
01:01:01: Danke!
01:01:02: Ja super
01:01:04: vielen Dank!
01:01:06: Wie immer findet ihr natürlich alle Informationen und Links zu diesem Projekt in den Shownotes.
01:01:13: Hat es euch gefallen?
01:01:14: Fühlt ihr euch inspiriert, bewegt?
01:01:16: Habt ihr Verbesserungsvorschläge für mich?
01:01:19: Dann schreibt mir gerne auch die E-Mailadresse findet ihr in den shownotes!
01:01:24: Abonniert doch den Weltverbesserer Podcast dann verpasst ihr keine Episode mehr.
01:01:29: Teilt, liked und kommentiert diese Folge des Weltverbessere Podcasts.
01:01:33: ich würde mich sehr freuen.
01:01:35: Vielen Dank dafür Und bis bald, eure Birte.
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